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Die Klasse der Reptilien

Die Reptilien werden auch Kriechtiere genannt und bilden eine Klasse innerhalb der Wirbeltiere. Von ihnen gibt es weltweit ca. 10 000 Arten. In Deutschland leben davon nur 15 Arten, wie z.B. die Zauneidechse, die Europäische Sumpfschildkröte und die Ringelnatter. Wusstest du, dass die ausgestorbenen Dinosaurier auch zu der Klasse der Reptilien gehören? Häufig werden Amphibien und Reptilien miteinander verwechselt. Gemeinsam haben die beiden Klassen, dass ihre Haut keine Haare oder keinen Federn trägt. Trotzdem kann man sie ganz gut anhand ihrer Haut unterscheiden, denn Reptilien besitzen eine schuppige Haut, während Amphibien keine Schuppen tragen. Die dünne Haut der Amphibien trocknet sehr schnell, weshalb sie an das Leben am Wasser gebunden sind.

Zauneidechse

Die Reptilien werden in folgende vier Ordnungen aufgeteilt:

Merkmale der Reptilien

Reptilien sind wechselwarme Tiere. Der wissenschaftliche Name für wechselwarm ist poikilotherm. Das bedeutet, dass diese Tiere keine konstante Körpertemperatur haben, wie beispielsweise die Säugetiere. Ihre Körpertemperatur ist also von der Umwelttemperatur abhängig, daher regulieren die Reptilien ihre Körpertemperatur durch ihr Verhalten. Wenn es zu kalt wird, verfallen sie in eine Kältestarre oder Winterstarre, bei starker Hitze in eine Hitzestarre. In diesem Zustand sind die Tiere reglos und können nicht durch äußere Reize geweckt werden. Ihre Körperfunktionen, wie der Stoffwechsel, sind stark verlangsamt.

Um ihre Körpertemperatur zu erhöhen, gehen Reptilien oft Sonnenbaden. Man kann sie dann auf Steinen mitten in der prallen Sonne beobachten.

Reptil beim Sonnenbaden

Reptilien leben an Land und atmen über Lungen. Das erkennt man auch an ihrem Blutkreislauf. Dieser teilt sich wie bei uns Säugetieren in einen Körper- und Lungenkreislauf auf. Auch legen die meisten Reptilien Eier, aus denen ihre Jungen schlüpfen. Einige wenige Arten gebären aber auch lebend.

Wie du schon erfahren hast, tragen Reptilien keine Haare oder Federn, wie andere Wirbeltiere. Ihr Körper ist dafür mit festen Hornschuppen bedeckt. Die Schildkröten besitzen einen großen Knochenpanzer, der häufig auch mit Hornschuppen besetzt ist.

Reptilienschuppen

Die Schuppenkriechtiere, wie Schlangen und Eidechsen, besitzen dagegen nur eine mit Schuppen besetzte Haut. Da diese nicht mitwächst, müssen sie sich während ihrer Wachstumsphase häuten. Sie wachsen also aus ihrer Haut heraus und hinterlassen ihre nicht mitwachsenden Häute. Mit einer Menge Glück findet man solche Häute hinterher und kann sogar erkennen, zu welchem Tier sie gehören. Die Haut von Schlangen erkennt man natürlich daran, dass sie keine Beine hat. In Mitteleuropa kann sie zum Beispiel von einer Ringelnatter oder einer Kreuzotter stammen.

Ringelnatter mit offenen Maul.jpg

Gefährdung der Reptilien

In Deutschland sind viele Reptilienarten vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet und stehen daher auf der Roten Liste. Vielerorts geht ihre Anzahl stark zurück, weswegen sie besonders geschützt werden müssen. Um das Aussterben der Reptiliennarten zu verhindern, werden einige Schutzmaßnahmen für Reptilien getroffen. Reptilien sind besonders auf eine natürliche und vom Menschen nicht veränderte Umwelt angewiesen. Die Reptilien sind nun aber zum einen auf freie Sonnenplätze, wie Waldlichtungen, angewiesen, zum anderen verstecken sie sich gern im Unterholz und legen auch dort geschützt ihre Eier ab. Häufig werden viele Wälder aber von Menschen zur Forstwirtschaft genutzt, auf den Waldlichtungen werden Bäume für mehr Ertrag gepflanzt und Baumstämme werden direkt wegtransportiert. So sind Naturschutzgebiete ohne Forstwirtschaft besonders wichtig für Reptilien. Aber auch jeder einzelne kann in seinem Garten Schutzmaßnahmen für Reptilien schaffen. Schon ein Steinhaufen an einem sonnigen Platz kann Reptilien anlocken und ihnen einen guten Platz zum Sonnen bieten.