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Transkript „Frau Jenny Treibel“ – Inhaltsangabe (Fontane)

Frau Jenny Treibel - Fontane: Inhaltsangabe

Der Roman "Frau Jenny Treibel oder 'Wo sich Herz zum Herzen find't'" von Theodor Fontane ist erstmalig 1892 erschienen. Im sprachlichen Stil einer Komödie und nur halbem Ernst wird dem Leser eine Geschichte erzählt, in deren Zentrum zwei Berliner Familien stehen: die großbürgerlichen Treibels und Professor Schmidt und seine Tochter

Der Roman kreist um die Leitmotive Besitz und soziales Ansehen einerseits und Bildung andererseits. Es geht also um eine Konfrontation zwischen Besitzbürgertum und Bildungsbürgertum. Auch die Dichtung als Bestandteil der Bildung wird thematisiert.

Zu der gut situierten, großbürgerlichen Familie Treibel zählt der Vater, ein Kommerzienrat. Kommerzienrat ist ein Ehrentitel, der in Deutschland vor allem in Zeiten der Monarchie, also bis 1919, verliehen wurde. Träger dieses Titels sind zumeist Persönlichkeiten, die sich um die Wirtschaft verdient gemacht und soziales Engagement gezeigt haben. Treibels Ehefrau heißt Jenny, sie ist die Titelfigur. Sie haben zwei Söhne, Otto und Leopold.

Auf der anderen Seite des Geschehens steht der Gymnasiallehrer Professor Wilibald Schmidt und seine Tochter Corinna. Die Verbindung zwischen den beiden Familien besteht schon seit Jahrzehnten, weil Jenny Treibel und der Professor seit ihrer Jugend befreundet sind.

Zur Vorgeschichte des Romans zählt die Tatsache, dass Wilibald Schmidt in seinen Studentenjahren bei dem Vater von Jenny Treibel zur Miete wohnte. Der Vater hat ein kleines Kellergeschäft betrieben. Schmidt wird zu Jennys Verehrer.

Aus dieser Zeit stammt auch ein Gedicht, das er für Jenny geschrieben hat. Die objektiv bemessene literarische Qualität dieses Gedichts ist gering, aber wegen seiner triefenden Rührseligkeit und Sentimentalität trägt Jenny es noch viele Jahre später bei jeder möglichen Gelegenheit vor. Jenny entscheidet sich für Wohlstand und soziales Ansehen durch die Heirat mit Treibel. Sie entscheidet sich nicht für die Welt der Bildung, der Poesie und des Ideellen, wie sie Schmidt verkörpert.

Wilibald Schmidt würde am liebsten seine Tochter mit ihrem Cousin Marcell verheiraten, der eine vielversprechende Karriere als Archäologe vor sich hat. Allerdings kann sich Marcell nicht zu einem Heiratsantrag an Corinna durchringen.

Auch die unabhängige und intelligente Corinna hat ihre eigenen Absichten. Sie will die Welt des bescheidenen, anspruchslosen Lebens im Haushalt eines Gymnasialprofessors verlassen und zu mehr Reichtum gelangen. Den sozialen Umgang mit den Professorenfrauen findet sie langweilig. Zu ihren Aufgaben zählt das Korrigieren der Schülerhefte ihres Vaters. Dies bietet ihr nicht die Abwechslung und Unterhaltung, nach der sie sich sehnt.

Aufgrund dessen fasst Corinna den Entschluss, Leopold Treibel heiraten zu wollen. Soziales Ansehen und Reichtum sind für sie eine ausreichende und notwendige Basis für eine glückliche Zukunft. Im Verlauf der Handlung setzt sie alles daran, den netten, aber leicht beeinflussbaren Leopold für sich zu gewinnen. Dabei entwickelt sie einigen Charme, nutzt Abendgesellschaften und eine Landpartie. Sie erreicht ihr Ziel. Es kommt zu einer Verlobung, wenn auch heimlich.

Leopolds Mutter Jenny Treibel sieht dies allerdings gar nicht gerne. Sie will Leopold lieber mit einer reichen jungen Frau aus besserem Hause, nicht mit einer Professorentochter verheiraten. Sie verbietet es ihrem Sohn, auszugehen, spricht beim Professor vor und bringt Hildegard Munk herbei. Hildegard ist Leopolds Schwägerin. Jenny will sie mit Leopold zusammenbringen. Corinna und Leopold halten jedoch ihre Beziehung brieflich aufrecht.

Die beiden Väter verhalten sich zurückhaltend und abwartend. Vater Treibel, weil er damit beschäftigt ist, Wahlkampf zu führen; Professor Schmidt, weil er davon überzeugt ist, dass Corinnas Absichten von Jenny erfolgreich unterwandert werden.

Leopold schreibt in seinen Briefen an Corinna von einer möglichen Flucht nach Schottland und einer Heirat trotz aller Widrigkeiten, aber seinen Worten folgen keine entsprechenden Taten. Corinna wird klar, dass sich Leopold nicht vom Einfluss der Mutter lossagen kann und wird. Sie löst die Verlobung auf.

Schließlich macht Marcell ihr den vom Vater gewünschten Antrag und sie heiraten. Leopold ist zwar getroffen, aber es wird angedeutet, dass sich wohl mit Hildegard zu trösten versteht.

Das Spannungsfeld zwischen Reichtum und gesellschaftlichem Ansehen bei den Treibels und der Bildung und dem Ideellen bei Professor Schmidt ist der Ausgangspunkt der Romanhandlungen. Fontane lässt keinen seiner Protagonisten letztendlich am echten oder falschen Gefühl scheitern, alle bekommen einen Partner, der zu ihnen passt. Dies und der mitunter leichte, komödienhafte Ton des Romans zeigen, dass es Fontane vor allem auf den Unterhaltungswert der Geschichte ankam.

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3 Kommentare
  1. Default

    Echt krass, wie viel Zeit und Mühe ihr in kreative Gestaltung steckt! So macht das Anschauen auch Spaß.

    Von Bdeurope, vor 7 Monaten
  2. Sarah redaktion

    Liebe Julialaura,
    vielen Dank für deinen Kommentar - wir freuen uns immer über Feedback.

    Viele liebe Grüße
    Die Deutschredaktion

    Von Sarah Fischer, vor mehr als einem Jahr
  3. Default

    ein video mit sehr viel mühe gemacht, daumen hoch!

    Von Julialaura, vor mehr als einem Jahr