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Transkript VR 4.5.1 Wie funktioniert das Prinzip der Stellvertretung im Vertragsrecht?

Herzlich willkommen zu einem neuen Video im Vertragsrecht. Wir befinden uns im Vertragsrecht nun in dem vierten Teil meines Buches, dort geht es um die Vertragsparteien und wir wollen uns jetzt hier die Stellvertretung anschauen, alle Stellvertretungsregeln. Also Herr Richter, wie funktioniert das Prinzip der Stellvertretung im Vertragsrecht. Bitte erklären Sie uns das. Das werde ich Ihnen in den nächsten Videos 4.5.1. ,ist das erste, einer kleinen Folge werde ich Ihnen das näherbringen. Das heißt zunächst aber einmal geht es um Lernziele und Fälle in diesem Video. Uns Sie kennen das schon, alle meine sieben Unterkapitel werden wir nacheinander durchgehen. Aber natürlich weiß man nie wo man rauskommt, wenn man keine Ziele hat und deswegen werde ich Ihnen zunächst mal die Lernziele zeigen. Ja Herr Richter was sind die Lernziele? Nun ich werde Ihnen einen typischen Fall zeigen, indem der Begirff der Stellvertretung eine zentrale Rolle spielt. Auch werde ich die im Zusammenhang mit der Stellvertretung relevanten Begriffe erläutern und ich zeige Ihnen welche Bedeutung wirklich der Begriff der Stellvertretung haben kann. Den Begriff der Stellvertretung werden wir systematisch in das Gesamtgefüge des BGB einorden und ich werde Ihnen so beispielhaft einige ganz wichtige Aspekte des Begriffs der Stellvertretung aufzeigen. Ja und dann werden wir natürlich den gezeigten Fall lösen und Sie werden ganz so nebenbei Kompetenzen in der Lösung von Fällen vermittelt bekommen. Das ist doch schon mal gut oder? Also fangen wir an und das heisst bei meinen Videos mit einem Fall. Ich habe ihn mal getauft: Ohne Vertreter geht es nicht mehr. Stimmt das Herr Richter? Ja das ist heute so, das werden Sie in diesen Videos kennenlernen. Hier haben wir den Vertreter Karl Vergesslich und der gibt dem Kaufinteressenten Rudi Rennwanz, der da rechts reingekommen ist im Namen des Autoeigentümers Burkhard Beule, da links kommt er rein, ganz verbeult sieht er aus, dem gibt er ein Vertragsangebot ab um zum Verkauf dessen Autos für 10000 Euros einfach einen Vertrag abzuschliessen. Also der liebe Herr Burkhard Beule der hat ein Auto und der Vertreter  Karl Vergesslich empfängt dann auch im Namen des Autoeigentümers Burkhard Beule die Annahmeerklärung des Käufers Rudi Rennwanz für einen Kaufvertrag über das Auto zu 10000 Euro. Also hier geht es jetzt um das Auto und der Karl Vergesslich, das ist einfach der zentrale Vertreter, der dieses ganze Geschäft eintütet. Die Fragen, die sich ergeben sind folgende: Zunächst einmal, zwischen welchen Parteien ist damit eigentlich ein Kaufvertrag zustande gekommen? Wir haben hier rechts einmal den Rudi Rennwanz, das ist der Kaufinteressent, oder ist hier ein Vertrag mit dem Karl Vergesslich oder mit dem Burkhard Beule über das Auto zustande gekommen? Ja das müssen wir uns mal ganz genau anschauen. Wir haben ausserdem noch eine Alternative zu lösen. Wir wäre der Fall zu lösen, wenn der Vertreter Karl Vergesslich aus Versehen nicht gesagt hat, dass er für den Autoeigentümer Burkhard Beule handelt und alle denken er würde für sich selber handeln. In einer weiteren Alternative müssen wir uns mal anschauen wie sieht es denn aus, wenn der Autoeigentümer, also links der Burkhard Beule, dem Vertreter Karl Vergesslich ganz klar gesagt hat, Du verkaufst das Auto bitte für mehr als 15000 Euro, sonst mache ich hier ein Verlustgeschäft, aber Karl Vergesslich hat es dann doch nur für 10000 Euro verkauft. Wie sieht es aus? Wirkt es dann wirklich zu Lasten des Burkhard Beule? Muss der das Auto dann wirklich für 10000 Euro hergeben? Ja, das sind jetzt die zentralen Fragen und die werden uns dann in den nächsten Videos beschäftigen. Ein Bild sagt Dir mehr als 1000 Worte, also was war das nochmal?  Der Burkhard Beule, das ist der Autoeigentümer und das ist der sogenannte Vertretene, also ein Vertretener. Da ist das Auto, darum geht es. Das ist der Kaufgegenstand. Auf der anderen Seite haben wir den Rudi Rennwanz, das ist der Kaufinteressent und der wird genannt in dem Gegesetz immer als der dritte. Er ist der dritte im Bunde. Ja aber wer ist denn dann der zweite Herr Richter. Naja, das ist der Karl Vergesslich. Also der Vertreter des Verkäufers. Wenn Sie einen Vertretungsfall, ein Stellvertrungsfall aufbauen, machen Sie es wirklich so wie ich es hier jetzt auch mache, links oben den Vertretenen, dann darunter den Vertreter und rechts ist immer der dritte. Wenn Sie es so ein bisschen hinsortieren, dann kann es auch nicht so schnell irgendwie schiefgehen. Denn jetzt wird es ein bisschenn unübersichtlich, denn, ja wir gehen ja jetzt in die dritte Dimension sozusagen. Wir gucken uns jetzt sozusagen das Rechtsverhältnis zwischen drei Personen an. In den bisherigen Videos ging es immer nur so um zwei Personen, Käufer und Verkäufer, aber jetzt ist eben ein dritter mit reingekommen. Das kann ablso schon ein bisschen bedeutsamer sein, wenn man das so ein bisschen auseinander hält, auch allein optisch. Denn jetzt gucken wir uns mal die Zeitachse an was ist denn dort passiert oder was könnte dort passiert sein. Zunächst einmal muss man festellen, dass der Burkhard Beule selbst in Person kein direktes Angebot auf Verkauf des Autos für 10000 Euro an den Rudi Rennwanz macht. Nein ist ja klar, denn das macht ja der Karl Vergesslich. Der macht das direkte Angebot über 10000 Euro gegenüber dem Verkaufsinteressenten Rudi Rennwanz. Wie sieht es aus mit der Annahme? Wir brauchen ja für einen Kaufvertrag zwei Willenserklärungen. Nun der Rudi Rennwanz macht keine direkte Annahme über 10000 Euro gegenüber Burkhard Beule, obwohl der doch der Eigentümer ist. Nein auch hier kommt wieder eine Vertretung ins Spiel. Denn der Rudi Rennwanz macht eine direkte Annahme über 10000 Euro gegenüber dem Karl Vergesslich. Nun muss man das ganze natürlich irgendwie zuordnen. Und zwar, ja, wem denn jetzt. Und das sind genau die Fragen, zwischen welchen Parteien ist denn jetzt ein Kaufvertrag zustande gekommen. Und wir hatten noch die Alternative 1, wie war es der Vertreter Karl Vergesslich hat ganz vergessen zu sagen, dass er eigentlich für Burkhard Beule und nicht für sich selber handelt. Und dann hatten wir noch die Alternative 2, genau, der Vertreter Karl Vergesslich sollte doch eigentlich für 15000 Euro verkaufen und hier geht es ja die ganze Zeit für 10000 Euro. Das müssen wir klären. Alles Klar? Eine wichtige Bitte am Anfang. Meine Bearbeitungshinweise sind sehr wichtig, denn einen maximalen Erfolg hat man nur durch begleitende Aufzeichnungen. Das Gehirn lernt ja durch aktives Mitun, Mitschreiben. Es ist also ratsam, wenn Sie jetzt erstmal nicht die Videos weiter anschauen, sondern sich erste Gedanken zur Lösung des Falls mal kurz skizieren. Also zu diesen drei einzelnen Fragen. Und während der Online Vorlesung kommt es dann zu weiteren Erkentnissen. Ich gebe  Ihnen schon dann ein paar Tipps, werden Sie schon sehen. Es wird alles besprochen und so, dass Sie den restlichen Fall zum Schluss lösen können.Ja und was haben Sie dann zum Schluss zu machen? Sie vergleichen Ihre Lösungen mit der Lösung, die ich Ihnen hier präsentiere. Vielleicht haben Sie eine bessere? Schicken Sie sie mir zu. Für gute Tipps bin ich immer gerne für offen und so haben sie dann letzlich auch Falllösungskompetenzen erworben. Alles klar? Na dann kann es doch losgehen und zwar mit dem nächsten Video 4.5.2. Da geht es wieder um das Stellvertrungsprinzip und wir fangen natürlich jedes Video an mit den Begriffen, denn über die Sprache kann man sehr, sehr viel machen. Darüber kann man sich den Zugang über das Recht erschliessen und das machen wir. Aber jetzt erstmal herzlichen Dank, dass Sie sich den Fall angeschaut haben.

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