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Transkript Beschreibende Statistik – Erste Begriffe

Hallo, die ersten Begriffe der Deskriptiven oder beschreibenden Statistik machen wir jetzt. Der 1. Begriff ist die Grundgesamtheit: Das ist die Menge der Dinge oder Individuen, über die wir etwas wissen möchten. Wenn wir zum Beispiel etwas über eine Schulklasse wissen möchten, dann besteht die Grundgesamtheit aus den Schülerinnen und Schülern dieser Schulklasse. Die Grundgesamtheit ergibt sich nicht immer so klar und eindeutig, wie in dem Fall der Schulklasse. Sie muss in der Regel festgelegt werden, vor der Untersuchung oder bei jedem Datengewinnungsprozess muss man sich darüber Gedanken machen, was die Grundgesamtheit sein soll. Zum Beispiel, wenn ich etwas über die Einstellungen von Menschen zum Fußball wissen möchte, könnte ich mich in Münster auf den Prinzipalmarkt stellen und dort Leute befragen. Wenn ich festlege, dass die Grundgesamtheit aus allen Menschen bestehen soll, muss ich mir hinterher die Frage gefallen lassen, ob ich etwas über tatsächlich alle Menschen herausgefunden habe, also auch über die Menschen in Indien zum Beispiel. Wenn die Grundgesamtheit aus den Münsteranern bestehen soll, die Montag morgens um 10 über den Prinzipalmarkt laufen ergibt sich die Frage, ob die Ergebnisse auf die Menschen in, zum Beispiel Gelsenkirchen, Ortsteil Schalke, übertragbar sind. Deshalb muss man sich in der Regel vor Untersuchungsbeginn Gedanken über die Grundgesamtheit machen. Der nächste Begriff ist die Untersuchungseinheit. Untersuchungseinheiten sind die Individuen oder Objekte der Grundgesamtheit. Wenn wir Personen befragen, sind es Personen. Wenn wir Schrauben vermessen, sind es Schrauben. Ein weiterer Begriff ist das Merkmal oder die Merkmale. Das sind die Eigenschaften der Untersuchungseinheiten, über die wir etwas wissen möchten. Wenn wir zum Beispiel Menschen danach fragen, wie viel Obst und Gemüse sie am Tag essen, ist das Merkmal, wonach wir fragen, der tägliche Obst- und Gemüsekonsum. Jetzt ohne Quatsch ist mir gestern passiert, in der Stadt. Kommt ein schräger Vogel auf mich zu und fragt mich, wie viel Obst und Gemüse ich am Tag esse. Da hab ich ihn gefragt, warum er mich das fragt. Er meint, es ging um eine Aufklärung und ich soll ihm das jetzt sagen, wie viel ich am Tag esse und da habe ich ihn stehen lassen. Was geht ihn das an? Allerdings, letzten Freitag wurde ich auch befragt, in der Stadt. Und zwar über meine wirtschaftliche Situation- das war das eine Merkmal und ich wurde befragt, nach meiner Identifikation mit der deutschen Fußballnationalmannschaft. Das war das andere Merkmal. Konkret wurde ich zum Beispiel gefragt, wie viel ich höchstens bereit wäre, für eine Karte eines Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der zurzeit stattfindenden Weltmeisterschaft zu zahlen. Da war das Merkmal: Preisobergrenze einer solchen Eintrittskarte. Die, die mich das gefragt hat, war aber nett - da hab ich auch geantwortet. Nächster Begriff: Merkmalsträger. Das sind die Objekte oder Individuen, die das Merkmal, nach dem wir fragen, haben. Die Merkmalsträger sind die Untersuchungseinheiten. Das ist das Gleiche. Die kommen daneben. Jetzt gibt es 2 unterschiedliche Auffassungen dazu, was genau Merkmalsträger sind. Einige sagen: Merkmalsträger sind alle möglichen Objekte oder Individuen, die wir befragen oder untersuchen können, also alle Elemente oder Mitglieder der Grundgesamtheit. Die Anderen sagen: Merkmalsträger sind alle die Untersuchungseinheiten, die tatsächlich befragt oder untersucht wurden. Mathematisch gesehen ist das egal. Wenn du etwas dazu sagen sollst, an der Uni, in der Schule, dann frag deinen Lehrer oder Professor, wie er das haben will und dann sagst du das so, wie er das will. Der nächste Begriff und letzte in diesem Film: Merkmalsausprägungen. Im einfachsten Fall hat ein Merkmal nur die Ausprägung - ist da oder ist nicht da. Wenn zum Beispiel Leute von einem Fußballspiel kommen, kann man sie fragen: Bist du blau? Dann können die sagen: ja oder nein. Das heißt: Blau sein ist entweder da oder nicht da. Das sind alle Merkmalsausprägungen. Das kann man natürlich auch differenzierter sehen, aber das geht auch so. Beim Merkmal Eintrittskarten-Höchstpreis können beispielsweise 50 Euro, 90Euro oder auch 200Euro  Merkmalsausprägungen sein. Hier gibt es nun etwas zu bemerken, dass die Definition dieses Begriffes in Forschung und Lehren unterschiedlich gehandhabt wird. Manchmal versteht man unter Merkmalsausprägung oder Merkmalsausprägungen alle möglichen Antworten auf eine Frage. Im Fall der Eintrittskarten alle möglichen, theoretischen Eurobeträge. Manchmal versteht man unter Merkmalsausprägungen aber auch alle tatsächlich gegebenen Antworten auf eine Frage. Bei den Eintrittskarten, alle tatsächlich genannten Eurobeträge. Das ist nicht weiter schlimm, dass es etwas unterschiedlich ist. Wenn du selber eine Untersuchung machst, musst du sowieso vorher sagen, was die Merkmalsausprägungen sind und daraus ergibt sich dann, was du darunter verstehst. Wenn du Klausuren schreibst, mach es bitte so, wie es dein Lehrer oder Professor will. Mathematisch ist das nicht weiter tragisch. Der Theorieaufbau funktioniert so oder so. Zu den Merkmalsausprägungen gibt es noch viel zu sagen. Die haben unterschiedliche Skalen und so weiter. Das wird uns noch ein bisschen beschäftigen. Aber nicht in diesem Film, hier sind nur die 1. Begriffe. Viel Spaß damit. Tschüss.

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3 Kommentare
  1. Default

    Sehe ich genau so Herr Wabnik , unverschämt ...

    Von Lu Mae, vor etwa 2 Jahren
  2. Flyer wabnik

    @Prayer Koesters: Lerne deutsch, bevor du mir Ratschläge erteilst!

    Von Martin Wabnik, vor fast 3 Jahren
  3. Default

    Ihre Witze sind nicht witzig sondern armselig. Außrdem würde ich sie mal raten ihren Schrank hinter ihnen aufzuräumen und dann ein Video zu machen

    Von Prayer Koesters, vor fast 3 Jahren