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Transkript Formen des richtigen Zitierens

Hallo, ich bin Martina! Und in diesem Video lernst du, wie man richtig zitiert. Das heißt, wie man einzelne Wörter, Sätze oder Textpassagen aus fremden Texten in seinen eigenen Text übernimmt. Ich wünsche dir mit dem Video viel Spaß! Zunächst sollten wir aber klären, was ein Zitat überhaupt ist. Ein Zitat ist ein Text beziehungsweise Textteil, der wortwörtlich oder sinngemäß von einem anderen Autor übernommen wurde und durch eine Quellenangabe belegt wird. Es gibt allerdings auch stark im Sprachgebrauch verankerte Zitate, zum Beispiel Bibelzitate. Die sind in den Sprachgebrauch übergegangen und werden kaum noch als Zitate empfunden. Daher muss man sie auch nicht kennzeichnen. In diesem Video geht es allerdings um Zitate, die auf einen Text oder einen Autor verweisen und deshalb als Zitat gekennzeichnet werden müssen. Die Verwendung von Zitaten ist durch das Urheberrecht geregelt. Zitieren ist nämlich unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt und sogar erwünscht, ohne dass man die Erlaubnis des Urhebers benötigt oder etwas für die Verwendung des Textes bezahlen muss. Das Zitat muss in einer Fußnote oder direkt im Text auf den Originaltext verweisen. Die Quellenangaben werden aber in einem anderen Video konkreter behandelt. Das Urheberrechtsgesetz regelt jedenfalls die Verwendung und Kennzeichnung von Zitaten. Der §51 des Urheberrechtsgesetzes sagt zum Beispiel: "Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn 1. einzelne Werke nach der Veröffentlichung in ein selbstständiges, wissenschaftliches Werk zur Erläuterung der Inhalts aufgenommen werden, 2. Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbstständigen Sprachwerk angeführt werden, 3. einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbstständigen Werk der Musik angeführt werden." Man unterscheidet Zitate in wörtliche und in sinngemäße Zitate. Bei wörtlichen Zitaten wird der Text oder die Textpassage eines Autors Wort für Wort mit allen Satzzeichen und so weiter übernommen. Wörtliche Zitate sollten bewusst aufgrund ihrer Aussagekraft gewählt werden. Wenn du zum Beispiel in einer Textanalyse bestimmte Thesen mit Beispielen aus dem Originaltext belegen willst, dann zitierst du wörtlich. Für die Darstellung wörtlicher Zitate gibt es bestimmte Regeln. Wörtliche Zitate werden durch Anführungszeichen begonnen und beendet. Manchmal stehen im Originaltext auch Wörter oder Textpassagen in Anführungszeichen. Diese Markierung muss natürlich übernommen werden, denn der Autor verfolgt damit ja einen bestimmten Zweck. In deinem Zitat ersetzt du die Anführungszeichen allerdings durch einen Apostroph. Bei handschriftlichen Arbeiten, zum Beispiel Klausuren, solltest du für längere Zitate eine neue Zeile beginnen, da der Text dann übersichtlicher wird. Bei Arbeiten, die am PC geschrieben werden, rückt man längere Zitate ein, das heißt man beginnt circa 1cm vom linken Schriftrand. Zur Abhebung kann man außerdem eine Kursivschrift wählen. Wörtliche Zitate müssen immer sehr genau übernommen werden und man muss am Ende immer prüfen, ob sich nicht vielleicht doch ein Fehler eingeschlichen hat. Sehen wir uns doch einfach mal ein Beispiel für ein wörtliches Zitat an. "Am Holzmarkt stiegen wir aus und gingen zu Fuß über den Altstädtischen Graben hinunter. Ein windstiller Nachsommerabend. Die Glocken der Altstadt bronzierten wie immer gegen acht Uhr den Himmel. Glockenspiele, die Tauben aufwölken ließen: Üb immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab'. Das klang schön und war zum Weinen." Manchmal haben sich auch in den Originaltext Fehler eingeschlichen. Wenn du in dem zu zitierenden Text einen solchen Fehler entdeckst, musst du kennzeichnen, dass es sich um einen Fehler im Originaltext handelt und nicht um einen Schreibfehler von dir. Auf keinen Fall solltest du aber den Fehler in deiner Arbeit korrigieren. Du schreibst das Wort einfach so ab wie es im Originaltext steht und schreibst dann dahinter [sic]. sic kommt aus dem Latein und bedeutet "so" bzw. "wirklich so". Auch hierzu ein Beispiel. Beim Weitsprung mus [sic] man darauf achten... Bei "mus" fehlt ein s, aber der Fehler im Text wurde gekennzeichnet und der Leser weiß, dass das ein Fehler im Originaltext ist. Oft findest du in Texten auch Hervorhebungen. Wenn Autoren einzelne Wörter oder Textpassagen in ihrem Text zur Hervorhebung in Fettdruck oder kursiv schreiben bzw. unterstrichen haben, muss man die Hervorhebung übernehmen. So wie in dem Beispiel: Der Rohbau wurde im April eingeweiht. Man kann natürlich auch eigene Hervorhebungen in den Text einfügen. Sie müssen dann aber mit dem Zusatz "Hervorhebung des Verfassers", welcher abgekürzt und in eckigen Klammern hinter der Hervorhebung steht, versehen werden. Zum besseren Verständnis des Zitats kann man auch Ergänzungen einfügen. Dies ist sinnvoll wenn zum Beispiel zum Verständnis nötige Informationen an anderer Stelle im Text genannt werden. Man kann diese Ergänzung dann in das Zitat einfügen. Es muss allerdings als Ergänzung des Verfassers gekennzeichnet werden. Das kann zum Beispiel so aussehen: "Er [der Orang-Utang, d. Verf.] blickte mit traurigen Augen durch die Gitterstäbe." Bei wörtlichen Zitaten muss man also sehr darauf achten, dass man den Originaltext korrekt übernimmt und dass eventuelle Änderungen entsprechend gekennzeichnet wurden. Etwas anders ist es bei den sinngemäßen Zitaten. Sinngemäß zitieren heißt, dass man die Gedanken anderer Autoren frei übernimmt und mit eigenen Worten formuliert. Bei sinngemäßen Zitaten wird also nicht wortwörtlich der Originaltext übernommen, sondern nur die Idee oder der Gedanke des Autors. Sinngemäße Zitate stehen daher nicht in Anführungszeichen. Dennoch müssen sie durch Fußnoten oder innerhalb des Textes gekennzeichnet werden und auch ihr Umfang muss erkennbar sein, das heißt der Leser muss nachvollziehen können welche Textstellen sinngemäße Zitate sind und welche die eigenen Gedanken. Auch hierzu gibt es wieder ein Beispiel: Die Figur des mittleren Helden beeinflusst auch das Handeln der übrigen Romanfiguren. Die Hauptfigur Waverley erfüllt nur teilweise die Ansprüche des Leser an den romantischen Helden... Statt Texten kann man aber auch Grafiken, Tabellen oder ähnliches übernehmen. Die Vorgehensweise unterscheidet sich nicht von der bisherigen. Man kann entweder eine Abbildung direkt übernehmen oder abändern. Wichtig ist aber, dass der Urheber genannt wird und dass eventuelle Änderungen gekennzeichnet sind. Fassen wir zum Schluss noch mal zusammen. Es gibt wörtliche und sinngemäße Zitate. Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen. Vorhandene Anführungszeichen werden durch Apostroph ersetzt. Längere Zitate werden eingerückt. Fehler im Originaltext kennzeichnet man mit [sic]. Hervorhebungen durch den Autor werden übernommen. Eigene Hervorhebungen werden durch [Herv. d. Verf.] gekennzeichnet. Ergänzungen werden ebenfalls als Ergänzungen des Verfassers gekennzeichnet. Bei sinngemäßen Zitaten übernimmt man die Gedanken des Autors und formuliert sie aber mit eigenen Worten. Sie stehen daher auch nicht in Anführungszeichen. Abbildungen können auch Zitate sein. Zu allen Zitaten gehört eine Quellenangabe. Zitate muss man am Ende auf ihre Richtigkeit prüfen. Ich hoffe, dir hat das Video gefallen. Bis zum nächsten Mal, Martina.

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1 Kommentar
  1. Default

    hi

    Von Platti, vor etwa 3 Jahren