Synapse – Definition
Synapsen bilden die Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen und einer weiteren Nerven-, Sinnes- oder Drüsenzelle oder einer Muskelfaser. Synapsen dienen der Informationsverarbeitung und -weiterleitung durch Erregungsübertragung. Je nach Art dieser Erregungsübertragung unterscheidet man zwischen chemischen und elektrischen Synapsen.
Synapsentypen
Man unterscheidet verschiedene Synapsentypen, zum Beispiel je nach Form der Übertragung oder Auswirkung auf die Zielzelle.
Elektrische Synapsen
Nach Form der Übertragung unterscheidet man elektrische und chemische Synapsen. In einer elektrischen Synapse wird die Erregung (Bildung bzw. Auslösung eines Aktionspotenzials) direkt in Form eines elektrischen Signals an die benachbarte Zelle weitergegeben. Dies geschieht fast verzögerungsfrei, da spezielle Proteinkanäle, sogenannte gap junctions, die Zellen miteinander verbinden. Ionen können dadurch in beide Richtungen passieren, die Nervenzellen sind elektrisch gekoppelt.
Elektrische Synapsen kommen zwar nicht so häufig in unserem Körper vor, sind jedoch immer dann von großer Bedeutung, wenn die Übertragungsgeschwindigkeit hoch sein muss (zum Beispiel im Herzmuskel).
Wusstest du schon?
Die Informationsübertragung an elektrischen Synapsen erfolgt in weniger als einer Millisekunde! Das ist so schnell, dass du dir kaum vorstellen kannst, wie blitzschnell unsere Nervenzellen wirklich arbeiten.
Chemische Synapsen
Chemische Synapsen übertragen eine Erregung indirekt auf die nächste Zelle, indem sie ein elektrisches Signal in ein chemisches umwandeln. Dazu wird die Freisetzung von Botenstoffen durch ein elektrisches Signal ausgelöst. Zwischen den beiden Nervenzellen (Prä- und Postsynapse) befindet sich ein synaptischer Spalt, in den ein chemischer Botenstoff (Neurotransmitter) aus der Präsynapse gelangt, der für die weitere Signalübertragung verantwortlich ist.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten von elektrischen und chemischen Synapsen
Sowohl elektrische als auch chemische Synapsen sind Kontaktstrukturen zur Übertragung eines Signals von einer Nervenzelle auf eine weitere Nerven- oder andere Zielzelle. Die elektrische Synapse leitet das Signal über einen sehr engen Zellkontakt und über Ionenkanäle direkt weiter – ein Aktionspotenzial im präsynaptischen Neuron löst somit unmittelbar ein Aktionspotenzial im postsynaptischen Neuron aus. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist dadurch sehr hoch. Die Erregungsweiterleitung erfolgt aufgrund des Ionenstroms passiv. Die Erregung kann in beide Richtungen laufen.
Bei einer chemischen Synapse dauert die Übertragung länger (etwa 1 Millisekunde), denn hier wird ein elektrisches Signal in ein chemisches umgewandelt. Chemische Botenstoffe (Neurotransmitter) werden freigesetzt und leiten die weitere Informationsübertragung ein. Die Erregungsübertragung kann nur in eine Richtung stattfinden.
Hemmende und erregende Synapsen
Es gibt erregende Synapsen und hemmende Synapsen, die im Nervensystem zu etwa gleichen Teilen vorkommen. Erregende (auch: exzitatorische) Synapsen sorgen für eine Weiterleitung von Impulsen. Hemmende (auch: inhibitorische) Synapsen unterdrücken die Erregungsleitung.
Beide Synapsentypen sind in Bau und Funktion gleich. Der Unterschied beruht auf den verschiedenen Botenstoffen (Neurotransmittern), die entweder erregende oder eben hemmende Auswirkungen auf die Erregungsweiterleitung besitzen.
Fehleralarm
Es ist ein Missverständnis, dass Synapsen immer Signale weiterleiten. Manche Synapsen können Signale auch hemmen und damit die Übertragung von Informationen kontrollieren.
Synapse – Aufbau
Synapsen bestehen vereinfacht gesehen aus drei Bereichen. Im Folgenden besprechen wir den Aufbau einer chemischen Synapse:
Präsynaptische Membran und Neurotransmitter
An den Enden von Nerven- oder Sinneszellen befindet sich der präsynaptische Teil der Synapsen, der winzige Bläschen (Vesikel) mit Botenstoffen, die auch Neurotransmitter genannt werden, enthält. Die Vesikel können mit der präsynaptischen Membran verschmelzen, wodurch die Neurotransmitter in den synaptischen Spalt ausgeschüttet werden.
Postsynaptische Membran
Dem präsynaptischen Teil liegt der postsynaptische Teil einer jeweils nachgeschalteten Nerven-, Sinnes- oder Drüsenzelle oder Muskelfaser gegenüber, auf dessen Membran Rezeptoren haften.
Synaptischer Spalt
Wie bereits erwähnt befindet sich zwischen dem präsynaptischen Teil einer Nervenzelle und dem postsynaptischen Teil der nächsten Zelle der synaptische Spalt.
In der folgenden Abbildung sind die drei Teile einer Synapse bzw. einer Nervenzelle (blau) mit einer weiteren, nachgeschalteten Nervenzelle (lila) dargestellt und beschriftet:

Das Endknöpfchen stellt den präsynaptischen Teil der ersten Nervenzelle (blau) dar, die Rezeptoren gehören zum postsynaptischen Teil und sind damit ein Bestandteil der nachgeschalteten Nervenzelle (lila). Dazwischen liegt der synaptische Spalt.
Synapse – Funktion
Mithilfe der Nervenzellen und ihrer Synapsen werden wahrgenommene Reize weitergeleitet und meist in chemische Signale umgewandelt, die eine Reaktion der Zielorgane bzw. der Muskeln hervorrufen. Legst du zum Beispiel eine Hand auf eine heiße Herdplatte, ziehst du diese unwillkürlich und blitzschnell zurück. Das funktioniert so:
Der Reiz „Hitze“ wird von den Sinneszellen der Haut wahrgenommen und über die Sinnesnerven als elektrische Erregung weitergeleitet. Ein solcher Reiz kann zum Beispiel das Wahrnehmen einer Temperaturveränderung sein, aber auch ein visueller Reiz oder Schmerz.
Diese elektrische Erregung gelangt zum präsynaptischen Endknopf (bzw. Endknöpfchen) der Nervenzelle, wird dort in einen chemischen Impuls (Botenstoff) umgewandelt und freigesetzt.
Die Botenstoffe überwinden den synaptischen Spalt und binden an die passenden Rezeptoren an der postsynaptischen Membran der nächsten (nachgeschalteten) Zelle. Diese Bindung zwischen den Botenstoffen und den Rezeptoren funktioniert nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das heißt, der jeweilige Botenstoff passt zum jeweiligen Rezeptor wie ein Schlüssel ins passende Schloss.
Durch die Bindung zwischen Botenstoff und Rezeptor wird erneut ein elektrischer Impuls ausgelöst, der wieder am Axon entlangwandert und so über die Synapsen von Zelle zu Zelle weitergegeben wird, bis die Zielzellen erreicht sind. Im genannten Beispiel sind die Zielzellen Muskelfasern und das Erfolgsorgan ist ein Muskel.
Als Reaktion auf den Reiz kontrahiert der Muskel: Du ziehst die Hand zurück.
Nach dieser Erregung werden die verbleibenden Botenstoffmoleküle im synaptischen Spalt durch Enzyme in Spaltprodukte zerlegt. Diese gelangen zurück in das präsynaptische Endknöpfchen und stehen wieder für eine Neuproduktion von Botenstoffen zur Verfügung.
Synapse – Ablauf der Signalübertragung
Betrachten wir noch einmal etwas genauer, was im prä- und postsynaptischen Teil passiert. Ein Aktionspotenzial erreicht zunächst das Endknöpfchen, was zu einer Spannungsänderung führt. Das nennt man Depolarisation. Dadurch öffnen sich spannungsgesteuerte Calciumkanäle und Calciumionen $\left( \ce{Ca^{2+}} \right)$ strömen durch die Kanäle in den präsynaptischen Teil. Die Zunahme der Calciumionen sorgt wiederum dafür, dass die Vesikel mit den Botenstoffen mit der präsynaptischen Membran verschmelzen – je höher die Calciumionenkonzentration, desto mehr Vesikel verschmelzen mit der Zellmembran. Die Neurotransmitter gelangen daraufhin in den synaptischen Spalt und diffundieren zur postsynaptischen Membran. Dort befinden sich spezifische Rezeptoren, die wiederum mit Ionenkanälen verbunden sind. Sie öffnen sich, sobald die Neurotransmitter an die Rezeptoren binden. So können beispielsweise Natriumionen $\left( \ce{Na^{+}} \right)$ in den postsynaptischen Teil einströmen und es kommt zu einem postsynaptischen Potenzial. Je nach Ionenstrom wird ein aktivierendes oder hemmendes Signal in der postsynaptischen Zelle ausgelöst. Die Neurotransmitter können dann wieder in die präsynaptische Zelle aufgenommen und erneut verwendet werden.
Der beschriebene Weg der Erregungsübertragung an einer chemischen Synapse ist auch noch einmal in der folgenden Abbildung dargestellt:

Viele Synapsen führen zu einer Reaktion
Die Erregung oder Hemmung von einer Synapse allein kann keine Reaktion hervorrufen. Nur wenn eine bestimmte Anzahl von Synapsen gleichzeitig das gleiche Signal empfängt und dabei ein bestimmter Schwellenwert überschritten wird, erfolgt eine körperliche Reaktion.
Synapsengifte
Es gibt verschiedene Synapsengifte, die, je nach Art des Gifts, in allen Teilen der Synapse (Präsynapse, synaptischer Spalt, Postsynapse) wirken können. Sie beeinflussen die Erregungsübertragung also auf unterschiedliche Weise. Nikotin und Kokain sind Beispiele für Synapsengifte, deren Wirkungen wir nachfolgend kurz erklären.
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Nikotin aktiviert postsynaptische Rezeptoren und öffnet dadurch Natriumkanäle. Dies hat eine erregende Wirkung auf den Körper und selbst schwächere Signale können bereits eine Depolarisation auslösen. Da Nikotin langsam abgebaut wird, kann eine Dauerdepolarisation die Folge sein, was häufig zu Schwindel und Übelkeit führt.
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Kokain bewirkt, dass der Botenstoff Dopamin ohne ein elektrisches Signal in den synaptischen Spalt gelangt. Dopamin spielt eine Rolle bei der Motivations- und Emotionsregulation und ist auch als Botenstoff des Glücks bekannt. Die Wiederaufnahme in den präsynaptischen Teil wird außerdem verhindert. Dadurch ist ein Vielfaches der normalen Botenstoffmenge im synaptischen Spalt vorhanden und die nachfolgende Zelle wird dauergereizt. In diesem Moment fühlt sich eine Person oft unschlagbar und ist zu beeindruckenden Leistungen imstande, es kommt allerdings nicht selten zur Abhängigkeit. Schlimm wird es für Konsumierende insbesondere nach dem Rausch: Kokain wird schnell abgebaut. Da die freigesetzten Botenstoffe allerdings nicht wieder in die Präsynapse aufgenommen werden können, brauchen die Nervenzellen sehr lange, die Neurotransmitter wieder aufzufüllen. Folgen sind meistens Gefühle der Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmungen, Angstzustände, Wahnvorstellungen und vieles mehr.
Wusstest du schon?
Lernen und Erinnern hängen stark von der Aktivität deiner Synapsen ab. Ohne funktionierende Synapsen könntest du dich nicht an den Namen deiner besten Freundin oder deinen Lieblingstext in einem Song erinnern!
Ausblick – das lernst du nach Synapse (Basiswissen)
Vertiefe dein Wissen mit dem Thema Vom Reiz zum Aktionspotenzial. Lerne außerdem etwas über die Erregungsleitung innerhalb der Nervenzelle.
Synapse – Zusammenfassung
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Synapsen sind Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen und weiteren Nerven-, Sinnes-, Drüsenzellen oder Muskelfasern.
- Synapsen dienen der Erregungsübertragung.
- Je nach Form der Übertragung unterscheidet man zwischen elektrischen und chemischen Synapsen.
- Grundsätzlich ist eine Synapse aus drei Teilen aufgebaut: einem präsynaptischen Teil, einem synaptischen Spalt und einem postsynaptischen Teil.
- Es gibt erregende und hemmende Synapsen.
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Synapsengifte beeinflussen die Erregungsübertragung an verschiedenen Wirkorten.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Synapsen
Erkläre den Unterschied zwischen einem EPSP und einem IPSP.
Exzitatorische Potenziale, kurz EPSPs, verringern das Membranpotenzial und machen die Entstehung eines Aktionspotenzials wahrscheinlicher, sie wirken daher erregend.
Inhibitorische Potenziale, kurz IPSPs, erhöhen das Membranpotenzial und wirken somit der Entstehung eines Aktionspotenzials durch eine hemmende Wirkung entgegen.
Vergleiche die räumliche und die zeitliche Summation.
Bei der räumlichen Summation werden im Neuron eintreffende erregende und hemmende Potenziale unterschiedlicher Synapsen summiert. Bei Erreichen eines bestimmten Schwellenwerts wird ein Aktionspotenzial generiert.
Bei der zeitlichen Summation werden im Neuron zu unterschiedlichen Zeitpunkten eintreffende erregende und hemmende Potenziale einer einzigen Synapse aufsummiert. Auch hier kann ein Aktionspotenzial entstehen, wenn ein bestimmter Schwellenwert erreicht wird.
Mit räumlicher Summation ist also die Summierung der gleichzeitig auftretenden Potenziale mehrerer verschiedener Synapsen gemeint, mit zeitlicher Summation die Summierung hintereinander auftretender Potenziale über einen gewissen Zeitraum hinweg.
Beschreibe den Ablauf an einer chemischen Synapse vom Eintreffen des Aktionspotenzials an der präsynaptischen Membran bis zur Entstehung eines postsynaptischen Potenzials am nachgeschalteten Neuron.
Wenn ein Aktionspotenzial die Präsynapse erreicht, kommt es zu einer Spannungsänderung. Dadurch werden die Calciumkanäle geöffnet und Calciumionen können in das Endknöpfchen einströmen. Es kommt zur sogenannten Depolarisation der Membran.
Mit Neurotransmittern gefüllte Vesikel bewegen sich jetzt zur Präsynapse und verschmelzen dort mit ihr. Daraufhin werden Neurotransmitter in den synaptischen Spalt freigegeben und diffundieren dann zur Postsynapse. Dort binden sie an Rezeptoren von Ionenkanälen der postsynaptischen Membran. Dadurch öffnen sich die Ionenkanäle und zum Beispiel Natriumionen strömen ein.
Es kommt zu einer Depolarisation der postsynaptischen Membran und es entsteht wieder ein Aktionspotenzial, das weitergeleitet wird. Anschließend werden die Neurotransmitter enzymatisch inaktiviert und dann erneut in die Präsynapse aufgenommen.
Vergleiche das Prinzip der Informationsweiterleitung an der Synapse mit der am Axon.
Eine Erregung entsteht immer am Axonhügel der Nervenzelle. Sie wird in Form eines Aktionspotenzials (elektrische Spannungsänderung) entlang des Axons weitergeleitet. Diese elektrischen Impulse aus dem Axon werden an der Synapse in chemische Signale (Freisetzung von Neurotransmittern) umgewandelt. Bei chemischen Synapsen ist also die Informationsweiterleitung im Axon rein elektrisch, am synaptischen Spalt hingegen chemisch.
Einige Synapsen leiten jedoch auch direkt elektrische Impulse weiter – man nennt sie elektrische Synapsen.
Erläutere, warum es wichtig ist, dass der Botenstoff im synaptischen Spalt wieder abgebaut wird.
Es ist sehr wichtig, dass der Botenstoff wieder abgebaut und zurück in das präsynaptische Endknöpfchen aufgenommen wird. Andernfalls findet eine dauerhafte Erregung der Postsynapse statt und dies kann beispielsweise zu starren Lähmungen und Krämpfen im Körper führen.
Einige psychoaktive Substanzen setzen in ihrer Wirkung jedoch genau hier an. Auch bei Medikamenten kann der kontrollierte Effekt einer gehemmten Wiederaufnahme genutzt werden, zum Beispiel bei Medikamenten zur Behandlung gegen Depressionen.
Beschreibe die Vorgänge am synaptischen Spalt.
Ein Aktionspotenzial erreicht die Präsynapse und es kommt zu einer Spannungsänderung. Dadurch werden Calciumkanäle geöffnet und Calciumionen strömen in das Endknöpfchen. Es kommt zur Depolarisation der Membran.
Mit Neurotransmittern gefüllte Vesikel bewegen sich nun zur Präsynapse und verschmelzen dort mit ihr. Daraufhin werden die Neurotransmitter in den synaptischen Spalt freigegeben und diffundieren zur Postsynapse. Dort binden sie an Rezeptoren von Ionenkanälen der postsynaptischen Membran.
Durch die nun geöffneten Ionenkanäle strömen zum Beispiel Natriumionen ein und es kommt zu einer Depolarisation der postsynaptischen Membran. Dadurch entsteht wieder ein Aktionspotenzial, das weitergeleitet wird.
Anschließend werden die Neurotransmitter enzymatisch inaktiviert und wieder in die Präsynapse aufgenommen.
Wie erfolgt die Erregungsleitung an der motorischen Endplatte? Beschreibe.
Eine motorische Endplatte ist eine spezielle chemische Synapse. Hier findet die Reizübertragung von Nervenfasern auf Muskelfasern statt. Bestandteile sind dabei das Endknöpfchen der Nervenzelle, ein synaptischer Spalt und ein Membranabschnitt der Muskelzelle.
Die Signalübertragung wird verstärkt durch eine prä- und postsynaptische Oberflächenvergrößerung. Acetylcholin ist hier der häufigste Neurotransmitter, der erregend wirkt. Ein sogenanntes Endplattenpotenzial entsteht und breitet sich aus. Dies löst dann eine (gewünschte) Muskelkontraktion aus.
Synapsen funktionieren als Kontaktstellen zwischen Nervenzellen oder einer Nervenzelle und einer anderen Körperzelle, z. B. einer Muskelzelle. An ihnen findet die Informationsweiterleitung mittels chemischer oder elektrischer Übertragung auf eine andere Zelle statt.
Wie funktioniert eine Synapse?
Eine Synapse überträgt Reize von einer Nervenzelle zu einer anderen Zelle. Dabei kann die Weiterleitung der Potenziale mittels chemischer oder elektrischer Übertragung stattfinden.
Was ist eine hemmende Synapse?
Eine hemmende Synapse löst Potenziale aus, die das Entstehen einer Hyperpolarisation an der postsynaptischen Membran bewirken (IPSP). Einer der bekanntesten Neurotransmitter bei hemmenden Synapsen ist beispielsweise GABA.
Wie wirken Gifte an der Synapse?
Synapsengifte können unterschiedliche Wirkungen haben.
Sie können zum Beispiel postsynaptische Rezeptoren blockieren oder die Ausschüttung der Neurotransmitter in den synaptischen Spalt verhindern.
Das bekannte Synapsengift Botulinumtoxin verhindert beispielsweise die Ausschüttung des Neurotransmitters Acetylcholin in den synaptischen Spalt, indem es an der präsynaptischen Membran die Exozytose der synaptischen Vesikel mit der Membran blockiert. Folglich werden weniger bis keine Neurotransmitter mehr freigesetzt. Dadurch können keine Aktionspotenziale mehr weitergeleitet werden und es kommt zur Lähmung der Muskulatur.
Was ist die Aufgabe einer Synapse?
Die Aufgabe einer Synapse ist es, als Kontaktstelle zwischen Nervenzellen oder einer Nervenzelle und einer anderen Körperzelle, z. B. einer Muskelzelle, zu fungieren. An ihr findet Informationsverarbeitung und -weiterleitung mittels chemischer oder elektrischer Übertragung auf eine andere Zelle statt.
Die Bezeichnung Synapse kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt zusammenfassen. In der Neurologie ist eine Synapse die Kontaktstelle zwischen einer Nervenzelle und einer anderen Zelle.
Welche Bereiche gehören zu einer Synapse?
Synapsen sind Verbindungsstellen. Man kann sie in drei Bereiche einteilen:
- das synaptische Endknöpfchen mit der präsynaptischen Membran (Präsynapse),
- den synaptischen Spalt und
- die postsynaptische Membran mit den entsprechenden Rezeptoren (Postsynapse).
Es gibt chemische und elektrische Synapsen.
Chemische Synapsen kommen in überwiegender Zahl im menschlichen Nervensystem vor. Sie sind in ihrer Übertragung allerdings langsamer als elektrische Synapsen.
Elektrische Synapsen, auch gap junctions genannt, arbeiten schneller. Sie kommen beispielsweise zwischen Neuronen der Retina oder zwischen den Zellen des Herzmuskels vor.
Welche synaptische Übertragung ist schneller?
Die Übertragung an der elektrischen Synapse funktioniert schneller, auch wenn sie seltener im Nervensystem vorkommt. Bei einer elektrischen Synapse (auch gap junction genannt) gibt es eine direkte und schnellere Übertragung des elektrischen Signals als über Ionenkanäle einer chemischen Synapse zwischen den Nervenzellen.
Welche Synapsengifte gibt es?
Synapsengifte sind chemische Substanzen, die die Funktion der Synapsen erheblich einschränken oder komplett stoppen. Dazu gehören viele Alkaloide. Drei der bekanntesten Synapsengifte sind:
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Botulinumtoxin, das die Ausschüttung von Botenstoffen in den synaptischen Spalt verhindert und somit eine schlaffe Lähmung bewirkt;
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Alpha-Latrotoxin (Spinnengift), das die Calciumkanäle dauerhaft öffnet und somit die fortlaufende Ausschüttung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt auslöst. Hier entstehen Krämpfe und dadurch auch eine Lähmung.
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Atropin, das eine Depolarisation wirksam verhindert, indem es die postsynaptischen Rezeptoren blockiert wie Acetylcholin, jedoch ohne an der Membran eine Wirkung zu erzielen. Die Pupillen weiten sich und die Muskulatur erschlafft ebenfalls.
Wie sieht eine Synapse aus?
Eine Synapse sieht ein bisschen aus wie ein Gelenk zwischen zwei Zellen, auch wenn es viel, viel kleiner ist. Es gibt ein Endknöpfchen, das zur Nervenzelle gehört und über den synaptischen Spalt an eine zweite Zelle andockt. Dies kann eine weitere Nervenzelle sein oder zum Beispiel eine Muskelzelle.
Wie wirken Drogen an einer Synapse?
Drogen können unterschiedliche Wirkungen an der Synapse erzielen. Gewünscht sind zumeist aufputschende, erregende Effekte, aber auch Entspannung.
In Cannabis ist zum Beispiel der rauschauslösende Stoff THC enthalten. Dieser erzeugt eine Hemmung der Transmitterwirkung auf die Postsynapse und löst daher bei den meisten Menschen Entspannung, Gleichgültigkeit, aber auch übersteigerte Esslust aus.
Amphetamine bewirken dagegen, dass Serotonin und Dopamin länger im synaptischen Spalt bleiben und schlechter wieder in die Präsynapse aufgenommen werden können. Dies führt zu Motivation, Bewegungsdrang, aber auch zu übersteigerten Glücksgefühlen und dem sogenannten „high“.
Synapsen sind überall dort im Körper zu finden, wo eine schnelle Reizweiterleitung notwendig ist. Das bedeutet, sie kommen in hoher Dichte im Nervensystem vor. Sie bilden jedoch auch die Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen und anderen Zellen wie Muskelzellen oder Sinneszellen.
Was ist der synaptische Spalt?
Der synaptische Spalt befindet sich zwischen dem Endknöpfchen einer Nervenzelle und einer weiteren Zelle, an die die Nervenzelle Signale weitergibt. Er ist flüssigkeitsgefüllt, sodass Ionen, Enzyme und Botenstoffe darin diffundieren können.
Was ist eine erregende Synapse?
Eine erregende Synapse löst Potenziale aus, die das Entstehen einer Depolarisation an der postsynaptischen Membran bewirken (EPSP).
Dabei werden Neurotransmitter ausgeschüttet, die eine Öffnung der Natriumkanäle bewirken. Natriumionen strömen in die Postsynapse ein. Dadurch entsteht die Depolarisation und der Impuls wird weitergeleitet. Einer der bekanntesten Neurotransmitter erregender Synapsen ist Glutamat.