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Textbedeutung 08:41 min

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Transkript Textbedeutung

Guten Tag liebe Lernende. In diesem Lehrvideo soll es jetzt um den Begriff der Textbedeutung gehen. Grundsätzlich kann man zu diesem Begriff sagen, dass alles, was mit Textbedeutung zu tun hat, fiktiv ist. Und das macht das Fach Deutsch für viele Schüler so kompliziert, weil nämlich Textbedeutung immer an Interpretation gebunden ist. Gut, ich kann jetzt einen Text analysieren und dann habe ich ganz konkrete, spezielle Ergebnisse, die allerdings objektiviert werden können. Das Wort "Text" hat nun einmal 1,2,3,4 Buchstaben und besteht aus den Buchstaben T E X T und ist ein einsilbiges Wort. Das sind objektive Bestandteile einer Textanalyse, die vom Lehrer einfach durch ein Häkchen oder durch ein Falschzeichen bewertet werden können. Aber wenn ich mich danach fragen soll, was Text bedeutet, komme ich zu den unterschiedlichsten Ergebnissen, die vom Lehrer nur in Hinsicht auf seinen Erwartungshorizont bewertet werden können, der vom Land vorgegeben wird, der in einer Schulkommission besprochen wird und der dann den Schülern vermittelt werden soll usw. Aber das ist eine ganz komplexe, schwierige, großräumige Angelegenheit. Und damit sind wir wieder bei dem Problem, dem eigentlichen Kernproblem im Deutschunterricht jedenfalls in Hinsicht auf alles was mit Interpretation tu tun hat. Und jeder von euch weiß, wie schwierig es ist, einen Text zu interpretieren. Man kann ihn analysieren, man kann seine Form untersuchen, man kann auch die inhaltlichen Schwerpunkte auseinandernehmen und verschiedene Ergebnisse erzeugen. Aber wenn es darum diese Teile zusammenzubinden, zu einer Bewertung, zu einer Auswertung des gesamten zu kommen, wird es schwierig. Trotzdem haben wir verschiedene Anhaltspunkte wie wir also diese Textbedeutung für uns selbst erschließen können. Wir können vom Text selbst ausgehen. Wir können also, wenn wir einen Text interpretieren, ihm eine formale Bedeutung geben. Das kann man in einem historischen Kontext machen, dass man also untersucht: Wie wurden Texte vor 100, vor 200, vor 300 Jahren formal gestaltet und wie gestaltet man sie heute? Dann kommt man auch zu Ergebnissen und kann das in gewisser Weise auch interpretieren durch Vergleich. Diese Möglichkeit besteht. Man bleibt also an der Textform hängen. Diesen Ansatz kann man wählen, wenn also z. B. gefragt oder gefordert wird: Interpretieren Sie folgenden Text! Dann kann man, nachdem man die Formanalyse durchgeführt hat, kann man zu einer interpretatorischen Formbesprechung in Hinsicht auf die Vorbedeutung kommen, was der Text bedeuten soll von Formalen ausgehend. Der 2. Ansatz um eine Textbedeutung zu erschließen, man geht vom Autoren aus. Man betrachtet den biografischen Kontext. Man geht auf besondere Ereignisse und Erlebnisse des Autoren ein, sofern man die kennt und sich mit diesen Autoren beschäftigt hat, also darüber ein Vorwissen besitzt. Dann kann man biografische Aspekte in einen interpretatorischen Ansatz einflechten und kommt somit zu einer Bedeutung des Textes. Dann kann man biografische Aspekte in einen interpretatorischen Ansatz einflechten und kommt somit zu einer Bedeutung des Textes. Entweder für den Autoren selbst oder man versucht ihn in den Kontext mit anderen Autoren zu stellen oder Menschen, die im Leben des Autoren eine Bedeutung hatten. Sagen wir mal; Schillers Räuber. Diesen hat Schiller in Auseinandersetzung mit seinem Vater und mit seinem Übervater, dem Herzog, geschrieben. Und dann hat man die Bedeutung eines Textes, vom Autoren aus, ohne überhaupt auf die Form weiter eingegangen zu sein. Das kann man loslösen. Das muss man dann von Anfang klarstellen, dass man eine Textbedeutung so erschließen und mitteilen möchte. Schließlich, das ist ein moderner Ansatz, manche Autoren schreiben also nicht für sich selbst irgendwelche Lösungsprobleme, also in ihrem Leben zu thematisieren, sondern sie schreiben, um dem Leser ein Türchen zu öffnen. Sie sind also leserbezogene Autoren. Das kann man dann auch machen. Man kann also versuchen, wenn man dem Text eine Bedeutung gibt, immer das Verhältnis zwischen Leser und Autor zu reflektieren oder man geht ganz konkret nur von seinen eigenen Empfindungen aus, die man beim Lesen eines Textes hat. Diese beide Möglichkeiten haben also mit der, Leser  bzw. Autoren oder allgemeiner Reflexion (Rezeption) zu tun. Das ist das, was also auch möglich ist, um dem Text eine Bedeutung zu geben. Welche Bedeutung hat ein Einkaufszettel für mich? Welche Bedeutung hat der Streit zwischen 2 Brüdern für mich selbst? Habe ich daraus etwas gewonnen? Eine Lebensweisheit? Kann ich dem Text so eine Bedeutung geben und mitteilen, das kenne ich aus meinem eigenem Leben? Das kenne ich aus dem Leben meines Freundes oder aus meiner Familie. Und schließlich, das ist das, was viele Schüler dann auch brauchen, sie bearbeiten einen Text so, wie der Lehrer es erwartet. Sie gehen also von sich weg, sie gehen vom Autoren weg, sie gehen vom Text weg, sie gehen von ihren eigenen Erwartungen und Leseerfahrungen weg und versuchen knallhart das niederzuschreiben, was im Unterricht der Lehrer ihnen über diesen Text erzählt hat. Dann hat der Text für sie, sozusagen, eine Bedeutung in 2. Instanz. Er geht sie gar nichts an, sie reden sozusagen mit den Worten des Lehrers den Text neu. Sie kauen ihn wieder. Das EH heißt Erwartungshorizont. Der Lehrer schreibt einen Erwartungshorizont auf und der Schüler bemüht sich diesen Erwartungshorizont zu erfüllen. Der Text hat insofern nur die Bedeutung eines Vehikels, in dem er sozusagen in den Erwartungshorizont eintauchen möchte, weil dann glaubt er die gute oder bessere Note zu bekommen. Und viele Lehrer agieren auch so und bringen ihre Schüler dann auch in diese Richtung. Es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er diesen Weg gehen möchte. Zum Zwecke guter Noten ist das natürlich sehr zu empfehlen, immer zu versuchen, das zu verstehen, was der Lehrer an Textbedeutung in den Text hinein legte und dann kann man also diesen Text ein 2. Mal einlesen.  Schließlich, das ist auch noch eine Möglichkeit dem Text Bedeutung zu geben, wenn man das in einen allgemeinen gesellschaftlichen Kontext stellt, sich selbst heraus nimmt und in dem Text selbst, auch Christa Wolf hat solche Bücher geschrieben mit dem geteilten Himmel oder mit dem Störfall, wo das Subjekt nur ein Vehikel ist, um allgemeine gesellschaftliche Prozesse deutlich zu machen. Auch allgemeine Erwartungen in den Text selbst hinein zu legen und sich heraus zu nehmen, den Text als Vorbild zu betrachten, den Leser herauszunehmen und den Lehrer heraus zu nehmen, sondern ganz allgemein über das, was in dem Text objektiv berichtet wird, zu reflektieren und dem Text in dieser Hinsicht eine Bedeutung zu geben. So viel zum Begriff der Textbedeutung.

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3 Kommentare
  1. Default

    wenn du nicht vor der Kamera bist sieht es besser aus

    Von Skirocoo, vor 4 Tagen
  2. Chaosbewaeltiger

    liebe anna sophie! sofatutor bietet 235 lehrvideos zu dem von dir gesuchten thema an. einfach oben ins suchfeld eingeben - und dann eins auswählen. ich habe auch einige produziert, manche nur schwarz-weiß, doch nicht weniger lehrreich als die bunten. viel erfolg!

    Von Robert Knorr, vor fast 3 Jahren
  3. Default

    Ganz gut erklärt.. nur ich suche ein Video über Erörterung.. natürlich weiß ich das diese Videos aufeinander aufbauen. Dennoch sprechen sie auch in anderen Videos immer wieder Erörterung an, aber gehen nicht weiter darauf ein.

    Von Anna Sophie, vor fast 3 Jahren