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Weimarer Klassik 05:29 min

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Transkript Weimarer Klassik

Hallo, ich bin Lena. In diesem Video geht es um die Weimarer Klassik. Ich werde dir zunächst die verschiedenen Definitionen für diese Literaturepoche erklären, anschließend auf ihre Hintergründe eingehen, typische Kennzeichen aufführen und einige Werke der vier großen klassischen Autoren nennen. Es wäre gut, wenn du dich schon mit der Renaissance, der Aufklärung und dem Sturm und Drang beschäftigt und ein ungefähres Bild vom Europa beziehungsweise Deutschland des späten 18. Jahrhunderts hättest. Innerhalb jeder europäischen Nationalliteratur gibt es eine klassische Phase. Das bedeutet, eine Phase, in der besonders kulturprägende Werke entstehen. In Italien handelt es sich dabei um die Renaissance, in England um das Elisabethanische Zeitalter und in Deutschland um die Weimarer Klassik. Dieser Begriff evaluierte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts. Die Klassiker selbst verwendeten ihn noch nicht. Kulturelle Zentren der Zeit waren Weimar und Jena. Es gibt zwei unterschiedliche Auffassungen der Epoche.  Erstens kann damit gemeint sein der Zeitraum, in dem das sogenannte Viergestirn Goethe, Schiller, Wieland und Herder sich literarisch mit den Ideen der Klassik auseinandersetzte. Diese Definition ist allerdings missverständlich, suggeriert nämlich einen hohen Grad an Übereinstimmung in den Werken dieser vier Autoren oder einen besonderen künstlerischen Austausch, was aber tatsächlich lediglich zwischen Goethe und Schiller gegeben ist. Die zweite Definition beschränkt die Weimarer Klassik dann auch auf die Zeit der ästhetischen Allianz dieser beiden Autoren. Demnach beginnt die Epoche 1786 mit Goethes Reise nach Italien und endet 1805 mit dem Tod Schillers.  Im Zeitalter der Renaissance und der französischen Klassik hatte man die Antike bereits zum Ideal erhoben. Während diese Tendenzen Anfang des 18. Jahrhunderts in Europa eigentlich wieder abklangen, entdeckte Goethe auf seiner Italienreise die Antike mit ihren Idealen und ihrer strengen Ästhetik für sich. Nach ihrer rebellischen Phase des Sturm und Drang und den negativen Erfahrungen mit der Französischen Revolution entwickelten insbesondere Schiller und Goethe innerhalb eines regen Briefwechsels folgende Ideen und Ideale: Ein Staat, der aufklärerischen Idealen gerecht wurde, musste durch eine evolutionäre, langsame Entwicklung erreicht werden, statt durch einen revolutionären Umbruch. Die Gesellschaft in einem solchen Staat sollte durch Harmonie geprägt sein. In diesem Punkt wird die Abwendung von der Individualität des Sturm und Drang besonders deutlich. Schönheit und das Gute stehen in einer Art Wechselwirkung. Das Gute ist schön und durch das wahrhaft Schöne wird der Mensch zur Humanität, also zum Guten, erzogen. Kunst stellt somit eine ästhetische Erziehung dar, die das Individuum auf seine Rolle in der Gesellschaft vorbereitet. Pflicht, Wille und Handeln eines Menschen sollen einander im Idealfall ergänzen, die Vernunft seinen natürlichen Trieben überlegen und er somit frei sein. Aufgabe des Künstlers ist nicht die Abbildung einer Wirklichkeit noch der Transport einer spezifischen Moral. Stattdessen geht es den Klassikern um zeitlose Wahrheit. Und zwar handelte es sich nach ihrer Theorie dann um Wahrheit, wenn durch künstlerische Verarbeitung eines individuellen, subjektiven Aspektes etwas von allgemeiner Gültigkeit erkennbar wurde. Im Zuge der antiken Vorbilder fand auch eine Rückbesinnung auf Formstrenge und somit eine Abkehr von der derben Freiheit des Sturm und Drang statt. Umgangs- oder gar Vulgärsprache wurde verbannt, stattdessen ein durchgängig hohes Sprachniveau eingehalten, Verse nach regelmäßiger Metrik aufgebaut und in der Dramatik wieder auf die drei Aristotelischen Einheiten sowie den pyramidalen Aufbau zurückgegriffen. In der Harmonie zwischen formaler Sauberkeit und inhaltlicher Schönheit sahen die Klassiker vollendete künstlerische Gestaltung nach dem Vorbild der griechischen Antike. Bedeutende Werke Christoph Martin Wielands sind zum Beispiel der Roman "Die Geschichte des Abderiten" oder der Roman "Geheime Geschichte des Philosophen Peregrinus Proteus". Von Johann Gottfried Herder wären das beispielsweise, "Terpsichore" oder "Kalligone". Von Johann Wolfgang von Goethe das Drama "Iphigenie auf Tauris" oder "Faust. Eine Tragödie". Und von Friedrich Schiller etwa "Maria Stuart" oder "Wilhelm Tell". Ich hoffe, du hast alles verstanden und das Wichtigste behalten können. Auf Wiedersehen, vielleicht. Lena.                                                        

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6 Kommentare
  1. Image

    Super, danke!

    Von Denise M., vor 2 Monaten
  2. Default

    Ich finde der Titel des Videos wird nicht dem Inhalt gerecht.
    Es fehlt eine Untergliederung in: Vorklassik, Frühklassik und Hochklassik. Zählen nach ihr doch auch beispielsweise Lessing (Vorklassik), Moritz (Frühklassik) oder auch Humboldt(Hochklassik), der zurzeit Goethes und Schillers mitwirkte.

    Liebe Grüße!

    Von Die Amanda, vor fast 4 Jahren
  3. Avatar2

    Ach ja.. Stimmt. Danke dir, ich änder das.
    Und freut mich sehr, dass dir das Video so geholfen hat.

    Von Lena Knaudt, vor mehr als 5 Jahren
  4. Foto 41

    Nun ja die Formulierung an sich ist verständlich: Zwischen gegebenen Beispielmerkmalen von Drama, Gedicht und Prosatext soll jene erkannt werden, die nicht denen der Weimarer Klassik zuzuordnen ist.

    Um den Inhalt des Videos zu zitieren (Es geht um die Formstrenge):
    "Umgangs- oder gar Vulgärsprache wurde verbannt, stattdessen ein durchgängig hohes Sprachniveau eingehalten, Verse nach regelmäßiger Metrik aufgebaut, und in der Dramatik wieder auf die drei aristotelischen Einheiten, sowie den pyramidalen Aufbau zurückgegriffen."

    Nach dem Ausschlussverfahren bleiben die 'Kreativen Neologismen innerhalb eines Prosatextes' übrig, korrekt (also kein Element der Formstrenge) ist aber die 'Regelmäßige Metrik innerhalb eines Gedichts'. Ich möchte widersprechen!

    (Übrigens super Video, hat mir bei der Vorbereitung auf mein Leistungskurs-Deutsch Abitur sehr geholfen! Auch wenn ich mich letztendlich für ein Thema über Hertha Müllers Atemschaukel entschieden habe, das sogesehen überhaupt kein literaturepochales Hintergrundwissen vorraussetzte...)

    Von Lena D., vor mehr als 5 Jahren
  5. Avatar2

    Meinst du nur die komische Formulierung oder steh ich auf der Leitung? Danke schonmal von Lena zu Lena.

    Von Lena Knaudt, vor mehr als 5 Jahren
  1. Foto 41

    Lena an Lena: Ich glaube an der Frage stimmt etwas nicht!

    Von Lena D., vor mehr als 5 Jahren
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