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Transkript Buchungen beim Wareneinkauf und Warenverkauf - Teil 3: mit Warenbestandsminderung

Hallo und seid gegrüßt, zu einer weiteren Folge unseres waghalsigen Finanzbuchhaltungsspektakels "Die Jäger der verlorenen Buchhalternase". Heute gibt es den 3. und damit letzten Teil unserer oskarverdächtigen Trilogie "Buchungen beim Ein- und Verkauf von Waren". Heute werden wir, wie immer zusammen mit Herr Tutor und seiner ansprechenden Sofafabrik, die letzte Aufgabe angehen, nämlich den Warenein- und Verkauf mit Bestandsminderungen. Neben den Lernzielen aus Teil 1 und aus Teil 2, geht es heute ähnlich wie in unserer letzten Episode, darum, vor allem das Warenbestandskonto zu betrachten. Aber in diesem Fall die Auswirkungen von Bestandsminderungen auf die übrigen Warenkonten, vor allem aber auch den Wareneinsatz kennenzulernen und entsprechend zu buchen zu lernen. Daher müsst ihr auch nicht mehr an Vorwissen mitbringen, als ihr auch schon im 1. und 2. Teil mitgebracht habt. Also, das Buchen auf Bestands- und Erfolgskonten sowie diese Konten abschließen zu können. Fangen wir also an. Herr Tutor befindet sich mit seiner Sofafabrik mittlerweile schon in seinem 3. Geschäftsjahr und ist immer noch nicht pleite gegangen, sondern konnte tatsächlich einige seiner Sofas verkaufen. Daher sind die Schlussbestände aus der letzten Periode bzw. aus dem 2. Teil unserer Trilogie, die Anfangsbestände dieses Geschäftsjahres. Damit haben wir einen Anfangswarenbestand von 200 Sofas á 100 Euro, also insgesamt in Höhe von 20.000 Euro. Herr Tutor geht sehr positiv gestimmt in das neue Geschäftsjahr und denkt sich, dass aufgrund der knackigen Temperaturen draußen, der Absatz dieses Jahr mindestens genauso gut sein wird, wie letztes Jahr. Daher kauft er erneut 1.000 Sofas für je 100 Euro, also insgesamt für 100.000 Euro. Da Herr Tutor, aufgrund seines Erfolges, bereits in den Skiurlaub gefahren ist, dürfen wir für ihn die Berechnung des Rohgewinns seiner Sofafabrik übernehmen. Und tatsächlich, am Ende des Jahres hat Herr Tutor insgesamt 1.100 Sofas für je 150 Euro, also für insgesamt 150.000 Euro, verkauft. Der Schlussbestand an Sofas beträgt damit nur noch 100 Sofas á 100 Euro, also insgesamt 10.000 Euro. Schauen wir uns zunächst mal wieder die Buchungssätze für den Warenein- und Warenverkauf an, welche Herr Tutor anhand der eingegangenen Rechnungen, also wieder auf Ziel gebucht hat. Da haben wir einmal den Wareneingang als Aufwandskonto im Soll in Höhe von 100.000 an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 100.000. Für die Erlöse aus dem Warenverkauf buchen wir Forderungen ein 165.000 an Warenverkauf 165.000. In der T-Konten Ansicht haben wir daher das gewohnte Bild. Betrachten wir das Warenbestandskonto, hat Herr Tutor zwar jetzt wieder einen Schlussbestand an Waren, jedoch ist dieser, in dieser Periode, mit 100 Sofas für je 100 Euro, also insgesamt 10.000 Euro, geringer als der Anfangsbestand in Höhe von 20.000 Euro in dieser Periode. Dennoch wird der Schlussbestand, wie gehabt, nach der Inventur, im Haben gebucht, sodass der Buchungssatz lautet: Schlussbilanzkonto 10.000 Euro an Warenbestand 10.000 Euro. In der T-Konten-Ansicht wird nochmals deutlich, dass der Schlussbestand geringer ausfällt, als der Anfangsbestand. In diesem Geschäftsjahr hat Herr Tutor, also unglaublicherweise, mehr Sofas verkauft, als eingekauft, sodass wir dieses Mal eine Bestandsminderung haben. Dies erkennt man auch daran, dass wie erwähnt, der Schlussbestand kleiner als der Anfangsbestand an Waren ist. Der von Herrn Tutor erwünschte Rohgewinn errechnet sich weiterhin, wie gehabt, durch die Warenverkaufserlöse - Wareneinsatz. Wie wirkt sich jetzt also die Bestandsminderung auf den Wareneinsatz aus? Schauen wir uns, zunächst dabei, die rechnerische Ermittlung des Wareneinsatzes an. Hier nimmt man zuerst die eingekaufte Ware, in unserem Beispiel waren es 1.000 Sofas für je 100 Euro, also insgesamt 100.000 Euro, + der Bestandsminderung von 100 Sofas, für je 100 Euro, also insgesamt 10.000 Euro, + muss es ja sein, da wir mehr Sofas verkauft haben, als wir eingekauft haben und daher von unserem vorherigen Bestand Ware entnehmen mussten. Damit erhalten wir insgesamt einen Wareneinsatz in Höhe von 110.000 Euro. Der Rohgewinn ergibt sich damit aus den 1.100 verkauften Sofas, in Höhe von 165.000 Euro - den 1.100 verkauften Sofas, zum Einstandspreis in Höhe von 110.000 Euro. Damit erhalten wir einen Rohgewinn in Höhe von 55.000 Euro. Wichtig ist immer, dass die Menge an Sofas beim Warenverkauf, identisch mit der Menge der Sofas beim Wareneinsatz ist. Schauen wir uns jetzt mal an, wie wir den Wareneinsatz buchhalterisch ermitteln können. Wir hatten ja bereits das Konto Warenbestand, wie gewohnt, über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen. Und dabei haben wir auch, wie immer, an die Buchhalternase gedacht. Bei dem Kontenabschluss ergibt sich jetzt allerdings auf der Habenseite ein Saldo, welcher sich aus der Differenz von Anfangsbestand und Schlussbestand zusammensetzt und in diesem Fall eine Bestandsminderung darstellt. Diese Bestandsminderung in Höhe von 10.000 Euro wird gegen das Konto Wareneingang gebucht und steht im Soll neben den Wareneinkäufen, für die zusätzlich verkauften Sofas aus dem Lagerbestand des Vorjahres. Daher lautet der Buchungssatz, Wareneingang 10.000 an Warenbestand 10.000. Der aus dem Abschluss des Wareneingangskontos resultierende Saldo entspricht dann dem Wareneinsatz und wird, wie üblich, über das GuV-Konto abgeschlossen. Natürlich vergessen wir auch hier die Buchhalternase nicht. Genauso wie das Konto Wareneingang, wird auch das Warenverkaufskonto über das GuV-Konto abgeschlossen, sodass sich die Warenverkaufserlöse und der Wareneinsatz, im GuV-Konto, gegenüberstehen und den Rohgewinn bestimmen. Herr Tutor ist mittlerweile wieder zurück aus seinem Skiurlaub, um mit mir zusammen, das Wichtigste für euch noch mal zusammen zufassen. Hat Herr Tutor also mehr Sofas verkauft als eingekauft, bzw. ist sein Schlussbestand an Sofas kleiner als sein Anfangsbestand, handelt es sich um eine Warenbestandsminderung. Der Wareneinsatz ist, unter Berücksichtigung dieser Bestandsminderung, zu ermitteln. Rechnerisch ist der Wareneinsatz=Wareneinkäufen+Bestandsminderung. Da ja mehr Ware verkauft, als eingekauft wurde und somit auf den bestehenden Lagerbestand zugegriffen werden musste. Für die buchhalterische Ermittlung des Wareneinsatzes ist die Warenbestandsminderung, welche den Saldo auf der Habenseite des Warenbestandskontos darstellt, gegen das Wareneingangskonto im Soll zu buchen. Diese stellt hier nämlich, die zusätzlichen verkauften Sofas neben den Wareneinkäufen, dar. Daher lautet der Buchungssatz Wareneingang an Warenbestand, in unserem Beispiel waren es 10.000 Euro. In unserer T-Konten-Ansicht sehen wir, dass wir auf unserem Warenbestandskonto, links im Soll, den Anfangsbestand haben. In unserem Beispiel waren das 20.000 Euro. Im Haben unseren Schlussbestand verbuchen. Der daraus resultierende Saldo entspricht der Bestandsminderung. In unserem Beispiel waren dies ebenfalls 10.000 Euro. Auf unserem Aufwandskonto Wareneingang haben wir wie immer, die Wareneinkäufe im Soll sowie die zusätzlich verkaufte Ware in Form der Bestandsminderung. Über den Abschluss des Wareneingangskontos erhalten wir, wie üblich, den Wareneinsatz im Haben. Hier in unserem Beispiel waren es 110.000 Euro. Abschließend lässt sich der Rohgewinn, wie sonst auch, aus den Verkaufserlösen und dem Wareneinsatz ermitteln, welche in dem Konto GuV gegenübergestellt werden. So, das war also wirklich der letzte Teil unserer Trilogie "Buchungen beim Warenein- und Warenverkauf". Ich hoffe, ihr seid jetzt auch mindestens so schlau, wie unser Herr Tutor. Und ihr seid nächstes Mal auch wieder dabei, wenn es heißt: Die Jäger der verlorenen Buchhalternase.

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