Die Epoche des Vormärz
Vormärz: Eine Ära des Umbruchs in Deutschland, die zwischen dem Wiener Kongress 1815 und der Märzrevolution 1848 stattfand. Beeinflusst durch die Ideen der Französischen Revolution, führten diese tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen zu einer Neugestaltung des konservativ geführten Deutschlands. Erfahre mehr über die historischen Ereignisse, Eigenschaften und die Rolle der Literatur während dieser Zeit. Interessiert? Entdecke mehr dazu in unserem Artikel!
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Die Epoche des Vormärz Übung
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Erkläre den Begriff „Vormärz“.
TippsOstern ist ein bewegliches Fest, das oft auch erst im April begangen wird.
Achte auf die Schreibweise von „Vormärz“.
LösungRichtig:
Der „Vormärz“ bezeichnet die Epoche vor der Märzrevolution von 1848 in Deutschland.
Falsch:
- Als „Vormärz“ bezeichnete man im französischen Revolutionskalender den Monat Februar.
- Unter „Vormärz“ versteht man die Zeit, bevor Friedrich Merz Kanzler wurde.
- „Vormärz“ ist die katholische Bezeichnung für die Zeit vor Ostern, das Ende März gefeiert wird.
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Beschreibe die Situation zur Zeit des Vormärz in Deutschland.
TippsIm 19. Jahrhundert war „Bursche“ eine übliche Bezeichnung für einen Studenten.
Monarchisten möchten einen König als Herrscher haben.
LösungNeben der territorialen Neuordnung Europas strebten die Verhandelnden auf dem Wiener Kongress von 1815 auch eine Wiederherstellung der Fürstenherrschaft an, eine sogenannte Restauration. Demgegenüber stand die wachsende nationalliberale Bewegung innerhalb der Bevölkerung, die nach der Befreiung von Napoleon einen deutschen Nationalstaat wünschte.
Zu diesem nationalen Ziel kamen liberale Forderungen, die auf den Ideen der Französischen Revolution basierten, wie zum Beispiel das Streben nach politischer Mitbestimmung und das Einfordern persönlicher Grundrechte. Vorreiter der Bewegung waren Studenten, die sich in Burschenschaften zusammenschlossen.
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Erläutere die zunehmende Spaltung der Gesellschaft und die Zuspitzung des Konflikts.
TippsAusdrücklich politische Versammlungen waren verboten, doch man konnte sich zum Beispiel zum Sport oder zum Singen treffen.
August von Kotzebue verfasste Theaterstücke und Gedichte und war auch als Journalist tätig.
LösungAuf dem Wartburgfest im Jahr 1817 versammelten sich Studenten aus dreizehn deutschen Universitäten, um für einen deutschen Nationalstaat mit eigener Verfassung einzutreten. Wenig später, im Jahr 1819, wurde der Schriftsteller August von Kotzebue, der die Nationalbewegung kritisiert und verspottet hatte, durch einen Burschenschaftler ermordet. Diese Tat wurde zum Anlass für die Karlsbader Beschlüsse, die die Presse- und Meinungsfreiheit durch Zensur und Überwachung deutlich einschränkten.
Die nationalliberalen Forderungen wurden erneut auf dem Hambacher Fest vorgetragen – doch auch das führte nicht zu einem Einlenken der Fürsten, sondern im Gegenteil zu weiteren Zwangsmaßnahmen. Die nationalliberale Bewegung blieb trotzdem aktiv, etwa in Vereinen oder in der Literatur der Zeit.
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Ordne die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen des Vormärz ein.
TippsDie nationalliberale Protestbewegung hatte ihren Anfang an den Universitäten.
Die Märzrevolution wird manchmal auch als „Achtundvierziger Revolution“ bezeichnet.
LösungDie deutschen Fürsten hatten auf dem Wiener Kongress 1815 im Wesentlichen eine Restauration ihrer Herrschaft angestrebt. Dagegen formierte sich Widerstand, zunächst unter Studenten, die Burschenschaften gründeten und sich im Jahr 1817 zum Wartburgfest trafen. Als im Jahr 1819 der Schriftsteller August von Kotzebue ermordet wurde, nahmen die Fürsten das zum Vorwand, um in den Karlsbader Beschlüssen verstärkt Maßnahmen zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit zu beschließen. Doch die nationalliberale Protestbewegung war nicht mehr aufzuhalten, was seinen Ausdruck etwa im Hambacher Fest 1832 fand. Diese politischen Spannungen und die wachsende soziale Ungleichheit schufen den Boden für die Märzrevolution im Jahr 1848.
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Benenne die nationalliberalen Forderungen und die Gegenmaßnahmen der Fürsten.
TippsDie Fürsten sahen sich selbst nicht auf einer Stufe mit dem Bürgertum.
Das Wort „liberal“ kommt in diesem Zusammenhang von Freiheitsrechten.
LösungDie Forderungen der nationalliberalen Bewegung zielten neben der Bildung eines deutschen Nationalstaats vor allem auf mehr politische Mitbestimmung ab. Ein weiteres Ziel war die im Wiener Kongress zugesagte Festschreibung der persönlichen Grundrechte sowie die Gleichberechtigung mit dem Adel und das Ende seiner Privilegien.
Um diesen Forderungen zu begegnen, setzten die Fürsten verstärkt auf Unterdrückungsmaßnahmen wie die Zensur von Zeitungen und Zeitschriften, Verbote von politischen Vereinigungen und Burschenschaften und eine stärkere Überwachung der Universitäten, von denen die liberale Bewegung ausging.
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Beurteile die Bedeutung von Meinungsfreiheit für die Demokratie.
TippsDer Völkerbund wurde erst 1920 in Genf gegründet.
In Diktaturen ist die Meinungsfreiheit gewöhnlich eingeschränkt.
LösungDas Recht, seine Meinung jederzeit frei äußern zu können, ist untrennbar mit der Demokratie verknüpft und darum auch durch Artikel 5 des Grundgesetzes besonders geschützt. Die Meinungsfreiheit gehört zu den grundlegenden Menschen- und Bürgerrechten, wie sie schon während der Französischen Revolution formuliert wurden. Auch in der Gründungsakte des Deutschen Bunds hatten sich die Mitgliedstaaten die Verabschiedung von Landesverfassungen vorgenommen.
Grundrechte und Volkssouveränität waren auch Kernforderungen der nationalliberalen Bewegung nach dem Wiener Kongress. Dagegen standen die Interessen der fürstlichen Staatsoberhäupter, die auf Proteste mit verschärften Kontrollen und Zensur reagierten. Die Meinungsfreiheit wurde auch später immer wieder eingeschränkt, zum Beispiel durch die Nationalsozialisten.
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