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Transkript GdR 1 3 2 Welche Bedeutung hat eine gute Fall-Lösungs-Technik? Teil 2

Weiter geht es in den Grundlagen des Rechts um die Falllösungstechnik. Im Video 132 wollen wir uns nun den zweiten Teil anschauen: "Welche Bedeutung hat eine gute Falllösungstechnik?" Das heißt, hier geht es einfach noch mal um die Frage: "Ist es überhaupt wichtig, Herr Richter, was Sie uns hier erzählen?" Deshalb habe ich noch mal Folien für dieses Video angefertigt. 1. Warum mit Lösungstechnik? Inhaltliche Kenntnisse des Rechts sind schön, aber sie brauchen als unabdingbare Voraussetzung, um eine richtige Lösung heraus zu bekommen, juristische Arbeitsweise. Das kann man und muss man erlernen, damit Sie brauchbare Lösungen erhalten. Wir haben es im vorherigen Video schon gesehen, wir werden Ihnen auch helfen, mit weiteren "Unterchecklisten", also kein Problem, dies haben bisher alle gekonnt. 2. Was bedeutet also jetzt hier, erst noch mal die Frage: Was ist besonders wichtig bei der Falllösungstechnik - und dort hatten wir einzelne Lösungsschritte, die hatten wir im vorherigen Video schon angeschaut:1. Sie erfassen den Sachverhalt genau.2. Sie schauen sich die Fragestellung genau an3. Sie haben erste Gedanken zur Lösung.4. Sie suchen die Rechtsvorschriften heraus5. Sie erstellen eine korrekte Lösungsskizze6. Sie müssen das Ganze richtig ausformulieren.Dann wollen wir die letzten drei Schritte mal vertiefen. Das heißt, wir fangen an: 3. Bedeutsame Vorschriften?Zu Frage 4: Wie findet man Rechtsvorschriften ganz genau?Lösung: Wir schauen jetzt mal in das Bürgerliche Gesetzbuch (kurz BGB), das ist die wichtigste Rechtsquelle und das wichtigste Gesetzbuch für zivilrechtliche Ansprüche und es ist eine Art "Grundgesetz" für unseren Fall. Wir haben einen Unfall auf der Landstraße, es geht um zivilrechtliche Herausgabe von 2000 Euro, die hatte er einfach als Schaden. Wir haben einen Unfall auf der Landstraße, es geht um zivilrechtliche Herausgabe von 2000 Euro, die hatte er einfach als Schaden. Wenn Sie umweltrechtliche Fälle zu lösen haben, steuerrechtliche Fälle oder Sonstige, dann müssen Sie natürlich ein anderes jeweiliges Gesetz nehmen, oder eine Vorschriftensammlung. Um die bedeutsamsten Vorschriften jeweils jetzt hier zu finden, muss man sich immer den Aufbau eines Gesetzes anschauen, das ist also mein Trick für Sie. In zivilrechtlichen Fällen findet man einfach die gesuchten Vorschriften schnell und treffsicher, wenn man sich zum Beispiel die Gliederung des Bürgerlichen Gesetzbuches in sogenannten 5 Gesetzbücher vergegenwärtigt. Das werden wir nun auch hier machen. Ich zeige das hier Mal in einem ganz kleinen Beispiel und das heißt:- Wir schlagen das Buch auf, wir suchen und schauen hinein und finden den allgemeinen Teil §1-240 BGB grundlegende Bestimmungen für alle BGB-Bücher.Ok, es stellt sich nun also die Frage: "Was heißt das eigentlich, wenn er erst 15 Jahre ist, ist er dann geschäftsfähig, geschäftsunfähig oder beschränkt geschäftsfähig?". Das steht ganz vorne im allgemeinen Teil des BGB. - Dann schauen wir in den nächsten Teil §241-853 BGB - das Schuldrecht - mit Vorschriften zu Schuldverhältnissen wie zum Beispiel einem Kaufvertrag. Ja, hier hat sich der Bernd doch einen Unfallbericht unterschreiben lassen, das könnte ein Schuldverhältnis sein, also könnte man in den ersten 853 Paragrafen nachschauen. Wir schauen uns nun den nächsten Gliederungspunkt an.- Sachenrecht §854-1296 BGB - diese Paragrafen ordnen die Beziehung einer Person zu einer Sache.Hier geht es zwar um eine Sache - mein Auto - , aber es geht nicht direkt um das Eigentumsverhältnis des Bernd zum Auto, das sieht eher nicht so aus, als würden wir dort fündig werden. - Bedeutsame Vorschriften im Familienrecht §1297-1921 BGB erhält Normen über die familiären Beziehungen.Dazu ist in unserem Sachverhalt einfach nichts angegeben, wie auch im letzten Teil des BGBs, das Erbrecht §1922-2385 BGB, es regelt die vermögensrechtlichen Folgen des Todes. Bernd ist bei unserem Unfall, Gott sei Dank, nicht zu Tode gekommen. Das sind also eher Gesetzesbücher und Vorschriften, wo wir nicht unbedingt gleich reinschauen sollten. Also Sie merken, über den Aufbau eines Gesetzes kann man sich so rein finden bzw. rein fuchsen, wo denn eventuell Vorschriften wären. Zu Frage 5: Die bedeutsame Skizze!Diese müssen wir selbstverständlich auch noch machen. Lösungsskizze korrekt erstellen, denn wenn die Rechtsnamen erst einmal gefunden sind, also wenn Sie Anspruchsteller haben, also hier einen Anspruch nach diesen Vorschriften, dann muss jede rechtliche Voraussetzung, die im Gesetz gegeben ist, immer mit dem Sachverhalt so verglichen werden. Das ganze nennt sich sozusagen "Subsumtion". Anschaulicher sage ich immer, man pickt sich als Bearbeiter immer die wichtigsten Sachen heraus, um die Erfüllung der Tatbestandsmerkmale des Gesetzes beweisen zu können. Man vergleicht das Gesetz also immer mit dem Sachverhalt. Deswegen ist die Sachverhaltsarbeit, dass Sie diese ordentlich be und verarbeiten sehr wichtig. Wenn wir noch weiter schauen bei der Lösungsskizze, muss ich feststellen, das dass Suchen der Vorschriften, wie im Schritt 4 und das skizzenmäßige Prüfen im Schritt 5 meistens Hand in Hand gehen. Das heißt Sie finden eine Vorschrift §23 und sagen "Aha, war er hier fahrlässig und ja, er hat die Kurve geschnitten". Das macht man bei unübersichtlichen Landstraßen nicht und Sie schreiben sich sozusagen die wichtigsten Vorschriften mit raus und setzen sich ein Plus neben dran und schreiben am besten gleich die Begründung auf diesen Lösungsbogen mit drauf. Je ausführlicher die Lösungsskizze ist, desto weniger Probleme haben Sie dann beim nächsten. Denn wenn alle Voraussetzungen nach dem Sachverhalt gegeben sind, kann der Anspruch bejaht werden und es ergibt sich eine geregelte Rechtsfolge und dann können Sie gleich in den nächsten Schritt gehen: Die Ausformulierung der Lösung.Zu Frage 6: Die richtige Ausformulierung der Lösung!Sie formulieren ja die Lösung aus, das hängt auch manchmal ein wenig davon ab, ob Sie das wirklich müssen. Wenn Sie nämlich nach einer rechtlichen Prüfung eines Falles eine Niederschrift machen müssen, müssen Sie ja die wesentlichen Gedanken aufschreiben und deshalb kann Schritt 6 sehr bedeutsam für Sie sein. Manchmal macht man das einfach nur so mündlich und denkt sich, was würde passieren wenn ich jetzt Folgendes mache, dann müssen Sie das alles natürlich nicht ausformulieren. Bei der Ausformulierung müsste man aber dann, die Lösungsskizze aus dem 5. Schritt so genau wie möglich herausformulieren. Bei der Formulierung haben wir zwei so ganz grundlegende Formulierungen - die schauen wir uns einmal ganz kurz an:1. Methodisch hat ein rein juristisch arbeitender Bearbeiter bei der Fallprüfung vielfach den "Gutachterstil" anzuwenden, das heißt, an den Beginn der Ausführung stellt er eine Frage. Also, die Frage ist hier: "Ob der Autofahrer Bernd Bleifuß, den Franz Fahrinsland aus §823 BGB oder aus dem Unfallbericht als Schuldanerkenntnis einen Anspruch hätte auf die 2000 Euro. Dazu müsste Voraussetzung sein und dazu kommt die Voraussetzung der Vorschriften. Es wird aber erst am Ende alles beantwortet, man sollte jedoch zwischendrin solche Zwischenergebnisse geben wie "Ja, er hat hier fahrlässig gehandelt, als er die Kurve geschnitten hat, das macht man an unübersichtlichen Landstraßen einfach nicht". Also erst am Ende wird die richtige Antwort auf die Zwischenfrage bzw. die Fragen gegeben. Alle hier für notwendig werdenden Voraussetzungen, die eben behandelt wurden. Das ist das ganze Geheimnis der juristischen Gutachtertätigkeit. Wenn Sie das länger ausüben, können Sie alles aus dem FF. 2. In der Praxis stelle ich aber häufig einen "Urteilsstil". Das heißt, wir stellen am Anfang das Ergebnis. Wenn Sie sich dann vor die Mannschaft hinstellen und sagen "Passen Sie auf, ich habe mir den Tatbestand angeschaut und mit den gesetzlichen Beständen verglichen, wir bekommen nur 1000 Euro, weil Sie nämlich mitschuldig waren und die Kurve geschnitten haben und wahrscheinlich ein wenig zu schnell unterwegs waren." - das ist sozusagen der "Urteilsstil". Am Anfang das Ergebnis, dann begründe ich, wir waren zu schnell, wir haben die Kurve geschnitten, wir waren auch nicht ganz rechts, wenn man aus Sicht des Autofahrers schaut. Wir haben gegen das Gebot des vorausschauenden Fahrens verstoßen und all solche Sachen. Wir haben gegen das Gebot des vorausschauenden Fahrens verstoßen und all solche Sachen.   Gut, damit haben wir uns die Bedeutungen mal angeschaut, weiter geht es dann mit unserem nächsten Gliederungspunkt mit dem GdR 1.4 - die Systematik. Wie geht man systematisch bei der Falllösungstechnik vor? Und ich hatte Ihnen schon versprochen, dort haben wir einige Checklisten zur Verfügung. Ich habe verschiedene Teile dort und wir fangen natürlich als erstes mit dem Teil 1 an. Herzlichen Dank für's Mitmachen!

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1 Kommentar
  1. Default

    Inhaltich finde ich die Lösungstechnik und ihre Bedeutung gut und anschaulich erklärt. Gesprochen ist der Text allerdings in einem "Affenzahn" - als wäre Prof. Richter auf der Flucht -, das verbreitet Hektik und verdirbt etwas den Spaß an der Sache.

    Von Julie Elize, vor etwa 4 Jahren
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