13.06.2013

Kluges Kerlchen oder störender Zappelphilipp? So entschlüsseln Eltern das Grundschulzeugnis richtig
  • Von “Sehr kommunikativ” bis “für neue Lerninhalte zu begeistern”: Formulierungs-Feinheiten geben Aufschluss über tatsächliche Beurteilung * Keine Noten – kein Durchblick? Lern-Experten von sofatutor geben Tipps, worauf beim Lesen des Grundschulzeugnisses zu achten ist

Berlin, 13. Juni 2013 – Was fängt man mit einem Zeugnis an, auf dem keine Noten stehen, sondern nur Text? Was bedeutet es, wenn die Tochter „sehr kommunikativ“ ist? Kann sie dann einfach ihren Mund nicht halten oder sorgt sie für anregende Diskussionen im Unterricht? Eine einheitliche Verwendung von Floskeln und Formulierungen mit einem dazugehörigen überregionalem „Noten-Übersetzungskatalog“ existiert nicht. Die Zeugnisordnungen der Länder enthalten jeweils Vorgaben für die Leistungsbeurteilung der Schüler in Form eines Zeugnisses. Verbreitet ist eine verbale Leistungsbeurteilung während der Schulanfangsphase, die für Berliner Schüler beispielsweise bis zur 3. und 4. Klasse reichen kann*. Vielen Eltern fällt die Einschätzung eines solchen Berichts- oder Wortzeugnisses allerdings schwer. Einige Sprachcodes gibt es aber – ähnlich denen auf Arbeitszeugnissen. Stephan Bayer, Lern-Experte und Geschäftsführer der Online-Nachhilfe-Plattform sofatutor.com (www.sofatutor.com), hat die wichtigsten zusammengefasst.

Das Was-ist-Was der Formulierungen im Grundschulzeugnis:

1. Das “sehr” macht’s: Ein “sehr” vor “gute Leistungen” heißt, ihr Kind hat ein dickes Lob verdient. Denn dieses kleine Wort macht den Unterschied zwischen Schulnoten wie eins und zwei. Es gibt keine einschränkenden Zusätze wie „fast“, „meistens“ oder „größtenteils“. Ist also der Sprössling im Rechnen nicht der allergrößte Held, rechnet er eben nur “sicher”, nicht “sehr sicher”. Tut er aber Letzteres, entsprechen die Leistungen zur vollsten Zufriedenheit den Erwartungen oder haben diese sogar übertroffen.

2. Zwischen den Zeilen lesen: „Beim Deutschunterricht hört Maria nicht immer richtig zu und beschäftigt sich gerne mit anderen Dingen. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit könnte Maria ihr Wissen noch öfter unter Beweis stellen.“. Das heißt im Klartext: Maria hat was drauf. Weil sie das dem Lehrer aber selten zeigt und vielleicht lieber bunte Bildchen ins Hausaufgaben helft malt, fällt die Beurteilung nicht so gut aus, wie sie hätte sein können. Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Maria sollte mehr Arbeitsbereitschaft zeigen.
Ein anderes Beispiel: „ Beim Addieren und Subtrahieren benötigt Lucas noch Hilfsmittel. Bekannte Aufgabenstellungen kann er in der vorgegebenen Zeit lösen.“ Wichtige Signalwörter sind hier: „noch Hilfsmittel“ und „bekannte“. Hilfsmittel sollten nicht mehr nötig sein und Lucas Rechenkünste sind damit als eher unbefriedigend einzustufen. Die Fähigkeit, bekannte Aufgabenstellungen zu lösen ist dagegen gut bis befriedigend, reicht aber noch nicht an die angestrebte Zielvorgabe heran: vorhandenes Wissen auch auf unbekannte Aufgabenstellungen anzuwenden und diese zu lösen.

3. Gängige Formulierungen erkennen: Vorgefasste Textbausteine helfen Lehrern bei der Erstellung von Zeugnissen. Dahinter stecken Sprachcodes – hier ein paar Beispiele: Die Formulierung „war stets für alle neuen Lerninhalte zu begeistern“ entspricht einem „sehr gut“. Ein „war für neue Lerninhalte zu begeistern“ bedeutet „gut“. Die Formulierung „war für Lerninhalte, die ihn interessierten, offen“ steht für ein „befriedigend“ und die Aussage „ging von sich aus nicht an neue Lernaufgaben heran“ ist gleichzusetzen mit „nicht befriedigend“.

Eltern, die nach dem Lesen des Zeugnisses ein ungutes Gefühl oder Fragen haben, sollten sich am besten an den Klassenlehrer wenden. Das sorgt für Klarheit. Gemeinsam lassen sich dann auch Mittel und Wege finden, die den Schüler rechtzeitig aus der Gefahrenzone „Anschluss verpasst!“ holen. Förderstunden oder altersgerechte Nachhilfe, die mit sofatutor auch günstig im Internet zu haben ist, können dabei einiges auffangen, sollten aber nie zu einer Belastung für den Schüler werden.

Über sofatutor:
Die Online-Nachhilfe-Plattform sofatutor.com veranschaulicht auf vielfältige Weise Lerninhalte ab der 1. Klassenstufe und hat inzwischen über 44.000 Nutzer im deutschsprachigen Raum. Die fast 10.00 Videos sind je nach Klassenstufe durchschnittlich zwischen 5 und 10 Minuten lang. Interaktive Testfragen zu jedem Video sowie ein täglicher Fach-Chat mit Experten und wöchentliche Online-Nachhilfestunden mit einem persönlichen Nachhilfelehrer garantieren einen Rundum-Nachhilfe-Service, bei dem keine Fragen offen bleiben. sofatutor.com bietet für jede Lernsituation ein passendes Lernabo für ein bis zwölf Monate ab 14,95 Euro pro Monat an. Seit 2010 kooperiert sofatutor.com mit dem Klett Verlag bei der Erstellung von Lehrwerken, etwa den „Abi-Lernboxen“ oder der Reihe „Kompaktwissen“. Für sein innovatives Nachhilfeangebot wurde das Unternehmen schon mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Bildungsmedien-Preis „digita 2011“, als Preisträger „Ausgewählter Ort 2011“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ und mit der GIGA-Maus 2012 für das beste Lernprogramm in Mathematik und Naturwissenschaften für Kinder ab 10 Jahre. Weitere Informationen gibt es unter www.sofatutor.com.

  • http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/rechtsvorschriften/av_zeugnisse.pdf?start&ts=1285922357&file=av_zeugnisse.pdf
    • http://www.isb.bayern.de/gymnasium/materialien/f/formulierungshilfen-zu-den-grundschul-zeugnissen/