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Transkript Karteikarten: lernen durch Visualisierung

Eigentlich lässt sich die fehlerfreie Rechtschreibung auf zwei einfache Wege reduzieren. Erstens: Ich muss die Regeln beherrschen. Da hilft nur Auswendig lernen, Anwenden und Wiederholen. Das kann ich übrigens ganz wunderbar mit dem Karteikasten machen. Den erkläre ich in einem anderen Video.

Rechtschreibung funktioniert, und das ist der zweite Weg, vor allem fehlerfrei, wenn ich den visuellen Lernkanal benutze. Klar, ich kann ein Wort immer besser schreiben, wenn ich es gelesen habe, anstatt es nur vom Hören aufzuschreiben.

Kleines Beispiel: Hämorrhoiden. Hier sind ganz klar die im Vorteil, die das Wort vom Beipackzettel kennen oder Arzt oder Apotheker sind. Wenn Sie das Wort aber bislang nur gehört haben, wird es Ihnen schwerfallen, es richtig zu schreiben. Kleiner Tipp: So wird es geschrieben: Hämorrhoiden.

Der visuelle Kanal

Ich muss also, um ein Wort fehlerfrei schreiben zu können, auf meinen visuellen Kanal umschalten. Wie geht das? Stellen Sie sich bitte vor dem inneren Auge ein Fahrrad vor! Versuchen Sie es mit vielen Details als Bild zu konstruieren. Wenn es Ihnen hilft, können Sie auch erstmal die Augen schließen.

Und jetzt spielen wir mit Ihrem Bild: Stellen Sie sich jetzt das Fahrrad in rot vor. Jetzt wird es blau. Die Räder fangen an sich zu drehen. Und die Drehung stoppt. Das, was sie jetzt mit dem Gegenstand Fahrrad gemacht haben, ist den Gegenstand zu visualisieren. Das machen viele Kinder ganz automatisch.

Der Trick ist aber, sich jetzt das Wort „Fahrrad“ ausgeschrieben vor dem inneren Auge vorzustellen, zu visualisieren. Stellen Sie sich das Wort vor. Auch hier kann man mit den Wort spielen. Dann fällt es Ihren Kindern auch leichter. Die Buchstaben sind grün, werden jetzt gelb. Die Buchstaben werden ganz groß und wieder klein.

Visualisieren mit Hilfe von Karteikarten

Um dieRechtschreibung ganz konkret zu trainieren, schreiben Sie bzw. Ihr Kind z.B. das Wort „Fahrrad“ groß und deutlich auf eine Karteikarte.

Denn das Auge isst zwar nicht mit, aber lernt mit. Deshalb: Je größer und schöner, desto besser. Halten Sie nun die Karteikarte direkt vor die Augen Ihres Kindes und fordern Sie es auf, das Wort zu buchstabieren.

Achten Sie dabei darauf, dass die Augen von Buchstabe zu Buchstabe wandern. Nur so wird auch jeder Buchstabe mit den Augen aufgenommen. Wenn das fehlerfrei passiert ist, nehmen Sie die Karteikarten weg und fordern Sie Ihr Kind abermals auf, das Wort zu buchstabieren. An dieser Stelle soll Ihr Kind visualisieren. Ob das Umschalten auf den visuellen Kanal wirklich stattfindet, können Sie an genau zwei Beobachtungen feststellen:

Kurz bevor Ihr Kind anfängt zu buchstabieren, gehen die Augen für einen kurzen Moment nach oben oder bleiben dort. Das ist ein Zeichen für eine visuelle Konstruktion. Dagegen kann man sich nicht wehren. Sie können dies natürlich nur sehen, wenn Ihr Kind die Augen geöffnet hat.

Wenn Ihr Kind weiter geradeaus schaut, buchstabiert es nach Gehör. Das soll es aber nicht. In dem Fall müssen Sie die eben erklärte Visualisierungsübung wiederholen. Achten Sie darauf, dass das Wort gleichmäßig buchstabiert wird. Wenn es abgehackt, also mit Pausen, buchstabiert, tut es das wieder nach Gehör.

Wenn ich aber das Wort als Ganzes vor meinem inneren Auge sehe, dann kann ich es auch in einem Zug buchstabieren. Wenn es fehlerfrei gemacht wurde, schreibt Ihr Kind auf die Rückseite der Karteikarte die dazugehörige Regel und weitere Wörter, die nach der gleichen Regel geschrieben werden.

Nun kann die Karteikarte in den Karteikasten.
Viel Spaß beim Visualisieren und Üben!

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1 Kommentar
  1. Default

    Sehr gut

    Von Fiwi, vor etwa 2 Monaten