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Transkript „Die Verwandlung“ – Überblick (Kafka)

Hallo, ich bin Lena, und in diesem Video geht es um "Die Verwandlung" von Franz Kafka. Ich werde den Inhalt der Erzählung zusammenfassen, auf die handelnden Personen eingehen und anschließend verschiedene Interpretationsansätze nennen. Es wäre gut, wenn du dich schon einmal mit Kafkas Biografie oder seinen Werken beschäftigt und die Erzählung schon gelesen hättest oder noch lesen würdest. „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.", lautet der erste Satz und zugleich der Plot von "Die Verwandlung". In 3 Abschnitten werden nun die Auswirkungen derselben auf die Familie Samsa geschildert. Gregor hat die Rolle des Familienernährers inne. Er ist reisender Tuchhändler, zwar sehr unglücklich mit diesem anstrengenden Beruf, aber stolz darauf, den Eltern und der Schwester das Leben finanzieren und die Schulden des Vaters abtragen zu können. Sind diese Schulden bezahlt, was allerdings noch einige Jahre dauern wird, möchte er kündigen. Am Morgen seiner Verwandlung hätte er eigentlich eine Reise antreten sollen, verschläft aber. Nachdem seine Familie gemerkt hat, dass er noch viel zu spät im Haus ist, reden Mutter, Vater und die Schwester Grete von unterschiedlichen Seiten des Zimmers durch Türen auf ihn ein, bis schließlich der Prokurist des Geschäftes, für das Gregor arbeitet, kommt, um sich nach den Gründen für dessen Abwesenheit zu erkundigen. Seine Drohung mit Kündigung veranlasst Gregor dazu, unter größter Mühe sein Bett zu verlassen, die Tür auszuschließen und aus dem Zimmer zu Vater, Mutter und dem Prokuristen herauszutreten. Der Prokurist flieht nun bei Gregors Anblick aus der Wohnung. Indem der ihn aufhalten möchte, erschreckt er die Mutter, und der Vater treibt ihn mit Stock, Zeitung, Zischlauten und schließlich mit einem Tritt zurück ins Zimmer. In diesem ersten Abschnitt erleidet Gregor verschiedene Verletzungen an Unterleib, Mund, Körperseite und Beinen.  Im 2. Abschnitt gewöhnen die Familienmitglieder sich allmählich an die Situation. Die Schwester übernimmt die Verantwortung für Gregor. Sie füttert ihn mit Speiseresten und räumt sein Zimmer auf, das sie als einziges Familienmitglied noch betritt. Gregor lernt, mit seinem neuen Körper umzugehen, erholt sich schnell von seinen Verletzungen und verhält sich zunehmend tierischer, kriecht beispielsweise an den Wänden des Zimmers entlang. Vom Familienleben ist er ausgeschlossen. Gespräche zwischen den übrigen Familienmitgliedern kann er allenfalls durch geschlossene Türen belauschen. Betritt Grete das Zimmer, versteckt er sich unter dem Kanapee, um ihr seinen Anblick zu ersparen. Unter anderem darin wird die Liebe Gregors zu seiner Schwester deutlich. Außerdem erfährt der Leser, dass er der musikbegabten Grete zu Weihnachten den Eintritt in ein Konservatorium ermöglichen wollte, obgleich das einen finanziellen Kraftakt für ihn bedeutet hätte. Es stellt sich weiterhin heraus, dass die Familie über finanzielle Rücklagen verfügt, von denen Gregor nichts wusste, und auch, dass der Vater nicht arbeitsunfähig ist, wie er angenommen hatte. Gegen Ende des 2. Abschnittes betritt die Mutter in Abwesenheit des Vaters erstmalig seit der Verwandlung Gregors Zimmer. Sie und die Schwester entfernen die Möbel aus dem Zimmer, um Gregor mehr Raum zum Umherkriechen zu geben. Als er sich zeigt, um ein Bild zu retten, erleidet die Mutter einen Schwächeanfall und die Schwester droht Gregor erstmals. Als der Vater ihn bei seiner Rückkehr außerhalb des Zimmers antrifft, bewirft er ihn mit Äpfeln, wovon einer im Rücken Gregors stecken bleibt. Nach diesem letzten verheerenden Wurf stoppt die Mutter den Vater und fleht ihn an, das Leben des Sohnes zu verschonen.  Der 3. Abschnitt setzt nun einen Monat nach diesem Ereignis an. Die Familie lässt Gregor wieder minimal an ihrem Leben teilhaben, öffnet nämlich abends ein wenig die Tür zum Wohnzimmer und lässt ihn sie so beobachten und belauschen. Mittlerweile arbeiten auch die Mutter und die Schwester, die sich nun nicht mehr so sorgfältig um Gregor kümmert. Sein Zimmer verwahrlost und verkommt zur Abstellkammer. Dass er kaum mehr isst, nimmt niemand zur Kenntnis. Durch den Apfel in seinem Rücken und die zunehmende Masse an abgestellten Gegenständen kann er sich auch nicht mehr frei im Raum bewegen. Als die Familie ein Zimmer der Wohnung an drei Zimmerherren untervermietet, bleibt fürdem seine Tür wieder verschlossen. An einem Abend nun vergisst die neue Bedienerin, die einzige, die von Gregor weder eingeschüchtert noch abgestossen scheint, die Tür wieder zu schließen und er kann beobachten, wie die Herren zunächst am Familientisch ihr Abendessen einnehmen und später die Familie sich im Wohnzimmer versammelt, als um ein Violinenspiel von Grete gebeten wird. Völlig im Bann der Musik verlässt Gregor sein Zimmer. Nachdem er entdeckt worden ist, kündigen die Mieter ihr Zimmer und die Familie ist sich einig darüber, dass das Ungeziefer weg muss. Sie sprechen von ihm auch nicht mehr als "Gregor", da vor allem die Schwester der Meinung ist, dieser hätte unter solchen Umständen die Familie längst zu deren Erleichterung verlassen. Nachdem er in sein Zimmer zurückgekehrt ist, sperrt die Schwester ihn ein. In der Nacht stirbt Gregor friedlich. Nachdem die Bedienerin am Morgen seinen Tod festgestellt hat, blüht die Familie auf. Der Vater wirft die Zimmerherren hinaus und sowohl er als auch die Mutter und Grete nehmen sich einen freien Tag, um sich von den Anstrengungen der letzten Monate zu erholen. Sie machen einen Ausflug, planen einen Umzug in eine kleinere und praktischere Wohnung, und die Eltern überlegen sich, dass es an der Zeit wäre, die zur jungen Frau herangewachsene Grete zu verheiraten. Gregor Samsa ist der Ernährer seiner Familie. Als er eines Morgens feststellen muss, dass er unter ungeklärten Umständen zum Ungeziefer mutiert ist, verkehrt sich seine Stellung innerhalb der Familie. Vom Versorger wird er zur Belastung. Seiner Schwester Grete wollte er als Weihnachtsüberraschung den Eintritt ins Konservatorium finanzieren. Sie übernimmt seine Fütterung und die Reinigung seines Zimmers. Im Laufe der Erzählung wird aber deutlich, dass sie diese Rolle weniger Gregor zuliebe, sondern aus kindlichem Stolz heraus übernimmt. Mit der Zeit vernachlässigt sie Gregor dementsprechend, lässt auch nicht zu, dass ein anderer die Arbeit erledigt und kommt schließlich zu dem Schluss, das Ungeziefer sei gar nicht ihr Bruder und müsse weg.           Der Vater wird von Anfang an als Bedrohung für den verwandelten Gregor dargestellt, sls er ihn in sein Zimmer zurücktreibt und später mit Äpfeln bewirft. Erschien er, während Gregor noch arbeiten konnte, stets zu schwach und alt zum Arbeiten, ist er doch der Erste, der nach der Verwandlung eine Anstellung bekommt. Er fordert viel Aufmerksamkeit und Fürsorge von den beiden Frauen, verhält sich aber beispielsweise den Untermietern gegenüber unterwürfig, wie es auch Grete und die Mutter tun. Jene sorgt sich am längsten um Gregor, hofft auf eine Genesung ihres Sohnes und stoppt im 2. Abschnitt ihren Mann nach dem verheerenden Apfelwurf. Allerdings fühlt sie sich schon alleine vom Anblick des Ungeziefers bedroht und leidet gesundheitlich unter der Aufregung, die dieser mit sich bringt. Kafka bat bei der Publikation von „Die Verwandlung" darum, das Ungeziefer nicht bildlich darzustellen. Tatsächlich ist in der Erzählung auch nie von einem spezifischen Insekt, sondern immer nur von dem allgemeinen Ungeziefer die Rede und gleichwohl die Beschreibung des verwandelten Gregors, wie die eines überdimensionalen Käfers anmutet, transportiert der offene Begriff des Ungeziefers den Charakter der Verwandlung ganz anders, als ein spezifisches Insekt. Im Laufe der Zeit gab es unterschiedliche Interpretationsansätze für „Die Verwandlung". So werden die Metamorphose und ihre Folgen beispielsweise als masochistische Selbsterniedrigung verstanden, als Selbstentfremdung, Selbstverleugnung oder Stigmatisierung. Auch eine religiöse Sühnefantasie könnte man in der Verwandlung erkennen oder ein Abbild gesellschaftlicher Verhältnisse durch die Darstellung der Familie. Zudem wird häufig Kafkas komplizierte Beziehung zu seinem Vater in die Interpretation mit einbezogen. Ich hoffe, du hast alles verstanden und das Wichtigste behalten können. Auf Wiedersehen vielleicht! Lena   

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