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Biedermeier 05:44 min

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Transkript Biedermeier

Schönen, guten Tag, liebe Schüler und Schülerinnen, hier ist euer Leo. Heute geht es um den Biedermeier. Der Biedermeier war eine literarische Strömung zwischen 1815 und 1850. Was es damit auf sich hat, wer dazu gehört hat und was dazu geschrieben wurde, werde ich euch jetzt erzählen. Es wäre gut, wenn ihr bereits etwas zu dem Thema wüsstet. Zum Beispiel solltet ihr wissen, dass es zu der Zeit auch die literarische Strömung des Jungen Deutschland und des Vormärz gab, auch, dass es sich um die Zeit der Restauration handelt, die mit dem Wiener Kongress begann, als die Monarchien nach der turbulenten Zeit des Krieges gegen Napoleon Bonaparte die alte Ordnung von Herrscher und Volk in Europa wiederhergestellt haben. Und ihr solltet auch noch wissen, dass die Karlsbader Beschlüsse von Metternich gefasst wurden und dass darin unter anderem befohlen wurde, dass die Universitäten überwacht und Burschenschaften verboten werden und dass auch die Presse zensiert wird. Wenn ihr nichts darüber wisst, dann hört einfach zu und schaut später selber einmal nach. Was war jetzt der Biedermeier? Es war also eine Zeit, in der man entweder gegen das System rebellieren konnte, wie die Vertreter des Vormärz und Jungen Deutschland, oder in der man sich zurückziehen konnte, um seine Ruhe zu haben, und sich lieber anderen Dingen widmen als der Revolution. Und die, die lieber Ruhe wollten, zählt man zum Biedermeier. Der Begriff Biedermeier stammt aus einer satirischen Zeitschrift namens "Fliegende Blätter" im Jahre 1855. Dort erschuf man die Figur Gottlieb Biedermeier, einen braven und tüchtigen deutschen Kleinbürger, dem seine kleine Stube, sein enger Garten, sein unansehnlicher Flecken und das dürftige Los eines verachteten Dorfschulmeisters zu irdischer Glückseligkeit verhelfen. Der Begriff ist also erst nach der Biedermeierzeit aufgetaucht und wurde als Beleidigung empfunden. Die Haltung, über die man sich lustig gemacht hat, nennt man auch konservativ. Die Enttäuschungen, die viele dieser Schriftsteller erlitten haben, während der Zeit des Wiener Kongresses und der Karlsbader Beschlüsse, haben sie dazu gebracht, sich abzukapseln und das Glück zu Hause, bei der Arbeit und in der Natur zu finden. Sie wollten mit Politik nichts mehr zu tun haben und lieber ein schönes, ruhiges und gemütliches Heim. Wichtige Vertreter in dieser Strömung waren in der Epik, also in Romanen und Novellen:Adalbert Stifter, Eduard Mörike und Annette von Droste-Hülshoff. In dieser Gattung gab es hauptsächlich kleinere Formen. Es gab also Erzählungen, Skizze, Novellen und Märchen wie zum Beispiel "Bergkristall" von Stifter, "Mozart auf der Reise nach Prag" von Mörike und die "Judenbuche" von Droste-Hülshoff. Mit Werken wie zum Beispiel "Mozart auf der Reise nach Prag" hat man eine neue Gattung erfunden, die Reisebilder. Als Roman taucht zu der Zeit besonders der Bildungsroman, wie zum Beispiel Stifters "Der Nachsommer" oder auch der historische Roman auf. Im Drama sind Schriftsteller wie Franz Grillparzer, Johann Nestroy und Ferdinand Raimund wichtig. Hier ist besonders der Österreicher Franz Grillparzer zu erwähnen. Drei seiner Dramen sind: "König Ottokars Glück und Ende", "Ein Bruderzwist in Habsburg" und "Libussa". In den Dramen dieser Zeit tauchen sehr oft historische Stoffe auf. Ich will euch nicht zu sehr mit Namen und Titeln vollstopfen. Deshalb erwähne ich in der Lyrik nur die euch bereits bekannte Annette von Droste-Hülshoff. In der Lyrik hat man oft Gedichte geschrieben mit Themen wie Natur, Liebe, Religion, Vergänglichkeit und häusliches Glück. Ihr seht schon, es ist ziemlich viel, das in dieser Strömung steckt. Es gibt noch viel mehr Namen und viel mehr Werke, die wichtig sind. Wenn ihr euch zumindest Eduard Mörike für die Epik, Franz Grillparzer für die Dramatik und Annette von Droste-Hülshoff für die Lyrik merkt, ist das schon ein großer Anfang. Dann merkt euch, dass die Schriftsteller des Biedermeier sich zurückgezogen haben ins Private und Häusliche. Der Grund dafür war, dass man von der strengen Politik enttäuscht war. Die häufigsten Inhalte dieser Werke waren: Familie, Heimat, einfaches Leben und die Selbstgenügsamkeit. Auf Wiedersehen für dieses Mal, oder wie Eduard Mörike sagen würde: "Wie reizend ist alles."

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1 Kommentar
  1. Default

    Hey Leo,

    schau dir das Video mal ab Minute 3:30 an - ich glaube, du meinst hier eher "neues Genre"?!
    VG Peddy

    Von Peddy P, vor mehr als 4 Jahren