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Transkript Inhaltsanalyse – Gesamtidee und Aufgabenstellung

Guten Tag liebe Lernende, in diesem Lehrvideo geht es jetzt darum, den 1. Teil der Inhaltsanalyse vorzunehmen. Ich hatte bereits im Eingangsvideo erklärt, dass wir jetzt 4 Lehrvideos dazu sehen werden. Das 1. Lehrvideo beinhaltet die beiden Abschnitte: Aufgabenstellung und Gesamtidee. Kommen wir zum 1. Teil, zur Aufgabenstellung. Wenn man eine Analyse vornimmt, dann geht es erst einmal darum, zu wissen was ich denn hinsichtlich der Aufgabenstellung überhaupt analysieren soll. Und das bedeutet, dass die Aufgabenstellung mir Signalwörter anzeigt, die ich dahin gehend abklopfen und mir vergegenwärtigen muss, damit ich weiß in welche Richtung meine Analysetätigkeit vorzugehen hat. Weil nicht immer muss man alles tun, was sozusagen ein Analyseraster verlangt. Manchmal reicht es auch, sich konkret auf das zu beschränken, was in der Aufgabenstellung konkret gefragt oder gefordert wird. So schauen wir uns das jetzt hier an einem konkreten Beispiel an. Ich habe eine Aufgabenstellung formuliert, wie sie in jedem Lehrbuch oder in jedem Aufsatz erfolgen kann: Analysieren Sie folgenden Text Goethes. Das ist die zentrale Aufgabenstellung, das bedeutet, ich muss also hier eine Analyse vornehmen, eine vollständige Analyse. Jetzt wird diese Aufgabenstellung noch spezifiziert durch das Signalwort "insbesondere", das uns auf diesen Teil lenkt. Ich lese vor: Gehen sie dabei, also während der Analyse, insbesondere auf die Subjekt-Objekt-Problematik ein. Die Signalwörter lauten also "analysieren", "Goethe" und "Subjekt-Objekt-Problematik". Das sind die Kernbereiche der Aufgabenstellung. Dazu wird der Text geliefert, durch dieses T angezeigt, ein Zitat Goethes: Dichter gleichen Bären, die immer an eigenen Pfoten zehren. Aufgabenstellung, diesen Text analysieren, dazu erfolgt zuerst eine Formanalyse. Und hier konkret zur Inhaltsanalyse, auf die ich mich in diesem Video beschränken möchte, bedeutet das, dass ich die Sinnträger dieses Textes erschließen muss. Das kann ich tun, indem ich 2 Varianten ins Auge fasse. Zum einen klopfe ich jeden einzelnen Begriff des Textes ab und versuche, Subjekt, Prädikat und Objekt erst einmal zu bestimmen, damit ich die grammatikalische Funktion der einzelnen Wörter vor mein geistiges Auge ziehe. Oder ich versuche die Gesamtidee des Textes intuitiv zu erfassen und weise dann aufgrund meines Gefühls, einzelnen Sinnträgern eine Bedeutung zu, die vielleicht schon sehr weit ins Interpretatorische hineingeht. Der 1. Teil ist  für die Schüler besonders geeignet, die eher nicht so gute Leistungen im Fach Deutsch besitzen. Der 2. Teil oder die 2. Möglichkeit ist dann den Schülern vorbehalten, die eher bessere Leistung haben, die also ein besseres Sprachgefühl haben. Wer nicht so gut ist, hält sich am Besten an das Analyseraster und geht ganz systematisch vor, indem mal also in dem Text, erst einmal knallhart bestimmt: Subjekt, Prädikat, Objekt und dann die einzelnen Beziehungen im Satz analysiert und da zu Ergebnissen kommt. Und dann kommt er ja ganz automatisch zum Subjekt, zum Objekt und dann kann er die Dinge zusammenführen oder er kann sie eben auch beschränken. Das erst mal zur Aufgabenstellung, kommen wir jetzt zur Gesamtidee des Textes. Kommen wir zum Teil 2 des Lehrvideos, es geht jetzt um die Gesamtidee. Das bedeutet, wir werden uns jetzt mit diesem Text etwas näher beschäftigen, der relativ einfach ist. Und wenn ich schon beim Wörtchen "relativ" bin, wir haben hier ein Relativpronomen, das uns anzeigt, das dieser Teil eine Nebensatzkonstruktion ist und sich auf Bären bezieht. Nun könnte Bären selbst das Subjekt sein, allerdings haben wir im Deutschen ganz oft eine SPO-Stellung, also Subjekt-Prädikat-Objekt und es ist in der Regel so, dass der 1. Genannte, den Zweitgenannte bestimmt. So ist es auch hier, Dichter werden zwar mit Bären verglichen, dementsprechend auf eine Ebene gestellt. Aber letztendlich geht es darum, dass die Dichter selbst, also das Subjekt des Satzes abgeben und die Bären nur in einem Vergleichspunkt geholt werden. Auch noch angezeigt durch das Prädikat "gleichen", auf die sich dann im Nebensatz bezogen wird. So lautet der Kernsatz: Dichter gleichen Bären. Damit haben wir eine Subjekt-Objekt-Beziehung schon im Hauptsatz festgestellt, dass zwischen dem Dichter und den Bären ein Vergleichswort gefunden wird, wodurch ein Vergleich markiert ist und die Subjekt-Objekt-Problematik schon mal angedeutet wird. Über die Bären wird dann im Nebensatz noch etwas ausgesagt, durch Komma und durch Relativpronomen angezeigt. So damit haben wir den 1. Teil schon gehabt. Das ist jetzt aber die Gesamtidee dieses Textes. Worum geht es? Es geht, wenn man die Gesamtidee analysieren will immer darum, zu erkennen welches Verb bezieht sich in 1. Hinsicht auf das Subjekt. Wenn wir das Subjekt festgelegt haben und festgestellt haben, ist es dann leicht das dazugehörige Prädikat zu finden und damit haben wir schon die Kernaussage in einem Text festgelegt. Wenn jetzt hier der Dichter versuchen würde Bären zu schießen, dann ist das was anderes, als wenn wir sagen: Dichter gleichen Bären. Wenn wir sagen, Dichter versuchen etwas mit den Bären, dann entsteht eine größere Distanz zu dem Objekt, als wenn ich dieses Wörtchen gleichen einsetze. Dichter gleichen Bären bedeutet nichts anderes, als wenn zwischen Subjekt und Objekt eine ziemlich enge Bindung hergestellt wird. Währenddessen ein anderes Prädikat die Abständlichkeit zwischen dem Subjekt und dem Objekt sozusagen vergrößert. Dichter gleichen Bären heißt Dichter = Bären, könnte man auch einsetzen. Subjekt = Objekt Fragezeichen, können wir uns als kleine Merkoption machen. Fragezeichen, "die" Relativpronomen jetzt  zum Objekt. Über das Objekt wird mehr ausgesagt als über das Subjekt. Wirklich? Ist das so? Nein, weil wir hier ein Gleichheitszeichen haben, bedeutet die Aussage, die wir im Relativsatz haben, letztendlich auch eine Aussage über das Subjekt. Und damit sind wir bei der Problematik schon sehr im Ínhaltlichen drinnen. Wenn wir sozusagen die Gesamtidee des Textes, dieses kurzen kleinen Textes erfassen wollen, haben wir jetzt schon festgestellt, zwischen Subjekt und Objekt wird durch das Verb gleichen eine ziemlich enge Beziehung hergestellt, die mit dem Relativsatz scheinbar sich nur auf das Objekt bezieht, doch rückwirkend dadurch an das Subjekt gebunden ist. Das bedeutet im Klartext, wenn wir also diesen kleinen kurzen Text inhaltlich analysieren, dass wir zwischen dem Subjekt und dem Objekt hier schon ein großes Gleichheitszeichen setzen können. Und damit haben wir noch gar nicht viel über die einzelnen Bestandteile des Textes von Goethe ausgesagt, aber wir haben die Gesamtidee hinsichtlich dieser Merkworte, dieses Verbs, das ein Gleichheitsverhältnis ausdrückt und dieses Relativpronomens, was einen Nebensatz zum Teil des Subjektes quasi macht inhaltlich schon festzustellen. Gut, das soll es dazu gewesen sein. Wir haben also die Gesamtidee des Textes schon mal grob erfasst, bevor wir jetzt in die einzelnen Bestandteile der Analyse gehen. Haben wir also schon eine Grundidee zur Schreibung dieses Aufsatzes bzw. zur Erfüllung dieser Aufgabenstellung.

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