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Transkript GdR 1 6 3 Wie ist der Ausgangsfall „Unfall auf der Landstraße“ zu lösen? Teil 3

Weiter geht es mit einem neuen Video zu den Grundlagen des Rechts. Wir sind gerade dabei, in Video 1.6.3. die Lösungen uns anzuschauen. Das heißt wir sind schon im 3. Teil und wir wollen den Unfall auf der Landstraße Fall, den wollen wir einfach nach der Falllösungstechnik einfach richtig schon lösen. Wir hatten uns ja dazu diese Begriffe angeschaut hier und das bedeutet, folgende Begriffe könnten in dem Landstraßen Fall ja für die Beachtung der Falllösungstechnik eine Rolle spielen. Den Sachverhalt haben wir uns schon angeschaut, die Fragestellung auch schon. Jetzt geht es nur um die ersten Gedanken und um die Rechtsvorschriften. Ja was haben Sie sich denn da so bei gedacht, schauen wir uns das mal an. Was war denn Ihr erster Eindruck? Genau, wir sind im 3. Schritt, erste Gedanken zur Lösung einfach mal zu notieren. Es ist ja so, bereits beim ersten Kontakt mit einem juristischen Sachverhalt fallen einem spontan erste Gedanken ein, erste Sache auf, diese sollten Sie auf einem Merkzettel festhalten. Im Fall, na was haben Sie sich so notiert? Ich hab so in den letzten Jahren, wenn ich diesen Fall mit den Studenten besprochen habe festgestellt, dass es ihnen immer wieder auffällt. Ist ein 15-Jähriger überhaupt alt genau, um einen Unfallbericht  zu unterschreiben Herr Richter? Kann man den Unfallhergang Herr Richter überhaupt nachweisen? Kann man den Unfallhergang Herr Richter überhaupt nachweisen? Da muss ich aber gleich zu sagen, dass ist so ein bisschen hier so die Gewächshausmentalität, so ein bisschen so diese Glashaussituation. Davon müssen Sie ausgehen, dass das wirklich alles so bewiesen ist. In der Praxis ist das aber hinterher wirklich ein wichtiger Gedanke, dass sie mal sagen müssen, ist diese Sache, ist das wirklich beweisbar oder nicht. Haben nicht beide eine gewisse Mitschuld? Auch das schwingt bei den meisten Bearbeitern schon mit. Das ist so ihre Intuition, ihr inneres Rechtsgefühl. Was kann man noch machen? Naja, so könnte man, wenn man so einen Fall liest, auch systematisch bei jedem Fall sich fragen, was kann denn schlimmstenfalls und was kann denn bestenfalls das Ergebnis des Falles sein. Also das ist so eine bestcase und worstcafe Betrachtung. Also im Fall haben zum Beispiel manche gesagt, ich glaube nicht, dass der Autofahrer den gesamten Schaden ersetzt bekommt, Bestenfall die Hälfte. Ja das ist so eine Worst Case Betrachtung oder bestcase, also so eine middlecase Betrachtung. Wenn sich der junge Unfallverursacher auf seine Unerfahrenheit herausredet, muss er nichts bezahlen. Auch das ist eine worstcase Betrachtung, natürlich auch Sicht des Autofahrers, eine bestcase Betrachtung aus Sicht unseres. Unfallberichte am Unfallort sind zu Beweiszwecken evtl. sinnvoll, aber juristisch nicht immer verwertbar. Es ist ja auch die Frage, wurde Druck ausgeübt, ist das ein unfaires Verhalten, wie gehen Gerichte mit solchen Unfallberichten um in denen drin steht, ich zahle alles, ich bin an allem schuld. Naja, da können Sie sich schon vorstellen die Gerichte sehen es nicht gern im Überschwang dieses Unfallgedankens, ich bin schuld und ich habe da etwas gemacht, was nicht so gut ist, und bin geschockt, können Sie sich hinterher immernoch herausreden. Das ist sehr gut, also das waren hier so die ersten Gedanken, die werden wir uns später noch einmal anschauen, die spielen immer wieder eine Rolle. Gut, nächste Frage, wo steht denn die Lösung im Gesetz, wir sind im 4. Schritt, wir suchen Rechtsvorschriften und hier geht es einfach darum, den richtigen Einstieg zu bekommen. Und der beginnt jetzt tatsächlich im 4. Schritt, aber bitte nicht früher, mit dem methodischen Aufsuchen der für die Lösung des Falls entscheidungserheblichen Rechtsvorschriften. Also im Fall werden zunächst Vorschriften gesucht, die das Ziel des Anspruchsstellers, also hier des Bernd Bleifusses, also irgendwie decken, die das sozusagen ihm aus dem Gesetz dann geben und das wäre hier Vertragserfüllung, denn ist ja diese Schuldanerkenntnis, dass der andere im Unfallbericht abgegeben hat oder einfach Schadensersatz, weil der andere ihm einen Schaden verursacht hat. Sodann, wenn Sie diese Anspruchsgrundlagen, diese Eingangstürchen gefunden haben, müssen Sie weitere Vorschriften suchen, die für die Bestimmung der einzelnen Vorschriften und deren Voraussetzungen eben von Bedeutung sind. Also zum Beispiel die Anspruchsgrundlage der unerlaubten Handlung 823, da kommt die Definition der Fahrlässigkeit ins Spiel nach § 276 Abs. 2 BGB. Stellt sich also die Frage war der Herr fahrlässig, wenn er die Kurve schneidet. Gut Herr Richter. Das Vorschriften finden ist nicht so einfach. Die richtigen Vorschriften aufzufinden bedarf ein gewissen Intuition, aber ich habe es auch gelernt. Durch häufigen Lesen der Vorschriften und Kenntnisse der juristischen Arbeitsmethodik ist das alles lernbar. Im Fall zum Beispiel ist bei der Suche bei den einzelnen zivilrechtlichen Anspruchsgrundlagen unabdingbar natürlich, dass man wichtige Fachbegriffe kennt und hier des bürgerlichen Rechts. Auch der Aufbau des bürgerlichen Gesetzbuches ist zu berücksichtigen und hier gebe ich Ihnen einfach so ein paar Tipps. Das BGB gliedert sich ja in diese sogenannten 5 Bücher. Das sind eigentlich 5 Kapitel, kann man auch sagen. Allgemeiner Teil, Schuldrecht, Sachenrecht, Familienrecht, Erbrecht. Da haben ich Ihnen hier mal die Vorschriften hingeschrieben. Ja was bringt das jetzt Herr Richter? Nun ganz einfach! Im obigen Fall des Unfalls kann man allein schon mit der Erkenntnis dieses BGB Aufbaus sozusagen im Ausschlussverfahrens sich den wichtigsten Vorschriften nähern. Denn bei dem Unfall handelt es sich nicht um Fragen des Sachenrechts oder des Familienrechts, des Erbrechts. Also nur die Paragrafen 1-853 BGB bleiben übrig. Könnten also hier für eine entsprechende Vorschriftensammlung druchgeguckt werden und da muss also irgendwie etwas drin sein für die Lösung des Falls. Nur ist natürlich ein bisschen hier in Anführungsstrichen gesetzt, es sind immernoch 853 Paragrafen in Ziffern jedenfalls ausgedrückt, aber das ist schon mal gut. Besser als das Sie bis zum § 2385 durchschauen müssen. Ok, Sie haben hier so einen kleinen Tipp schon bekommen und sehen das ist alles machbar, das ist lernbar und d.h. Vorschriften, da braucht man gewissen Intuition, ein bisschen Glück, ein bisschen Kenntnis und wenn Sie länger meine Videos anschauen, werden sie sehen es geht immer um die gleichen Vorschriften. Die ganzen anderen vielen Vorschriften, die da drin stehen, viele kommen gar nicht immer in der Praxis dran. Deswegen ist das alles machbar. Aber jetzt erstmal herzlichen Dank, dass Sie mitgemacht haben. Weiter geht es natürlich im nächsten Video 1.6.4. Auch dort geht es wieder um den Unfall auf der Landstraße und mit der Falllösungstechnik wollen wir uns dann dem letzten Teil uns nähern, das ist Teil 4 und dann kommt noch Teil 5. Aber jetzt erstmal herzlichen Dank für das Mitmachen.

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