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Ezra Pound 03:51 min

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Transkript Ezra Pound

Am 30. Oktober 1885 wird den Heli, Idaho, Ezra Lumis Pound geboren. Der spätere Dichter aus dem amerikanischen Mittelwesten studiert an der University of Pennsylvania und am Hamilton College. Seine darauffolgende Lehrtätigkeit gibt er bald auf und zieht 1908 für kurze Zeit nach Italien. Pound lebt danach 15 Jahre in London und Paris wie ein König im Exil. Er ist groß, bärtig, exaltiert und stiftet Begeisterung und Verwirrung, wo er auftritt. In seiner schriftstellerischen Arbeit, von der französischen Dichtkunst beeinflusst, übt er einen nicht minder starken Einfluss auf die Zeitgenossen aus. Unermüdlich mit der Sprache experimentierend, veröffentlicht Pound viele seiner Arbeiten in Avantgarde Magazinen. Von der Person Mussolinis fasziniert geht Pound 1924 wieder nach Italien. Er wird auf übertriebene und überschwängliche Weise Faschist und bleibt auch während des Zweiten Weltkrieges in Italien. Im Radio hält der Dichter regelmäßig anti-amerikanische Hetzreden. Am Ende des Krieges wird Ezra Pound nach qualvoller Haft in die Vereinigten Staaten gebracht und wegen Hochverrats unter Anklage gestellt. Aber das Gericht erkennt Gnaden halber auf geistige Unzurechnungsfähigkeit und verfügt die Einweisung in eine Anstalt. Erst im April 1958 bewirkt eine Petition angesehener Künstler seine Entlassung. Die Anschuldigungen gegen ihn werden aufgehoben und er erhält eine Ausreisebewilligung. Nach Italien zurückgekehrt, lebt Pound in Meran, Venedig und Rapallo. Er beendet sein größtes und bedeutendstes Werk "Die Cantos", eine Reihe von Gedichten die er bereits 1915 begonnen hat. In diesem hoch strebenden Epos schreibt er auf seine Art über den Lauf der Zeit und die Schwächen der Zivilisation. Über das Werk hinaus bleibt Pound der Arbeiter der Wörter, der vom Leben begeisterte, der Förderer von Talenten, ein Mann ohne Kompromisse. Als Amerikaner aus Versehen fühlt sich Ezra Pound schon in der Jugend als Renaissancemensch. Mit 23 Jahren flieht er aus einem engstirnigen, puritanischen Amerika, in dem Dichter seines Formats keinen Platz zu haben scheinen. Mit wenig Geld und einem Gedichtband in der Tasche, schifft er sich nach Spanien ein. Nach langen Fußmärschen, ausgehungert und verzweifelt erreicht er den Canale Grande. In Venedig findet er Freunde und einen Verleger. Hier kann er sich auch genug Geld beschaffen um nach London zu reisen. In der Stadt an der Themse begründet er zwischen den Restaurants, wo er seine Ideen lauthals verkündet, und dem British Museum, in dem er mit unerwarteter Geduld studiert, seinen Mythos und seine Ziele. Als erster in diesem Jahrhundert, übersetzt Pound aus dem Chinesischen und beschäftigt sich auch mit der mittelalterlichen italienischen Dichtkunst. Besonders mit dem Werk von Guido Carver County. Ezra Pound schließt auch Geschichte und Wirtschaft in seine Dichtung ein, um aus ihr nicht nur einen Ausbruch der Seele sondern ein episches Manifest und eine Ohrfeige ins Gesicht der Zeit zu machen. Die Pamphlete, die von ihm gegründeten Zeitschriften, der von ihm kreierte Stil und seine Amouren sind Manifestationen seiner unbändigen, schöpferischen Vitalität. Ezra Pound stirbt 1972 im Alter von 87 Jahren in Venedig.