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Transkript Kommasetzung (Vertiefungswissen)

Guten Tag, liebe Lernende. In diesem Lernvideo geht es um die Kommasetzung für Fortgeschrittene. Wir wollen uns mit einigen Wörtern beschäftigen, die zwangsläufig zur Setzung von Kommas führen. Und beginnen mit dem Wörtchen "als", das zweierlei Charakter besitzt. Zum einen tritt es als Vergleichspartikel auf, also es vergleicht zwei Dinge miteinander, die verschieden sind. Er oder sie ist größer als Karl, bedeutet, dass sie und Karl in puncto Größe verschieden voneinander sind. Das andere Vergleichswort lautet "wie". Sie ist so groß wie Karl. Also da sind sie beide gleich groß. Was bedeutet das jetzt allerdings für die Kommasetzung. Nein, hier folgt kein Komma, weil "als" als Vergleichspartikel letztendlich eine enge Bindung an das Subjekt aufweisen kann. Jetzt setzen wir einmal ein neues Wort ein: Sie ist größer als Karl geworden. Jetzt steht hier so etwas wie ein Quasi-Infinitiv und das könnte doch dazu führen, dass wir "als" mit einem Komma abtrennen müssten. Müssen wir aber in dem Fall nicht, weil das "ist" und das "geworden" zusammen geworden. Dementsprechend lautet der Satz: Sie ist größer als Karl geworden. Und das bedeutet, dass an der eigentlichen Aussage des Vergleiches sich nichts geändert hat. Es gibt also ein Verb und dieses Verb lautet "ist geworden". Es ist geteilt. Kein Komma. Jetzt setzen wir noch ein Verb dazu. Kein Infinitiv sondern ein "ist". Was passiert jetzt mit diesem Satz? Sie ist größer als Karl geworden ist. Jetzt haben wir 2 gebeugte Verbformen und es sind auch 2 verschiedene Aussagen. Nämlich einmal: Sie ist größer geworden. Und: Karl ist geworden, allerdings kleiner. Und das "als" fungiert hier zwar auch noch als Vergleichspartikel, aber es muss jetzt abgetrennt werden, weil wir jetzt sozusagen hier einen Vergleich haben, der mit einem anderen Verb in den Gegensatz zum Hauptsatz geführt wird. Und damit muss es also abgetrennt werden. Hier hinten fehlt noch ein Punkt. Und das ist das Erste. Dann gibt es noch andere Wörter, die alle in ein Raster passen. Das sind die Konjunktionen "anstatt", "außer", "statt", hänge ich einmal dazu, weil das oft synonym verwendet wird, und "um". Die können alle auch als Präpositionen auftreten. Vergleichspartikel und Konjunktion und hier Konjunktion und Präposition. Alle diese Konjunktionen wirken auf das Verb oder auf ein Verb. Und um das deutlich zu machen, trennt man sie, wenn sie gebraucht werden, durch ein Komma ab. Also: Er geht zur Schule, anstatt einzukaufen. Er tut alles für die gute Note, außer zu lernen. Vor das "außer" kommt ein Komma. Er fuhr mit dem Fahrrad, um schneller da zu sein. Kommt vor dem "um" ein Komma. Statt das Gleiche wie anstatt. Das bedeutet, wir haben immer, in allen Fällen um das Komma einzusetzen, eine Infinitivgruppe. Einkaufen, fahren, gehen, irgendein Verb mit einem Infinitiv, wo noch etwas dazusteht, deswegen Infinitivgruppe, und dann muss das Komma gesetzt werden. Nur für diesen Fall. Als, anstatt, außer, um, statt - das sind die 5 Merkworte, die wir uns merken müssen, bevor wir ein Komma setzen dürfen. Bei "als" nur, wenn es als Konjunktion auftritt und nicht, wenn es als Vergleichspartikel auftritt. Sobald es als Vergleichspartikel auftritt und sich letztendlich nur auf ein Verb bezieht, muss das "als" nicht mit Komma versehen werden. Bei den anderen trifft so etwas nicht zu, weil die eben entweder als Präposition auftreten, also auf ein Nomen sich beziehen und dann den Kasus auch nicht ändern, oder sich auf ein Verb beziehen, dann treten sie als Konjunktion auf und dann beziehen sie sich auf das Verb, und zwar auf ein Verb, das im Infinitiv steht und das wird dann abgetrennt von dem eigentlichen Hauptverb im Hauptsatz.   Neben der Verwendung eines Kommas, weil eine Infinitivgruppe steht, gibt es also auch noch die Möglichkeit der Verwendung eines Verweiswortes, das uns deutlich macht, dass hier ein Komma gesetzt werden muss. Allerdings ist das nicht unbedingt eine Muss-Bestimmung. Wenn wir uns z. B. dieses 1. Beispiel anschauen, das lautet: Sie geht sich abkühlen. Hier ist es möglich, kein Komma zu setzen, obwohl eigentlich das "sich" - ein Reflexivpronomen - sich auf das Subjekt bezieht und letztendlich "abkühlen" und "geht" dadurch erst eine wirkliche Verbindung eingehen. "Sie geht sich abkühlen" ist ein durchgehender Prozess und der wird hier letztendlich nicht durch ein Komma unterbrochen. Unser Sprachgefühl sagt uns, dass dort kein Komma hin muss. Dieses Sprachgefühl soll hier auch durch die Regelung berücksichtigt werden. "Sie geht sich abkühlen" ist ein durchgehender Prozess und der wird hier letztendlich nicht durch ein Komma unterbrochen. Anders ist es, wenn wir hier sehen können, bei der Einsetzung dieser hier als Konjunktion fungierenden Buchstabenverbindung U M "um". Sie geht, um sich abzukühlen. Das ist dann eine Begründung, die ist letztendlich auch dadurch vertiefend auf das Subjekt, indem hier also auch ein "zu" eingebunden wird, dann kann man also "abzukühlen geht" nicht mehr als ein Verb begreifen. Es sind also 2 und das wird dann also durch ein Komma abzutrennen sein. Und hier unten haben wir also das mit einem Pronomen und dieses Pronomen verweist auf ein außerhalb des Satzes liegendes Ereignis. Sie geht es - das Bier - abzukühlen. Und dementsprechend muss das also auch abgetrennt werden. Das Verweiswort steckt noch nicht einmal im Satz, sondern das Verweiswort liegt außerhalb des Satzes. Das ist also auch möglich. Entscheidend ist, dass es ein solches Verweiswort gibt oder, wie wir das aus dem Anfang des Lehrvideos kennen, also so eine Konjunktion, die letztendlich dazu führt, dass hier in irgendeiner Weise etwas verbunden wird, was nicht unbedingt gleichartiger Natur ist. Hier oben kann man es freistellen, letztendlich könnte man es aber auch setzen, wenn man das "sich" als Verweiswort für "sie" begreifen könnte. Dementsprechend ist es hier statthaft, ein Komma zu setzen. Grundregel sollte immer sein: Lieber ein Komma zu viel setzen, als eins zu wenig. Weil, wenn man einen Verweis herstellen kann, kann man es auch begründen, falls es in irgendeiner Weise zum Streit führt.

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7 Kommentare
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    super deutsch,Tim21

    Von Jutta Merkt, vor 5 Tagen
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    Tolles video :)

    Von Nathalie Bettschart, vor 12 Monaten
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    ganz gut

    Von Fahdelhajby, vor fast 2 Jahren
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    super gut und das ohne des verabschieden sie haben sich nur aufs wesentliche konzentriert

    Von Fahdelhajby, vor fast 2 Jahren
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    a bissi lauter bitääää nähsea mäl

    Von Tim 21, vor etwa 2 Jahren
  1. Default

    Bitte das nächste Mal ein bisschen lauter sprechen. Danke!

    Von Katharina Foertsch, vor fast 3 Jahren
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    es hilft zwar viel deine viedeos anzuschauen aber es waere angebracht, sich auch zu verabschieden

    Von Bayou Hornet, vor mehr als 3 Jahren
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