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Transkript Logistisches Wachstum

Logisches Wachstum

Hallo und herzlich willkommen. In diesem Video geht es um das logistische Wachstum. Damit du dieses Video gut verstehst, solltest du schon Vorwissen über die beiden wichtigsten Wachstumsfunktionen im Schulunterricht - das lineare und das exponentielle Wachstum - haben.

Wir werden uns in diesem Video eine Hefekultur näher ansehen und ihr Wachstum graphisch darstellen. Der klassische Verlauf des Wachstums der Hefekultur führt uns dann zum Logistischen Wachstum.Zum Abschluss werden wir noch weitere Beispiele kennenlernen, die gut mit dem Logistischen Wachstum beschrieben werden können.

Kommen wir nun zu unserer Hefekultur. Die Hefekultur wird über einen Zeitraum von 26 Stunden beobachtet und jede Stunde wird die Hefemenge in mg gemessen. Diese Werte werden in einer Tabelle festgehalten. Die Tabelle sieht so aus:

Betrachten wir nur die ersten fünf Einträge der Tabelle, dann ließe sich vermuten, dass die Hefekultur exponentiell mit einem Wachstumsfaktor von ca. 1,6 wächst. Du erinnerst dich sicherlich, dass du den Wachstumsfaktor ausrechnest, indem du den Quotienten von f von t plus 1 und f von t bildest.

Aber schon bei den Einträgen ab Stunde 10 wird deutlich, dass diese Annahme nicht tragbar ist, denn der Quotient von f von zwölf und f von 11 ist gleich 625 durch 581,4 und somit ungefähr 1,07. Die letzten sechs Einträge lassen vermuten, dass das Wachstum beschränkt ist - auf ca. 700 mg.

Um das Wachstum unserer Hefekultur besser zu verstehen, tragen wir die Werte im Koordinatensystem ab und stellen sie graphisch dar: Wir erkennen, dass das Wachstum nach oben beschränkt ist mit der Grenze 700. Außerdem verläuft das Wachstum zu Beginn ungefähr exponentiell steigend, um am Wendepunkt des Graphen in ein verlangsamtes Wachstum überzugehen.

Für alle die, die nicht wissen, was ein Wendepunkt ist: der Wendepunkt gibt an, wo der Graph sein Krümmungsverhalten ändert. Unser Graph ist zunächst linksgekrümmt und dann rechtsgekrümmt. Stellt euch einfach den Graphen als Straßenverlauf vor, wie er auf einer Landkarte erscheint und folgt dem Straßenverlauf mit dem Fahrrad. An der Stelle an der ihr euren Lenker für einen kurzen Moment gerade haltet, findet ihr den Wendepunkt. Unser Wendepunkt liegt im Punkt mit den Koordinaten 8 und 350,3.

Kommen wir nun zur Erklärung, warum das Hefewachstum zunächst exponentiell wächst und dann aber sein Wachstum verlangsamt, um schließlich zu stagnieren. Mit zunehmender Menge an Hefe steigt auch der Alkoholgehalt. Dies führt zu dem verlangsamten Wachstum, da der Alkohol das Wachstum bremst. An der oberen Schranke ist der Alkoholgehalt so hoch, dass kein Wachstum mehr stattfindet.

Fassen wir also noch einmal zusammen, wie sich das Wachstum unserer Hefekultur beschreiben lässt: Ganz wichtig zur Beschreibung des logistischen Wachstums ist die obere Schranke und die Änderungsrate vom Zeitpunkt t zum Zeitpunkt t+1.

Der Name “logistisches Wachstum” stammt von einem belgischen Mathematiker namens Pierre-François Verhulst, der von 1804 bis 1849 gelebt hat, der dieses Modell anhand des Bevölkerungswachstums entwickelte und es 1845 veröffentlichte. Leider ist nicht bekannt, warum er ausgerechnet den Begriff “logistisches Wachstum” gewählt hat.

In der Natur finden wir viele Beispiele, deren Wachstum sich so verhält wie unsere Hefekultur: Kaninchen auf einer einsamen Insel, Algen in einem Teich, Salmonellen im Speiseeis, Pflanzenwachstum, Bakterien in einer Nährlösung oder die Ausbreitung der Grippe in einem abgelegenen Dorf.

Die wachsende Population benötigt immer allgemeine Ressourcen, (z.B. Nahrung, Lebensraum) die bei größer werdendem Bestand immer schneller knapp werden und so dem Wachstum immer stärker entgegenwirken. Hier kann immer das Modell des logistischen Wachstums unterstellt werden. Der Verlauf hängt im Wesentlichen von der oberen Schranke und der Änderungsrate von t nach t+1 ab.

Fassen wir noch einmal zusammen, womit wir uns beschäftigt haben: Wir haben am Beispiel unserer Hefekultur gesehen, wie der Graph bei logistischem Wachstum verläuft. Wir wissen, dass die obere Schranke und die Änderungsrate von t -> t+1 das logistische Wachstum bestimmen.

Seinen Namen hat das logistische Wachstum vom Belgier Verhulst, der 1845 einen Artikel hierzu veröffentlichte. Nur, wie Verhulst auf den Namen des logistischen Wachstums kam, dass wissen wir bis heute nicht.

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem logistischen Wachstum. Tschüß!

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