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Transkript Der Markt und Elastizitäten - Einführung

Herzlich willkommen zum Video der Marktelastizität. In den anderen Videos zum Thema Markt hatten wir Beispiele mit senkrechten Angebot- und Nachfragekurven oder nur schwach fallenden und steigenden Kurven. Heute wollen wir uns die Steigerung dieser Kurven etwas genauer anschauen, nämlich über die Elastizitäten. Die Elastizität untersucht, wie sensibel eine Variable auf die Veränderung einer anderen Variable reagiert. Also z. B. wie stark sich die Nachfrage verändert, wenn der Preis eines Gutes steigt. Genauer wollen wir uns also anschauen: die Preiselastizität der Nachfrage, die Einkommenselastizität der Nachfrage, den Unterschied zwischen kurzfristiger und langfristiger Elastizität der Nachfrage und die Elastizität des Angebots. Kommen wir zum ersten Punkt: Die Preiselastizität der Nachfrage. Wie eben erwähnt ist die Elastizität die prozentuale Änderung einer Variable in Folge einer Änderung einer anderen Variable um 1%. Die Preiselastizität misst also die Empfindlichkeit der Nachfrage auf den Preis eines Gutes. Die Elastizität ist also: die prozentuale Änderung der Menge im Verhältnis zur prozentualen Änderung des Preises, etwas salopp aufgeschrieben. Dies führt uns zur allgemeinen Formel zur Elastizität. Die prozentuale Änderung von Q ist nämlich gerade Delta Q durch Q und entsprechend von P Delta P durch P.  Wir können das umschreiben zu: Delta Q durch Delta P mal P durch Q. Die Preiselastizität der Nachfrage ist typischerweise negativ. Wenn der Preis steigt, dann sinkt die nachgefragte Menge. Wenn bei der Elastizität ein Wert größer 1 herauskommt spricht man typischerweise von einer elastischen Nachweisen, bei kleiner 1 ist die Nachfrage inelastisch. Größer 1 bedeutet, dass wenn der Preis um 1% steigt, die Nachfrage um mehr als 1% zurückgeht, daher preiselastisch. Kommen wir zu einem Beispiel: in unserem Beispiel haben wir ein Gut und dessen Preise und Nachfrage. Bei einem Preis von 20, beträgt die Nachfrage 26, bei einem Preis von 40, beträgt sie 24, bei 60, 22 und bei einem Preis von 80 werden 20 Einheiten nachgefragt. In der Grafik sieht es dann so aus: 80,20 und 20,26. Schauen wir uns also die Elastizität an. Delta Q durch Delta P ist einfach zu bestimmen. Delta Q ist die Änderung der Nachfrage, die geht immer um 2 zurück, wenn der Preis um 20 steigt. Delta Q ist also -2 und Delta P ist 20. Delta Q durch Delta P ist also -20 durch 20 also -0,1. Schwieriger ist nun P und Q. Wie man erkennen kann, ist die Elastizität immer unterschiedlich, je nachdem in welchem Punkt wir uns befinden. Eine lineare Nachfrage, so wie diese, hat also keine konstante Preiselastizität. In diesem Punkt etwa müssten wir für P 80 und für Q 20 einsetzen. Hier aber für P 20 und für Q 26. Für die Elastizität würde also jeweils ein anderer Wert herauskommen. Die Preiselastizität der Nachfrage ist also eine Punktelastizität. Wir bestimmen die Elastizität in einem bestimmten Punkt. In diesem Fall wollen wir das für einen Preis von 60. Die Elastizität, die Preiselastizität der Nachfrage im Punkt P 60 und Q 22 beträgt also -0,1 mal 60 durch 22, also -6/22 und damit kleiner 1. Die Preiselastizität der Nachfrage in diesem Punkt ist also -6/22. Damit ist die Nachfrage in diesem Punkt unelastisch. Kommen wir zum 2. Teil der Einkommenselastizität der Nachfrage. Die Nachfragefunktion hängt nicht nur vom Preis ab. Die Nachfrage nach einem Gut hängt zum Beispiel auch davon ab wie viel der Einkommen der Konsument bekommt. Denkbar wäre zum Beispiel eine Nachfragefunktion, die negativ vom Preis abhängt, aber positiv von unserem Einkommen EK. Da kann man natürlich auch die Elastizität der Nachfrage im Bezug auf das Einkommen untersuchen, d.h. wie verändert sich die Nachfrage, wenn sich das Einkommen verändert. Ähnlich wie bei der Preiselastizität bekommen wir eine Formel: Delta Q durch Delta Einkommen mal Einkommen durch Q. Damit kann die Einkommenselastizität der Nachfrage berechnet werden. Kommen wir nun zum 3. Punkt, dem Unterschied zwischen kurzfristiger und langfristiger Elastizität. Mit kurzfristig meine ich hier, wir betrachten eine Frist von einem Jahr oder kürzer, mit langfristig ist alles was darüber hinaus geht. Wir wollen uns den Unterschied an einigen Beispielen verdeutlichen: Kaffee, Benzin und Waschmaschine. Die kurzfristige Elastizität kann dabei sehr stark von der langfristigen Elastizität abweichen. Das 1. Beispiel Kaffee. Steigt der Kaffeepreis, so wird sich das Konsumentenverhalten nicht besonders stark ändern. Diejenigen, die vorher an einen Kaffeekonsum gewohnt waren, werden auch weiterhin Kaffee einkaufen, auch selbst, wenn der Preis steigt. Langfristig kann man sich aber vorstellen, dass die Konsumenten ihr Verhalten ändern und zum Beispiel auf schwarzen Tee umsteigen. Die kurzfristige Elastizität ist also geringer, als die langfristige Elastizität. Schauen wir uns das 2. Beispiel an, Benzin. Steigt der Benzinpreis drastisch, so wird auch die Nachfrage kurzfristig zurückgehen. Man steigt zum Beispiel auf öffentliche Verkehrsmittel oder auf´s Fahrrad um. Langfristig ist der Effekt aber noch viel größer. Wenn der Benzinpreis langfristig sehr hoch bleibt, so sind die Konsumenten gezwungen auf zum Beispiel Kraftstoff sparende Fahrzeuge umzusteigen. Die langfristige Elastizität übersteigt dabei also noch die kurzfristige Elastizität. Beim 3. Beispiel, den Waschmaschinen ist die kurzfristige Elastizität nun sehr viel höher als die langfristige Elastizität. Wenn der Preis für Waschmaschinen jetzt drastisch steigt wird die Nachfrage zunächst zurückgehen. Man schiebt den Kauf einer neuen Waschmaschine hinaus. Wenn der Preis langfristig hoch bleibt, so werden aber die alten Geräte irgendwann verschleißen, d.h. die Konsumenten müssen neue Geräte kaufen. Die kurzfristige Elastizität ist demnach sehr viel höher, als die langfristige Elastizität. An diesen Beispielen sieht man also wie kurzfristige Elastizitäten und langfristige Elastizitäten voneinander abweichen können. Kommen wir nun zur Elastizität des Angebots. Auch die Angebotsmenge reagiert auf den Preis, mal stärker, mal weniger stark. Das haben wir schon in anderen Beispielen gesehen. Das hängt vor allem mit Kapazitätsschranken zusammen. Bei Mietwohnungen zum Beispiel kann nicht so gut auf eine Preissteigerung reagiert werden. Der Neubau von Wohnungen braucht Zeit. Das Angebot ist demnach langfristig preiselastischer, als kurzfristig. Aber auch kurzfristig kann die Produktion gesteigert werden. Zum Beispiel könnten Überstunden bezahlt werden oder vorhandene Maschinen länger gebraucht werden. Langfristig müssen allerdings neue Produktionsanlagen gebaut werden. Typischerweise reagiert das Angebot also positiv auf den Preis. Je höher der Preis, desto mehr wird produziert. Langfristig ist es dabei elastischer als kurzfristig. So, das war es zu den Elastizitäten als Einführung. In anderen Videos werden auch Beispielaufgaben zu diesem Thema berechnet. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

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1 Kommentar
  1. Default

    Unter welchen Umständen ist eine Angebots oder Nachfrage Kurve krumm oder eine gerade Diagonale?

    Von Theclub, vor etwa 4 Jahren