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Der Schriftsteller Joseph von Eichendorff

Woran denkst du, wenn du das Wort Romantik hörst? Vielleicht an einen malerischen Sonnenuntergang? Ein Essen bei Kerzenschein? Oder an wunderschöne Naturgedichte? Die Romantik ist nämlich vor allem auch eine Literaturepoche und führt uns unweigerlich zu dem Schriftsteller Joseph von Eichendorff, ihrem bekanntesten deutschsprachigen Vertreter (1788-1857). Wie kein anderer beschreibt er in seinen Erzählungen und zahlreichen Gedichten die Sehnsucht nach Freiheit, Liebe und Natur. Gleichzeitig wird er aber auch als „Dichter des Heimwehs“ bezeichnet.

Eichendorff

Joseph von Eichendorff und seine Zeit

Die Epoche der Romantik (ca. 1795-1840) versteht sich als Gegenbewegung zur gesellschaftlichen Wirklichkeit der Moderne und des beginnenden industriellen Zeitalters. Außerdem lehnen die Autoren jener Zeit - auch Eichendorff - das naturwissenschaftliche Nützlichkeitsdenken der Aufklärung und die Betonung der Vernunft entschieden ab. Die Welt der Vernunft und die Welt des Gefühls sollten wieder zu einem Ganzen zusammengefügt werden und keine Gegensätze sein. Das junge 19. Jahrhundert ist darüber hinaus geplagt von den Napoleonischen Kriegen (1792-1815), die ganz Europa in Atem halten. All diese Umstände führen in der Literatur zu einer Flucht in fantastische und vergangene Welten sowie zu einer Rückbesinnung zur Natur.

Epoche der Romantik

Das Leben des Joseph von Eichendorff

Eichendorff, der im preußischen Verwaltungsdienst tätig und auch an den Befreiungskriegen gegen Napoleon beteiligt war, empfindet die Dichtung als Gegenwelt zur Welt der Sorgen und Probleme des menschlichen Alltags. Zudem hat er als Sprössling einer katholischen Adelsfamilie eine starke Bindung zum Glauben und zur Religion. Erste literarische Versuche machte er bereits in der Kindheit. 1812 schließlich - während er sich auf sein juristisches Examen vorbereitet - entsteht sein erster Roman „Ahnung und Gegenwart“. Es folgen unzählige Gedichte, z.B. „Mondnacht“, „Sehnsucht“ oder „Waldgespräch“. Eichendorff ist zudem für seine Novellen, u.a. „Das Marmorbild“ (1818) und „Aus dem Leben eines Taugenichts“ (1826), bekannt. Mit 69 Jahren stirbt der Dichter an einer Lungenentzündung.

Bedeutende Werke

„Aus dem Leben eines Taugenichts“

Die märchenhafte Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ zählt zu Eichendorffs erfolgreichsten und meistübersetzten Werken. Die Geschichte über den Taugenichts, einen jungen Müllersburschen, der in die Welt zieht, um sein Glück zu finden, zählt mit seinen vielen lyrischen Elementen zu den Meisterwerken der romantischen Dichtkunst. Die unbedachte Art des Protagonisten, seine Naturverbundenheit und seine Gleichgültigkeit gegenüber materiellen Gütern machen den Text heute aktueller denn je. Während seiner Reise durch Österreich und Italien erlebt der Taugenichts allerlei Abenteuer, vom ersten Verliebtsein bis zu einer Entführung ist alles dabei. Und ein Happy End gibt es auch: Der junge Mann verlobt sich mit seiner geliebten Aurelie.

Eichendorff

Lyrik

Es schienen so golden die Sterne,/ Am Fenster ich einsam stand/ Und hörte aus weiter Ferne/ Ein Posthorn im stillen Land.

So lauten die ersten Verse von Eichendorffs berühmten Gedicht „Sehnsucht“ (1834). Wie in vielen anderen lyrischen Texten auch finden sich hier die Themen Sehnsucht und Fernweh wieder. Weitere wiederkehrende Motive in Eichendorffs Lyrik sind: die Nacht und der Morgen, die Heimat, aber auch das Fremde, sowie Einsamkeit und die Natur, insbesondere der Wald.

Na, bist du jetzt neugierig geworden und willst mehr von Eichendorff lesen - oder vielleicht lieber bei Sonnenuntergang und Kerzenschein hören? Es gibt nämlich über 5000 Vertonungen von seinen Werken, u.a. von Robert Schumann oder Johannes Brahms.

Videos und Übungen in Joseph von Eichendorff

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