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Einführung in die Epoche der Klassik

Bestimmt kennst du Zitate wie: „Das also war des Pudels Kern“ oder: „Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor“? Weißt du auch, was damit gemeint ist? Am Ende des Textes wirst du es erfahren! Die Zitate stammen beide aus Johann Wolfgang von Goethes berühmten Werk „Faust. Der Tragödie erster Teil“, ein Werk, das aus der Epoche der Klassik (1786 - 1805) stammt. Den Dichtern und Denkern jener Zeit galt die Antike als Vorbild für ihr Schaffen. Durch ihre Kunst sollten die Menschen gebildet werden und ihr eigenes Wirken und Handeln am griechisch-römischen Ideal ausrichten.

Zeitgeschichtliche Einordung der Klassik

Der Klassik vorausgegangen war der Sturm und Drang, eine Epoche, in denen sich die Schriftsteller von den starren, vernunftbasierten Auffassungen der Aufklärung lösten und neue, freiere Wege gingen. Wichtig für den Sturm und Drang war das Genie, das durch seine schöpferische Schaffenskraft neuartige Werke konzipiert, in deren Mittelpunkt das Gefühl steht. Für die Klassik hingegen ist weder die Vernunft noch das Gefühl entscheidend; im Zentrum steht die Erziehung und Bildung des Menschen nach klassischem, d. h. antikem Vorbild.

Zeitstrahl

1789 begann in Frankreich die Französische Revolution, mit der eine komplette Umwälzung der französischen und später auch europäischen Gesellschaft einherging. Der Leitspruch liberté, égalité, fraternité (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) hatte nicht lange bestand; bald schon wandelte sich die Revolution in eine Schreckensherrschaft voller Gewalt. Zwei deutschen Dichtern war dies in Gräuel: Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller befürworteten die Französische Revolution in ihren Anfängen, lehnten aber ihre gewaltsame Durchsetzung ab.

Weltanschauung und Motive der Klassik

Hast du dich schon einmal gewundert, warum man auch von der Weimarer Klassik spricht? Grund dafür ist das damalige kulturelle Zentrum Weimar und ihre beiden berühmtesten Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Schiller gründete 1794 seine Zeitschrift „Die Horen“, an der auch Goethe mitarbeitete. Es war der Beginn einer beispiellosen Freundschaft zwischen den beiden Genies. Beide verband der Gedanke an das klassische Humanitätsideal und die Ideen der Französischen Revolution ohne Gewalteinwirkung.

Goethe wie Schiller waren zunächst Schriftsteller des Sturm und Drang. Beide feierten große Erfolge durch Stücke wie „Die Leiden des jungen Werther“ (Goethe) oder „Die Räuber“ (Schiller). Goethe fühlte sich aber alsbald nicht mehr wohl in Deutschland, sondern durch Regeln und Konventionen gegängelt, sodass er für eine Weile nach Italien ging. Diese Italienreise veränderte Goethes Denken: Die Antike galt ihm nun als Vorbild. Formstrenge, Metrik und ein hohes Sprachniveau sollten fortan die klassischen Werke auszeichnen. So bildeten sein Freund Schiller und er eine ästhetische Allianz und schrieben ihre Werke nach diesem Vorbild.

Wichtige Autoren und Werke der Klassik

Sicher bist du bereits mit den drei großen literarischen Gattungen Epik, Lyrik und Dramatik vertraut. Grundsätzlich lassen sich Texte aller Gattungen in der Klassik finden, Dramen erfreuen sich aber der größten Beliebtheit. Autoren setzen in ihren dramatischen Texten auf den sogenannten Katharsis-Effekt. Darunter versteht man die psychische Reinigung durch das Mitleiden mit den Helden des Dramas. Des Weiteren gliedern sich klassische Dramen meist in fünf Akte und orientieren sich in Wortwahl, Satzbau und Metrik am klassischen Formideal.

Antiker Tempel

Wie du sicherlich gemerkt hast, sind die prägenden Schriftsteller jener Epoche Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Weitere Autoren der Weimarer Klassik waren Johann Gottfried Herder und Martin Wieland. Die beiden letzteren arbeiteten aber jeweils für sich; einen produktiven Austausch im Sinne eines gemeinsamen Arbeitsverhältnisses gab es nur zwischen Goethe und Schiller. Aus diesem Grund ist die Epoche der Weimarer Klassik eindeutig umrissen: Sie beginnt 1786 mit Goethes Italienreise und endet 1805 mit Schillers Tod.

Statue von Goethe und Schiller

Friedrich Schiller

Friedrich Schiller (1759 – 1805) gilt bis heute als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller aller Zeiten. Aus ärmeren Verhältnissen stammend, schrieb er zunächst heimlich und unter Pseudonym. Später wurde er Universitätsprofessor in Jena und unterhielt einen regen Briefwechsel mit seinem Freund und Arbeitskollegen Goethe. Schiller schrieb neben literarischen auch philosophische Schriften. In seinem Werk „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ (1795) beschreibt er die Idee, die Menschen durch Kunst und Literatur zu bilden, damit das menschliche Dasein verbessert wird. Zu Schillers wichtigsten Werken der Klassik gehören:

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), der vielleicht berühmteste Dichter Deutschlands, stammte aus einer wohlhabenden Familie und war dadurch zeitlebens materiell abgesichert. Berühmt wurde er national und international mit seinem Drama „Die Leiden des jungen Werther“. Diese Erlebnisdichtung ist aufgrund seiner tiefen Emotionalität noch der Epoche des Sturm und Drang zuzuordnen. Nach Goethes Italienreise, mit der er die Klassik einleitete, veränderte sich seine Sicht auf die Dinge. Nicht mehr das Gefühl war das Maßgebende, sondern die Idee der Erziehung des Menschen. Prägend für diese Schaffensperiode sind z. B. seine Werke:

Faust

„Faust. Der Tragödie erster Teil"

Eines der berühmtesten deutschen Werke ist Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ . Heinrich Faust ist ein unzufriedener Wissenschaftler, der dem Teufel Mephisto seine Seele verspricht, wenn dieser ihm zu einem neuem Leben verhilft. Gesagt, getan - die beiden gehen eine Wette ein: Mephisto verwandelt Faust wieder in einen jungen Mann und will diesen vom rechten Weg abbringen. Im Laufe ihrer Reise lernt der junge Faust Margarete (Gretchen) kennen und lieben. Er bringt der jungen Frau jedoch nur Kummer; sie wird ungewollt schwanger und tötet das Baby, woraufhin sie verhaftet wird. Des Weiteren verliert sie aufgrund Mephistos Wirken ihre Mutter und ihren Bruder, wodurch sie wahnsinnig wird. Als sie schließlich verhaftet wird, kann Faust sie nicht retten; er überlässt sie Gottes Gnaden.

Lass uns zum Abschluss noch einmal auf die Zitate aus „Faust" vom Textanfang zurückkommen: Unter „des Pudels Kern“ versteht man die Problematik, dass hinter einem Sachverhalt, der offensichtlich erscheint, noch eine andere Bedeutungsebene versteckt sein kann. Das zweite Zitat („Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor“) verweist auf ein Grundproblem menschlichen Daseins; nicht nur die wissenschaftliche Bildung ist entscheidend, sondern auch das Private, sprich Liebe, Freundschaft und Spaß.

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