Advent, Advent, 1 Monat weihnachtliche Laufzeit geschenkt.

Nicht bis zur Bescherung warten, Aktion nur gültig bis zum 18.12.2016!

Textversion des Videos

Transkript GdR 1 1 Welche Lernziele werden bei der Fall-Lösungs-Technik verfolgt? Wie ist der Fall?

Herzlich willkommen zu einem weiteren Video zu den Grundlagen des Rechts. In diesem ersten Teil geht es um die Fall-Lösungs-Technik. Jura ist beherrschbar, Jura ist lernbar, das haben schon viele gelernt, und das heißt aber, Sie müssen die 6 Schritte zur systematischen Rechtsbewertung juristischer Sachverhalte einfach kennen. Das heißt, Sie müssen ein Schema, eine Technik verinnerlicht haben, und ich zeige Ihnen mal, wie die ganz schulbuchmäßig geht, und Sie werden sich dann bald Ihre eigene Methode zulegen, wie Sie die ganz vielen Fälle in meinen Videos und Ihrer Praxis und Ihren sonstigen Anwendungsbereichen einfach lösen. Gut, darum gehts, aber im ersten Video geht es zunächst mal um die Lernziele. Welche Lernziele werden in der Einheit zur Fall-Lösungs-Technik verfolgt und wie ist da der Ausgangsfall zu lösen? Denn wir gehen - wie immer - von einem Fall aus. Lassen Sie sich überraschen in dem Video GdR 1.1 und nun aber werde ich Ihnen in diesen 7 einzelnen Unterabschnitten diese Technik mal zeigen,  und Sie werden sehen - es ist ganz einfach. Es macht doch richtig Spaß nach einer Zeit.   Gut, das heißt aber zunächst mal: Die Lernziele. Was will ich mit Ihnen erreichen, was sind die Lernziele? Nun, zunächst mal werde ich Ihnen einen typischen Fall zeigen, in dem die Fall-Lösungs-Technik so eine richtige Rolle spielt. Ich werde Sie abholen, wo Sie sind, wenn Sie noch nicht so viel Jura gemacht haben mit einem ganz normalen Fall, der Ihnen auch passieren könnte - dann können Sie sich richtig reindenken. Dann werde ich Ihnen die im Zusammenhang mit der Fall-Lösungs-Technik relevanten Begriffe nacheinander erläutern. Und ich werde Ihnen zeigen, welche große Bedeutung eine gute Lösungs-Technik hat - bei der Fallbearbeitung in der Prüfung oder auch in der Praxis. Dann werde ich Ihnen die in der Praxis bei der Fall-Lösung systematisch unterschiedenen Phasen und Inhalte aufzeigen - so richtig schulbuchmäßig. Ich habe selbst nach einer Zeit aufgehört diese Fall-Lösungs-Technik ganz genau so zu machen, denn man hat ja so ein paar Vorlieben, aber man muss sie einmal gehört haben - und dann kann man sich seine eigene Technik zusammenstöpseln. Und wenn ich einmal nicht weiterkomme, dann gehe ich auch zurück auf dieses System und denke mir: Ok, du musst das auch Mal wieder ganz 100%-tig sauber erarbeiten. Das zeige ich Ihnen dann.   Natürlich werde ich Ihnen ganz viele Beispiele zu den Phasen und zu den Inhalten zur Fall-Lösung geben und Sie werden mit mir zusammen einen Fall lösen und dadurch Kompetenzen nicht nur in der Technik, sondern auch in der Fall-Lösung vermittelt bekommen. Das sind meine Ziele, und damit können wir gleich weitergehen zum Fall.   Den Fall habe ich genannt: Unfall auf der Landstraße. Das kann jedem mal passieren - die Statistik sagt, es trifft auch fast jeden - aber ich hoffe natürlich, dass es Ihnen nicht passiert. Aber nun zu dem Fall, dass ist ja jetzt hier nur ein theoretischer Fall. Wir haben hier den 15-jährigen Franz Fahrinsland, der auf einer unübersichtlichen Landstraße die Kurve schneidet. Der entgegenkommende Autofahrer Bernd Bleifuß, der ebenfalls nicht allzu weit rechts fährt, wird zu einem Ausweichmanöver gezwungen und landet mit seinem Auto im Graben. Auch das passiert leider immer wieder. Was das Ergebnis ist? Nun, in diesem Fall ist der Schaden am Auto nur 2000 Euro, meistens ist es sogar mehr.   Nun geht der Fall weiter. Der Autofahrer Bernd Bleifuß und der 15-jährige Franz Fahrinsland einigen sich noch am Unfallort, dass letzteren die alleinige Schuld treffe: Der Franz ist an allem Schuld, und er muss dem Autofahrer alle Kosten erstatten. Dieses wird auf dem vom Autofahrer vorgelegten Unfallbericht auch gleich schriftlich vermerkt. Sie sehen es ja, hier der Unfallbericht: "Ich bin an allem Schuld!" schreibt der Franz dort hinein. Sie haben ja bitteschön auch alle in Ihrem Auto im Handschuhfach solche Unfallberichte, damit Sie das den anderen vorlegen können und diese es gleich hineinschreiben können, oder? Tja, aber später sagt Franz Fahrinsland: "Nein! Das will ich nicht bezahlen!" (beziehungsweise vielleicht seine Eltern oder sein Anwalt).   Das, was uns jetzt hier interessiert, ist die Frage: Wie ist die Rechtslage? Was ist hier eigentlich passiert und wie geht man mit so einem Fall um? Das waren nun ganz schön viele Informationen. Ich werde Ihnen trotzdem noch eine Information geben, nämlich ein Bild. Sie sehen hier also eine Landstraße, und hier sehen Sie den Franz. Der fährt hier und schneidet die Kurve - es ist aber unübersichtlich. Es kommt ihm ein Auto entgegen dass dann so komisch parkt, auf dem Dach nämlich. Wer das war, das werden wir gleich sehen - der Franz jedenfalls guckt nicht mehr so glücklich. Derjenige, der ihm entgegenkam, war nämlich Bernd Bleifuß, und der ist inzwischen Anspruchssteller. Gegen wen? Gegen den Franz. Gegen den hat er jetzt Ansprüche, denn es geht ja jetzt um Geld und der Franz hat außerdem einen Unfallbericht unterschrieben. Und dieses Geld, das heißt, den Schaden, der Bernd entstanden ist, will selbiger einfach wiederhaben. So könnte das in der Praxis passiert sein, und so passiert das auch tausendfach.   Ich habe am Anfang meiner Videos immer noch eine wichtige Bitte. Wie machen wir jetzt weiter? Dazu habe ich ein paar Bearbeitungshinweise. Ich sage Ihnen, dass Sie den maximalen Erfolg durch meine Lernvideos dann haben, wenn Sie sich begleitend irgendwelche Aufzeichnungen machen. Das Gehirn lernt unter anderem durch aktives Mittun und Mitschreiben. Es ist also ratsam, dass Sie die ersten Gedanken zur Lösung des Falls kurz skizzieren, jetzt gleich.   Was sagen Sie denn jetzt? Schaffst du es, Bernd, das Geld zu bekommen? Franz, bekommst du es? Wir werden uns ganz zum Schluss mal die Lösung anschauen, aber Sie sollten jetzt schon gucken: was ist nun "best case, what's worst case"? Sie sollten sich auch in die Personen hineinversetzen. In Bernd - das Beste ist, er kriegt die 2000 voll, das schlechteste ist, er kriegt gar nichts. Franz, das Beste für dich wäre, wenn gegen dich kein Anspruch geltend gemacht wird - selbst wenn du es im Unfallbericht geschrieben hast, ist es sowieso unwirksam. Eine Mittellösung wäre 50/50, also etwa 1000 - der Bernd kriegt etwa 1000 Euro und der Franz muss etwa 1000 zahlen. Das sind die ersten Gedanken zur Lösung. Was haben Sie sonst noch für Lösungen?   Wenn es während der Onlinevorlesung zu weiteren Erkenntnissen kommt, bitte sofort aufschreiben, denn Sie können es dann mit der abschließenden Lösung im letzten Kapitel vergleichen. Vielleicht haben Sie sogar eine bessere Lösung als der Richter, mehr Ideen als ich - das würde mich natürlich freuen. Aber natürlich wäre es auch schön, wenn Sie wenigstens meine Lösung in irgendeiner Form ebenso hätten, oder zumindest nachvollziehen können.   Damit haben wir das erste Video schon geschafft. Und weiter geht es mit dem nächsten Video: Grundlagen des Rechts 1.2. Dort möchte ich Ihnen die Grundbegriffe zeigen, die man bei der Fall-Lösungs-Technik ganz dringend braucht, und über die Begriffe steigen wir mal ein, denn da kommen wir am schnellsten weiter. Jetzt aber erst mal: Herzlichen Dank fürs Mitmachen bei diesem Video.

Informationen zum Video
Alle Videos & Übungen im Thema Falllösungstechnik »