Textversion des Videos

Transkript Säuren – Ks- und pKs-Wert

Hallo liebe Freundinnen und Freunde der Chemie. Herzlich willkommen zu diesem bereits 15. Video aus der Reihe "Säuren". Das Thema des heutigen Videos lautet: "Ks - Wert und pKs - Wert", und ihr findet im Gegensatz zu den vorherigen Videos eine fast jungfräuliche, gut aufgeräumte Tafel. Das hat zwei Gründe: Der eine Grund besteht darin, dass wir uns jetzt vom Wasser etwas entfernen und wieder auf die Säuren konzentrieren. Der zweite Grund besteht darin: Die Thematik wird jetzt etwas komplizierter, sodass man durchaus sagen kann, sie wird in den Leistungskursen der Schulen behandelt, aber auch einige Studentinnen und Studenten könnten hereinschauen und vielleicht ihr Wissen etwas festigen oder aufwerten. So, und ich möchte die Fragestellung einmal erläutern. Die besteht ganz einfach darin: Wenn ich von Säuren spreche, so habe ich natürlich ein Interesse daran diese zu kategorisieren, zu wissen: Wann habe ich es mit einer starken Säure zu tun, mit einer schwächeren oder schwachen? Ja, was ist eine Säure? Das haben wir gelernt, das ist eine Verbindung, die fähig ist, Wasserstoffionen einer Lösung abzugeben. Und das haben wir gemessen, unter anderem mit dem pH - Wert. Aber ich sage euch gleich, der pH - Wert ist für die Bestimmung oder für eine Aussage über die Säurestärke, die man auch mitunter als Acidität bezeichnet, gar nicht mal so gut. Wir wollen uns heute eines neuen Begriffes bedienen, und einer Modizifierung des Begriffes, das werden dann der Ks - Wert und der pKs - Wert sein. Lange Rede, kurzer Sinn, ich werde euch das einmal an einem einfachen Beispiel erklären. Und zwar nehmen wir wieder Chlorwasserstoffsäure, Salzsäure, da ist ja die Formel HCL. Und HCL dissoziiert in wässriger Lösung in ein positiv geladenes Wasserstoffion und in ein negativ geladenes Säurerestion, nämlich das Chloridion. Das alles in Wasser, in wässriger Lösung. Jetzt können natürlich einige berechtigt fragen: Warum schreibt er das jetzt wieder so einfach und so unbedarft, obwohl wir inzwischen das Hydroniumion kennen und wissen, dass es ein nacktes Proton gar nicht gibt? Aus dem einfachen Grund: Wir kämen auf das Gleiche hinaus. Wenn wir immer im Hinterkopf wissen, noch die Idee haben, dass dieses Wasserstoffion immer zumindest an ein Wasserteilchen gebunden ist, ein Hydroniumion bildet, und im Wasser dann sozusagen von vielen Wasserteilchen umschlossen ist, dann können wir auch so arbeiten. Das wollen wir auch so tun. Wir gehen davon aus, - ich lege jetzt Betonung auf diesen Doppelpfeil - dass es sich um ein chemisches Gleichgewicht handelt und das heißt, da ist natürlich Bewegung drin, das reagiert in die Richtung und in die andere, aber der größte Teil liegt vor hier als eine bestimmte Konzentration an Wasserstoffionen, eine bestimmte Konzentration an Chloridionen und eine bestimmte Konzentration an undissoziiertem Chlorwasserstoff. Und wenn wir davon ausgehen, dass dieses Gleichgewicht vorhanden ist, sich bereits eingestellt hat, dann können wir das Massenwirkungsgesetz anwenden, nach Guldberg/ Waage, das lautet nun folgendermaßen: Wir nehmen die Konzentration der Reaktionsprodukte, dann hätten wir also hier H⁺, multiplizieren dies mit der Konzentration des anderen Reaktionsproduktes, Cl⁻, und wir dividieren durch die Konzentration des Ausgangsstoffes, nämlich undissoziierten HCl´s. Und nach dem Massenwirkungsgesetz gilt: Wenn sich dieses Gleichgewicht eingestellt hat, dann ergibt es unter bestimmten Bedingungen - Druck, Temperatur - eine Konstante. Diese Konstante bezeichnen wir als Gleichgewichtskonstante K, und da es sich um eine Säure handelt, die dissoziiert, benutzt man einen kleinen Index s und sagt dazu auch, es wäre die Säurekonstante. Nun möchte man natürlich die Säurekonstante kennen. Was meint ihr, ist sie relativ groß, ist sie relativ klein? Naja, raten... Salzsäure gilt nicht zu Unrecht als eine starke Säure. Und wenn es eine starke Säure ist, was bedeutet das? Eine starke Säure liefert - richtig, Protonen, Wasserstoffionen. Sie gibt also viel ab. Das heißt also wir haben viel Wasserstoffionen natürlich respektive Chloridionen, und wenig oder fast gar keine undissoziierten Chlorwasserstofmoleküle mehr. Wenn das so ist, dann muss der Ks - Wert ziemlich groß sein. Da gibt es einige Dispute, einige Streitereien, ich nehme mal den Wert an, der mir persönlich am besten gefällt aus der Literatur, da gibt es dramatische Abweichungen: Ks = 10⁶. Naja, und da wird keiner mehr behaupten, Chlorwasserstoff sei keine schwache Säure, die ist tatsächlich stark. Nun, die analytischen Chemiker mögen solche Größen nicht. Die hätten gerne kleine Zahlen, zwischen 1 und 10 oder schlimmstenfalls mit einem negativen Vorzeichen, und deswegen definiert man neben dem Ks - Wert den pKs - Wert. Den pKs - Wert muss man mal definiert haben und dann sieht man seine Sinnfälligkeit ein. Ich schreibe mal: pKs ist gleich... so. Wir rekapitulieren, das wäre das gleiche wie beim pH - Wert, der negative dekadische Logarithmus des Ks - Wertes. Und konkret nehmen wir unseren Wert für die Salzsäure, = -lg, und Ks müssen wir einsetzen, 10⁶. Gut, Logarithmengesetz: Wir können den Exponenten ⁶ nach vorne schreiben, 6×(-lg10). Nun brauchen wir noch dieses Logarithmengesetz, wer es im Kopf hat kann sich glücklich schätzen: lg heißt zur Basis 10, und wenn wir mit der Basis 10 beim Logarithmus arbeiten, das Argument 10 haben, dann ergibt das genau 1. Logarithmus von a zur Basis a ist 1. Dann gibt also die gesamte Klammer -1. Wir erhalten also pKs=6×(-1), also -6. Nun haben sie ihren Willen endlich bekommen, jetzt haben wir einen Wert zwischen 0 und 10, zwar mit negativem Vorzeichen, aber das macht nichts. So, das bedeutet Ks - Wert und pKs - Wert. Und heute möchte ich mal ohne kerniges Merksätzchen nicht auskommen wollen, ich halte es euch mal hier hin und werde es vorlesen: Ks - Wert und pKs - Wert sind eine Möglichkeit, die Säurestärke (Acidität) einer protonenliefernden Verbindung auszudrücken. Das heißt: eine Möglichkeit. Eine weitere Möglichkeit wäre, einfach das Proton abzureißen und mal zu messen, wie viel Energie wird frei. Also: Ks - Wert und pKs - Wert stellen eine Möglichkeit dar. Ks=10⁶ und pKs=-6. Wenn ich den Ks - Wert kenne, kann ich den pKs - Wert berechnen, wenn ich den pKs - Wert kenne, kann ich den Ks - Wert berechnen. Warum? Ganz einfach, weil die Logarithmusfunktion eine eindeutige Funktion ist. Vielleicht üben wir das nochmal, muss ich nochmal sehen. Das wäre es dazu, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es ist eine sehr interessante Sache, es gibt auch ganz große Tabellen darüber, Ks - Werte, pKs - Werte, aber das sprengt etwas den Rahmen dieses Videos. Danke für eure Aufmerksamkeit, ihr habt schön mitgearbeitet. Tschüß!    

Informationen zum Video
27 Kommentare
  1. Default

    Der beste Chemie Online Kurs. Vielen Dank für die Videos! :)

    Von Nicolas M., vor 2 Monaten
  2. Default

    Der Typ ist so cool :D

    Von Fatih Cengiz, vor 10 Monaten
  3. Default

    Könnten Sie mir eventuell den Link schicken denn ich weiß leider nicht welches davon.

    Von Saramaggi, vor mehr als einem Jahr
  4. 001

    Liebe Saramaggi,
    die geeigneten Formeln findest du bei den Videos für Mediziner.
    Alles Gute und viel Erfolg

    Von André Otto, vor mehr als einem Jahr
  5. Default

    Sehr geehrter Herr André Otto,

    Gibt es auch ein Übungsvideo zur berechnung von Ks und Kb werten? denn leider bin ich bei einer aufgabe stecken geblieben.

    Ich formluriere sie mal und hoffe dass Sie mir weiterhelfen können,

    Die Messung des Ph-Wertes einer Essigsäure mit der Ausgangskonzentration von 0.1 m/l zeigt PH=2,9
    Berechnen Sie den Ks Wert dieser Säure.

    Ich weiß dass es eine schwache säure ist, und ich kann die Reaktionsgleichung auch aufstellen, nur weiß ich leider nicht wie ich das lösen soll. Ich kann die Abtwort die im Buch steht nicht nachvollziehen.

    Können Sie die Aufgabe schrittweise lösen? Das wäre sehr lieb.

    Von Saramaggi, vor mehr als einem Jahr
  1. Default

    Hallo Herr Otto,
    ist es falsch zu sagen: der pH Wert gibt die Wasserstoffionen-Konzentration an ? Denn eigentlich gibt es ja die Hydroniumionen-Konzentration an (soweit ich weiß).

    oder sind beide Formulierungen absolut zulässig ?

    vielen Dank im Voraus

    Von Ricardoribeiro, vor mehr als 2 Jahren
  2. Default

    Sehr geehrter Herr Otto
    Sie sagen, dass das "s" bei "Ks" nur als Index für Säurekonstante steht, oder ist da noch mehr dahinter. Ich dachte immer, da ein gewaltiger Überschuss an Wasser-Molekülen vorliegt und nur ein kleiner Anteil der Wasser-Moleküle reagiert, kann man die Konzentration an Wasser als konstant annehmen. Daher ändert sich an der Konzentration der Wasser-Moleküle (H2O) fast nichts. Multipliziert man den Wert für K mit 55.5 mol/L so erhält man eine neue Konstante Ks, welche Säurekonstante genannt wird.
    Also Ks=K x (H2O) = K x 55.5m/L
    (Brauche die normalen Klammern als Konz.-Klammern)
    Stimmt das?

    Von Leandramichel02, vor fast 3 Jahren
  3. 001

    Liebe Stephanie,
    die Säurekonstante Ks von HCl in Wasser beträgt 1000000. Das ist eine Million oder 10 hoch 6 (10**6). Diesen Wert bestimmt man experimentell. Man muss die einzelnen Konzentrationen bei Erreichen des chemischen Gleichgewichts messen. Es gibt heute auch die Möglichkeit, diesen Wert mit Hilfe der Quantenchemie zu berechnen.
    Ks = 10**6
    Wir logarithmieren:
    lg Ks = lg 10**6
    Dabei ist lg der Logarithmus zur Basis 10, der dekadische Logarithmus. Da wir unseren Wert als Zehnerpotenz geschrieben haben, ergibt sich der Wert des dekadischen Logarithmus einfach als Wert des Exponenten (der Hochzahl). Also:
    lg Ks = 6
    Da definiert wurde
    pKs = -lg Ks,
    folgt sofort
    pKs = -6.
    Alles Gute

    Von André Otto, vor fast 3 Jahren
  4. Default

    Lieber Herr Otto,
    woher weiß man, dass Ks=6 ist? Das verstehe ich noch nicht so ganz :(

    Von Stephanie♥, vor fast 3 Jahren
  5. 001

    Sehr schön.

    Von André Otto, vor mehr als 3 Jahren
  6. Default

    Danke für das Angebot, werd ich machen!

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  7. 001

    Hallo,
    "Vielleicht ist das der Fehler, dass ich alles in Zusammenhängen sehen will, und das bei diesem Thema nicht möglich ist."
    Die erste Aussage ist unter gewissen Voraussetzungen sinnvoll und löblich, die zweite ist grundweg falsch.
    Chemie ist eine Experimentalwissenschaft. Wichtige Standardexperimente zu kennen ist wichtig. Noch wichtiger ist, grundlegende Kenntnisse über Inhalte zu besitzen.
    Du musst dir ehrlich die Frage beantworten, ob du Folgendes ganz sicher beherrschst:
    1. Anorganische Säuren (Salzsäure, Schwefelsäure, Kohlensäure, Schweflige Säure, Phosphorsäure, Salpetersäure, Flusssäure) mit Namen, Formeln und Dissoziationsgleichungen.
    2. Die dazugehörigen Säurerest-Ionen mit Namen.
    3. Die wichtigsten Basen (Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Magnesiumhydroxid, Calciumhydroxid, Bariumhydroxid, Aluminiumhydroxid) mit Namen, Formeln und Dissoziationsgleichungen.
    4. Herstellungsarten von Säuren und Basen.
    5. Saure und basische Oxide.
    6. Salzbildungsarten.
    7. Neutralisation.
    8. Den grundlegenden Aufbau des PSE.
    9. Stoffmenge, Volumen, Konzentration.
    10. Massenwirkungsgestz, Gleichgewichtskonstanten, wirklich verstehen, warum Wasser in den Gleichungen "v1erschwindet"
    11. pH - Wert, pKs - Wert.
    12. Säure Base-Theorien von Arrhenius und Broensted.
    13. Elektrolyse
    14. Galvanisierung
    15. Elementekunde wichtiger Elemente mit Namen, Symbol und den wichtigsten Eigenschaften
    Das letzte hätte eigentlich vorne stehen müssen!
    Außerdem zur Mathematik.
    1. Funktionen und ihre Graphen
    2. Logarithmen und Potenzen
    3. Logarithmengesetze und Potenzgesetze
    4. Logarithmengleichungen und Potenzgleichungen.
    Und vielleich von beidem noch einiges mehr.

    "...Zusammenhängen ..., und das bei diesem Thema nicht möglich ist."
    Herr Broensted dreht sich im Grabe um. Eine klarere und bessere Theorie der Protonenübertragung wird es nie geben. Die Logik der Theorie an sich und ihrer Schlussfolgerungen ist glasklar. Sie gehört zu den schönsten und harmonischsten Bestandteilen der modernen Chemie.
    Mein Vorschlag: Ruf mal bei sofatutor an, bitte mich ans Telefon und wir reden mal miteinander.
    Alles Gute

    Von André Otto, vor mehr als 3 Jahren
  8. Default

    Student der Medizin.

    Ich hatte in der Schule seit der 7ten Klasse keine Chemie mehr. Daher hab ich nach einer effektiven Lernseite gesucht, und bin hier auf Sofatutor getoßen. Die Videos über die Quantenzahlen der Elektronen, dann die Chemischen Reaktion (Standardreaktionsenthalpie) usw hab ich verstanden. Im Kapitel Säure und Base verstehe ich vielleicht 50%. Ich erkenne und sehe einfach kaum Zusammenhänge in diesem Thema.

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  9. Default

    Vielleicht ist das der Fehler, dass ich alles in Zusammenhängen sehen will, und das bei diesem Thema nicht möglich ist

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  10. 001

    Dein Grundfehler: Du machst zu viel Prosa und zu wenig Naturwissenschaft. Wenn ich wüsste, welcher Klassenstufe du angehörst oder ob du Student bist, könnte ich effektiver helfen.
    Du musst versuchen, die Probleme in kleine Problemchen zu unterteilen und dann richtig zu verstehen.
    "Ich hatte ja weiter unten erwähnt, dass je mehr H+ Ionen vorhanden sind umso stärker eine Säure dafür sein muss." Das stimmt einfach nicht. Ich habe das auch erklärt.
    Wenn du 2) nicht verstehst, so ist das ein Indiz von Überforderung. Brauchst du das überhaupt zum jetzigen Zeitpunkt?
    Von nun an werde ich nur immer eine, sauber formulierte Frage beantworten.
    Alles Gute

    Von André Otto, vor mehr als 3 Jahren
  11. Default

    Irgendwie bin ich gerade verwirrt.
    Ich dachte folgendes: Je niedriger der Ph-Wert einer Säure, desto mehr H+ Ionen hat die Säure, besser gesagt die Lösung. Daher das ich weiß das die Säure im dissoziierten Zustand viele H+ Ionen vorweist, kann ich sagen das die Säure stark ist, da sie, um viele H+ Ionen vorweisen zu können erstmal vollständig, oder fast vollständig dissozieren muss. Im Umkehrschluss heißt das ja, dass je mehr H+ Ionen vorhanden sind, umso weniger OH- Ionen sich gebildet haben. Das Löslichkeitsprodukt von Wasser ist ja 14. Dies ist unter anderem bei einem PH Wert von 7 der Fall. Das heißt bei diesem PH Wert 7 ist die Konzentration der H+ Ionen gleich der Konzentration der OH- Ionen (Jeweils 10 hoch -7). Habe ich nun wie oben geschrieben einen niedrigen Ph-Wert, der mir sagt dass sich viele H+ Ionen gebildet haben, bedeutet das doch das die Konzentration der H+ Ionen größer als 10 hoch -7 ist und die der OH- Ionen kleiner als 10 hoch -7. Zusammen müssen sie aber trotzdem auf 14 kommen. Verstehe ich das richtig? Ich hatte ja weiter unten erwähnt, dass je mehr H+ Ionen vorhanden sind umso stärker eine Säure dafür sein muss. Und ein weiterer Faktor zur Definition einer starken oder schwachen Säure, neben dem Faktor der dissozierten H+ Ionen, ist wie Sie schreiben die Stabilität des Anions richtig?
    Punkt 2 verstehe ich leider gar nicht. Also, Sie sagen dass ich 1mm der Lösung mit der Konzentration von 0,1 mol/l entnehme. Das hieße dann ja, dass dieser eine Milliliter eine Konzentration von 0,1mol/1000ml(1L) geteilt durch 1000 haben müsste, also 0,0001mol/ml. Und diesen einen ml mit seiner Konzentration von 0,0001 mol/ml versetze ich in eine Lösung von 1000000ml. Die neue Konzentration wäre doch dann 0,0001 mol/ml geteilt durch 1000000ml. Was mache ich falsch?

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  12. 001

    Es muss heißen: Der Alkohol ist die vollständig d i s s o z i i e r t e Säure ...
    Entschguldigung.

    Von André Otto, vor mehr als 3 Jahren
  13. 001

    Guten Abend,
    Frage 1:
    Die Antwort ist buchfüllend. Nur so viel: Die wichtigsten Faktoren sind:
    1) Die Fähigkeit, Elektronen anzuziehen (Induktiver Effekt).
    2) Die Fähig, Elektronen zu verteilen (Mesomerer Effekt).
    Je stärker beide Effekte in Kombination zusammen wirken, um so stabiler ist das Anion, das sich bei der Dissoziation bildet und um so stärker ist die Säure.
    Bei den Halogenwasserstoffsäuren ist Faktor 2) der wesentliche, denn die Säurestärke folgt der Reihe:
    HI > HBr > HCl > HI
    Praktisch keiner der Faktoren wirkt bei Methan CH4 (pKs etwa 10**50!). Daher ist es eine der schwächsten Säuren überhaupt.
    Die praktisch perfekte und damit stärkste Säure ist die Supersäure HSbF6. Hier arbeiten 1) und 2) perfekt zusammen. Daher ist das Anion SbF6- auch so stabil und das Proton H+ wird leicht abgespalten.
    Frage 2:
    Wenn ich von ausreichender Verdünnung ausgehe, ist das so, als ob ich Alkohol mit Wasser verdünne. Der Alkohol ist die vollständig verdünnte Säure, das Wasser bleibt Wasser. Angenommen. wir haben eine Lösung von 0,1 mol/l Salzsäure (pH = 1). Wenn ich 1 ml davon mit 999999 ml Wasser versetze, erhalte ich die gleiche Menge an Säure in den 1000000 ml Lösung. Also c = 0,000001 mol/l Säure. Und das ist nach
    pH = -lg[H+]
    eben
    pH = 6.

    Alles Gute

    Von André Otto, vor mehr als 3 Jahren
  14. Default

    Guten Abend Herr Otto.
    Danke wie immer für die ausführliche Antwort. 2 letzte Fragen hätte ich noch, bevor ich mit dem Thema Säuren und Basen vollständig abschließen kann. Für letzte Antworten wär ich sehr dankbar.
    Frage 1:
    Wieso dissozieren schwache Säuren kaum und starke Säuren vollständig? Also welche Eigenschaften muss die Säure besitzen um vollständig dissozieren zu können?
    Frage 2:
    Wieso kann es sich bei einem pH-Wert von 6 in einer großen Verdünnung um eine starke Säure handeln?

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  15. 001

    Es wäre nett, nicht mehrere Fragen hintereinander zu stellen. Bitte kürzer und klarer formulieren.
    1. Konzentration ist die sinnvolle Definition:

    c = n/V (Stoffmengenkonzentration in mol/Volumen (meist) in l)

    Es ist für eine chemische Reaktion nicht wichtig, wie viel Teilchen vorhanden sind, sondern wie konzentriert sie auftreten. Die von dir genannte Avogadrische Zahl ist nützlich, aber prinzipiell unwichtig.

    2. Sei bitte so nett und lies ganz aufmerksam, was ich geschrieben habe. Dort steht die Antwort schon drin.
    Es ist richtig, dass starke Säuren niedrige pH - Werte liefern, da sie praktisch vollständig dissoziieren. Schwache Säuren können das nicht, das sie nur wenig dissoziieren. Wenn ich aber einen pH - Wert von 6 habe, kann es sich um eine schwache Säure oder um eine starke Säure in großer Verdünnung handeln.

    3. "Sauer" als Geschmack ist subjektiv und nur qualitativ. Mundspülung mit Menthol wird auch als sauer empfunden, obwohl sie keine Säure enthält.
    pH - Wert ist nur eine bestimmte Angabe für die Wasserstoff-Ionen-Konzentration. Denn beide Begriffe sind durch den funktionalen Zusammenhang
    pH = -lg[H+]
    äquivalent miteinander verknüpft. Übrigens ist die Logarithmusfunktion eineindeutig. Somit ist auch die Zuordnung eineindeutig.
    "Geschmacksneutral" und "pH - Wert" zusammen in die Diskussion zu bringen, ist nicht sinnvoll und eröffnet ein ganz anderes Thema.
    Zitronen enthalten Zitronensäure. Das ist eine mittelstarke Säure. Als organische Säure ist sie relativ kräftig. Der Rest wurde bereits gesagt.
    Alles Gute

    Von André Otto, vor mehr als 3 Jahren
  16. Default

    Wenn dies nicht der Fall ist dann gilt "nur": je kleiner der PH Wert, umso Höher die Wasserstoffionen Konzentration und umso Saurer die Lösung (Bei PH-Wert unter 7). Ist mit "Saurer" dann wortwörtlich das geschmacklich sauer gemeint, also z.B das sauer von einer Zitrone oder wie darf man das "sauer" in Bezug auf den Ph-Wert definieren? Und bei einem Ph Wert über 7 redet man ja von basischen Stoffen, heißt das soviel wie "geschmacksneutrale" Stoffe? Also könnte man sagen, dass eine Zitrone, die ja geschmacklich sehr sauer ist, deshalb so sauer ist weil sie einen niedrigen PH-Wert hat und somit im Fruchtfleisch, oder im Fruchtfleischwasser, oder im Fruchtwasser eine Hohe Konzentration an H+ Ionen hat?

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  17. Default

    Also kann man nicht sagen, je niedrieger der PH-Wert, umso höher die Konzentration (Also die Anzahl der H+ Teilchen in mol/l) der Wasserstoffionen und umso stärker eine Säure. Und je größer der PH-Wert umso geringer die Konzentration der Wasserstoffionen und umso schwächer die Säure?

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  18. Default

    Hallo Herr Otto, vielen Dank für die Antwort. Ich verstehe die Differenzierung zwischen den Wörtern Konzentration und Anzahl noch nicht so recht. Konzentration bedeutet ja eigentlich nichts anderes als die Anzahl der Teilchen in einer bestimmten Lösung, also in mol/Liter. Oder verstehe ich da was falsch? Ich weiß ja das 1 mol 6 mal 10 hoch 23 Teilchen sind.

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  19. 001

    Lieber Skyliner88,
    das stimmt nicht. Der pH-Wert gibt tatsächlich (wenn auch indirekt) die Konzentration (nicht die Anzahl!) der Wasserstoff-Ionen an.
    Der pKs-Wert tut das in gewissem Sinne ebenfalls. Allerdings wird hier, wie du aus der entsprechenden Gleichung für das Massenwirkungsgesetz erkennen kannst, die Konzentration dissoziierter Säureteilchen durch die Konzentration undissoziierter Teilchen dissoziiert. Daraus ergibt sich der Ks-Wert, der bei hinreichender Verdünnung eine S T O F F K O N S T A N T E ist. Der pH-Wert ist keine Stoffkonstante. Damit ist der PKs - Wert auch eine Stoffkonstante. Er beträgt für Salzsäure -6 (starke Säure), für Phosphorsäure +2 (mittelstarke Säure) und für Essigsäure +4,76 (schwache Säure).
    Bei geeigneter Verdünnung können Salzsäure und Essigsäure einen pH-Wert von 6 haben. Einen pH-Wert von 1 kann hingegen nur Salzsäure haben. Essigsäure nicht, sie ist zu schwach.
    Wenn ich die Stärke einer Säure wissen möchte, muss ich ihren pKs- oder Ks - Wert kennen. Der pH - Wert liefert mir darüber in der Regel keine Auskunft.
    Alles Gute

    Von André Otto, vor mehr als 3 Jahren
  20. Default

    Lieber Herr Otto, was ist denn jetzt dann genau der Unterschied zwischen dem Pks und dem PH wert? Ich entdecke da bis jetzt keinen Unterschied. Beide geben die Anzahl der Wasserstoffionen an

    Von Skyliner88, vor mehr als 3 Jahren
  21. 001

    Lieber Chemie Master,

    der Ks-Wert ist eine Konstante, die von der Temperatur abhängt. Sie ist charakteristisch für jede Säure. Außerdem ist Ks vom Lösungsmittel(LM) abhängig. Ks- Werte, von denen ich spreche, beziehen sich immer auf Wasser als LM. Ein anderes LM ist z.B. DMSO (Dimethylsulfoxid). Dort sind die Ks-Werte geringer. Die Säurestärke ist in DMSO geringer als in Wasser. Alles Gute André Otto

    Von André Otto, vor mehr als 4 Jahren
  22. Default

    Nimmt der Ks-Wert immer 10^6 ein, oder hängt dies von der jeweiligen Säure ab?

    Von Chemie Master, vor mehr als 4 Jahren
Mehr Kommentare