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Einführung in die Buchführung 08:49 min

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Transkript Einführung in die Buchführung

Hallo und herzlich willkommen zum ersten Video aus der Reihe Rechnungswesen. Heute die Einführung in die Buchführung. Viel Spaß dabei! Die Buchführung im Unternehmen erfüllt wichtige Aufgaben: Sie erfasst den Stand des Vermögens und den Stand der Schulden. Sie zeichnet alle Veränderungen der Vermögens- und Schuldenwerte lückenlos und sachlich geordnet auf. Und sie ermittelt den Erfolg des Unternehmens, also den Gewinn oder den Verlust, indem alle Aufwendungen und Erträge erfasst werden.  Des Weiteren hilft die Buchführung dem Unternehmen auch bei der Preisermittlung der Produkte. Sie stellt Zahlen für innerbetriebliche Kontrollen zur Verfügung, die der Steigerung der Wirtschaftlichkeit dienen. Sie ist die Grundlage zur Berechnung der Steuern, die dann ans Finanzamt abgeführt werden müssen. Und sie ist auch wichtiges Beweismittel bei Rechtsstreitigkeiten mit Kunden, Lieferanten, Banken oder Behörden. Jetzt wollen wir die Frage klären: Wer muss eine Buchführung haben? Laut § 238 HBG ist jeder Kaufmann dazu verpflichtet, Bücher zu führen. Ein Kaufmann kann zum Beispiel der eingetragene Kaufmann sein, die offene Handelsgesellschaft, die Kommanditgesellschaft, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder auch die Aktiengesellschaft. Zusätzliche Vorschriften zur Buchführung sind beispielsweise in der Abgabenordnung zu finden, im Einkommensteuergesetz, im Körperschaftssteuergesetz und im Umsatzsteuergesetz. Dann gibt es noch die entsprechenden Durchführungsverordnungen: Einkommensteuerdurchführungsverordnung, Körperschaftssteuerdurchführungsverordnung und auch die Richtlinien, beispielsweise die Einkommenssteuerrichtlinien, die Körperschaftssteuerrichtlinie und die Umsatzsteuerrichtlinie. Kommen wir nun zu den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, abgekürzt GOB. Warum braucht man Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung? Die Eigentümer und die Gläubiger eines Unternehmens sollen sich einen Überblick über die finanzielle Situation machen können und so vor Verlusten durch falsche Informationen geschützt werden. Hier die wichtigsten Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung: Die Buchführung muss klar und übersichtlich sein, dass bedeutet eine sachgerechte und überschaubare Organisation der Buchführung. Der Jahresabschluss muss übersichtlich gegliedert sein: Keine Verrechnung zwischen Vermögenswerten und Schulden, sowie zwischen Aufwendungen und Erträgen ist möglich und Buchungen dürfen nicht unleserlich gemacht werden. Zweitens: Alle Geschäftsvorfälle müssen erfasst werden. Die Geschäftsvorfälle sind fortlaufend und vollständig, richtig und zeitgerecht, sowie sachlich geordnet zu buchen, damit sie leicht überprüfbar sind. Kasseneinnahmen und Ausgaben sind täglich aufzuzeichnen. Drittens: Ohne Beleg keine Buchung. Sämtliche Buchungen müssen anhand der Belege jederzeit nachprüfbar sein, die Belege müssen fortlaufend nummeriert und geordnet aufbewahrt werden. Viertens: Ordnungsgemäße Aufbewahrung der Unterlagen. Alle Buchungsbelege, Buchungsprogramme, Kontenbücher, Inventare, Eröffnungsbilanzen, sowie Jahresabschlüsse einschließlich Anhang und Lagebericht sind 10 Jahre geordnet aufzubewahren. Jetzt zeige ich euch, wie ihr von der Inventur zur Bilanz kommt. Die Inventur ist die mengenmäßige und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögengegenstände und Schulden eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Im nächsten Schritt folgt das Inventar. Das Inventar ist ein Bestandverzeichnis. Die durch Inventur ermittelten Bestände der einzelnen Vermögenpositionen werden zusammengefasst und in einem besonderen Bestandsverzeichnis, dem Inventar, gegliedert nach Vermögen, Schulden und Eigenkapital ausgewiesen. Im letzten Schritt wird dann die Bilanz aufgestellt. Die Bilanz ist eine Kurzfassung des Inventars in T-Kontenform. Da das Inventar eine ausführliche Aufstellung des Vermögens und der Schulden ist, verliert es an Übersichtlichkeit und §242 HBG verlangt deshalb zusätzlich eine kurz gefasste Übersicht des Vermögens und der Schulden. Diese Übersicht nennt man dann Bilanz. Und wie ihr die aufstellt, seht ihr in meinem 2. Video. Kommen wir zurück zur Inventur. Es gibt unterschiedliche Inventurarten. Zum einen gibt es die körperliche Inventur, dass ist die mengenmäßige Aufnahme aller körperlichen Vermögensgegenstände, beispielsweise Maschinen, Anlagen, Werkstoffe und Erzeugnisse durch zählen, messen, wiegen, schätzen mit einer nachfolgenden Bewertung der Mengen. Dann gibt es die Buchinventur, dass ist die wertmäßige Feststellung bei allen nichtkörperlichen Vermögensgegenständen und Schulden, wie beispielsweise Forderungen, Bankguthaben und Verbindlichkeiten mittels buchhalterischer Aufzeichnungen und Belege. Und als letztes gibt es die Anlagekartei, die für jeden Anlagegegenstand geführt wird und mit buchmäßigem Ausweis der Bezeichnung, des Tages der Anschaffung, des Anschaffungswertes, der Nutzungsdauer, der jährlichen Abschreibung und des Tages des Abgangs ausgewiesen werden muss. Kommen wir jetzt zum Inventar. Wie bereits erwähnt, gliedert sich das Inventar in Vermögen, Schulden und Eigenkapital. Das Vermögen wird dabei noch mal untergliedert in langfristiges Vermögen, das Anlagevermögen und kurzfristiges Vermögen, das Umlaufvermögen. Zum Anlagevermögen gehören zum Beispiel Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen, der Fuhrpark wie PKWs, Lkws und die Betriebs- und Geschäftsausstattung wie beispielsweise Computer und Schreibtische. Zum Umlaufvermögen gehört Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe, also die Vorräte eines Unternehmens und fertige und unfertige Erzeugnisse, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und unser Bankguthaben beziehungsweise unser Barvermögen, die Kasse. Der zweite Posten des Inventars, die Schulden werden untergliedert in langfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten. Langfristige Verbindlichkeiten sind beispielsweise Hypotheken und Darlehen, zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten, die innerhalb eines Jahres zurück bezahlt werden müssen, wie zum Beispiel Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch die Mietschulden. So, dann stellen wir jetzt mal ein beispielhaftes Inventar auf. Wir haben Anlagevermögen, sagen wir das Haus in der Dorfstraße 10, Wert 150.000 Euro, eine Stanzmaschine, Wert 35.000 Euro, einen Pkw (Audi) Wert 18.000 Euro und jeweils 2 Computer, Wert 560 Euro, macht insgesamt 1.120 Euro. In diesem Beispielinventar haben wir natürlich auch noch Umlaufvermögen. Hier Rohstoffe im Wert von 10.000 Euro, Bankguthaben 6.500 Euro, Bargeld, das in der Kasse liegt, 500 Euro. Und hinzu kommen auch noch die Schulden, die Hypothek bei der xy Bank von 6.000 Euro und Mietschulden beim Vermieter von 680 Euro. Fehlt nur noch das Eigenkapital. So das war das Video zum Thema: Einführung in die Buchführung. Ich hoffe ihr konntet was lernen und im nächsten Video zeige ich euch, wie ihr eine Bilanz aufstellen könnt.