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Transkript Abschlussprüfung Klasse 10 – Themenüberblick

Hallo! Wenn du in der 10. Klasse bist, in einer deutschen Schule, dann kann es durchaus sein, dass du eine Abschlussprüfung machen sollst am Ende der 10. Klasse und darüber möchte ich mal ein bisschen was erzählen, nämlich wie diese Aufgaben dieser Abschlussprüfung zustande kommen, und zwar deshalb, weil ich das schon häufiger von Schülern gehört habe, die eine solche Prüfung gemacht haben. Die sagten dann: Die Aufgaben waren ganz anders, als wir das vorher im Unterricht gemacht und die waren total doof gestellt! Und damit dir das nicht passiert, erzähle ich, wie die zustande kommen. Das passiert so: Es trug sich vor einigen Jahren zu, dass sich die Kultusminister getroffen haben. Die Kultusminister sind in den jeweiligen Bundesländern quasi diejenigen, die entscheiden, was gelehrt wird und wie das so mit den Schulen funktioniert. Also, das sind die, die dem Bildungsministerium vorstehen und die treffen sich in einer Kultusministerkonferenz und haben einen Beschluss gefasst und der heißt: Bildungsstandards im Fach Mathematik für den mittleren Schulabschluss. Das ist also nach Klasse 10, der mittlere Schulabschluss. Da haben die jetzt hier in diesem Papier aufgeschrieben, was sie davon halten und wie das so vonstattenzugehen hat. Da hatten sie sich also alle von allen Bundesländern drauf geeinigt und dann sind die Kultusminister alle wieder auseinandergegangen und haben dann in ihrem jeweiligen Land diese Beschlüsse so oder so ähnlich durchgesetzt. Natürlich immer in Anbetracht der Schulen, die man da gerade hat und des Lehrstoffs, der so traditionell in den Bundesländern behandelt wird. So kommt das eben auch, dass in den verschiedenen Bundesländern die Prüfungen auch durchaus unterschiedlich sein können. Also, es werden teilweise unterschiedliche Lehrinhalte abgefragt. Bei manchen kommt der Logarithmus vor, bei manchen nicht, bei manchen kommen die trigonometrischen Funktionen vor und bei anderen Bundesländern  wieder nicht. Das kann unterschiedlich sein. Manche haben einen Teil ohne Taschenrechner, in manchen Bundesländern darf man immer den Taschenrechner benutzen und dementsprechend sind die Aufgaben auch jeweils verschieden. Aber was allen gleich ist, ist dieser Beschluss, und das ist quasi auch der Kern der gesamten Abschlussprüfung, und dazu möchte ich mal was sagen. Der Lehrinhalt, also der Lehrstoff, unterteilt sich in 5 verschiedene Leitideen: Wir haben Leitidee Zahl, Leitidee Messen, Leitidee Raum und Form, Leitidee funktionaler Zusammenhang und auch Daten und Zufall. Zu den Zahlen gehören zum Beispiel Rechnungen, Prozentrechnungen, und so weiter, sinnvolles Runden, die verschiedenen Zahlbereiche. Zum Messen gehört das Messen von Flächen und Volumina, auch das Schätzen und das Errechnen von Maßen, wie auch das Bewerten von Ergebnissen. Raum und Form ist so die Geometrie, das, was traditionell als Geometrie verstanden wird. "Funktionale Zusammenhänge" bedeutet, dass man Sachsituationen in Funktionen kleidet, sage ich mal, oder dass man von Funktionen, die gegeben sind, auf Sachsituationen schließt, oder auch, dass man zum Beispiel Gleichungssysteme grafisch lösen kann. Daten und Zufall - auch wieder der traditionelle Bereich der Stochastik: Wahrscheinlichkeitsrechnung, Statistik. Da muss ich nichts weiter zu sagen, glaube ich. Und diese Leitideen werden jetzt konkretisiert durch die verschiedenen Kompetenzen, die man nachweisen soll in einer solchen Prüfung. Die sind auch für alle Bundesländer gleich, und zwar gibt es 6 Kernkompetenzen: Das ist einmal "mathematisches Argumentieren", das ist "Probleme mathematisch lösen", "mathematisch modellieren", "mathematische Darstellungen verwenden", "mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehen" und es ist "kommunizieren". Ich habe das hier klein geschrieben, das brauchst du nicht alles mitzulesen. Du kannst auch, wenn du das genau nachlesen möchtest, im Internet gucken bei der Kultusministerkonferenz. Dann kommst du ziemlich schnell zu diesem Beschluss und kannst dir das auch ausdrucken oder da auch durchlesen. Es ist auch nicht nötig, dass du das alles auswendig lernst. Ich wollte es nur einmal gesagt haben, denn was auch für viele Schüler komisch ist, wenn sie sich das mal angucken, ist nämlich, dass einmal diese Begriffe selten im Unterricht vorgekommen sind - das ist aber verständlich, denn wenn man etwas mathematisch modelliert, dann geht das aus diesem Sachzusammenhang hervor und dein Mathelehrer sagt nicht jedes Mal dazu "übrigens, das was du da gerade machst, ist mathematisches Modellieren", - deshalb kann das also sein, dass diese Begriffe nie vorgekommen sind, aber die Rechnungen und die Fähigkeiten, und so, die damit verbunden sind, die sind dann sehr wohl im Unterricht vorgekommen. Und zum anderen finden Schüler es dann schon mal komisch, dass hier so wenig von Ergebnis hinschreiben die Rede ist. Manchmal hätten das Schüler ganz gerne, dass die Mathematik quasi relativ einfach ist, man muss nur die Formel hinschreiben, etwas einsetzen in die Formel, dann das in den Taschenrechner eintippen und dann das Ergebnis hinschreiben. Das ist kaum gefordert in der Abschlussprüfung. Es gibt ein paar Routineaufgaben, vielleicht auch was ohne Taschenrechner. Es gibt ein paar einfache Aufgaben, vielleicht etwas, wo mal nach der binomischen Formel gefragt wird, oder einfach danach gefragt wird, eine quadratische Gleichung zu lösen, die da einfach so rumsteht. Dann kannst du zum Beispiel die p-q-Formel anwenden, dann einfach was einsetzen und das Ergebnis hinschreiben. Das ist aber ein ganz kleiner Teil der Prüfung. Da gibt es auch nicht viele Punkte für. Die meisten Punkte gibt es eben für diese etwas weicheren Anforderungen, könnte man so sagen, wie zum Beispiel hier die Anforderung "kommunizieren". Da geht es darum, dass man eine Rechnung, oder das, was man sich überlegt hat, sachgerecht darstellen kann, sodass das andere Leute verstehen können. Oder beim "mathematischen Argumentieren" geht es darum, dass man vielleicht etwas beweist oder, dass man Argumentationen, Schlussfolgerungen bewertet, vielleicht Argumentationen, die von anderen Leuten kommen. Das ist eben nicht nur Ergebnis hinschreiben, und wenn Schüler der Ansicht sind, das Hinschreiben des Ergebnisses sei immer die Lösung der Aufgabe, dann sind sie vielleicht enttäuscht, wenn sie ihre Abschlussprüfung sehen und haben dann vielleicht den Eindruck, dass die Aufgaben komisch formuliert sind. Aber wenn man das vorher weiß, welche Kompetenzen da abgefragt werden, dann kann man das natürlich vermeiden und sich eben auch gezielt darauf vorbereiten. Übrigens, das, was hier noch steht, was du jetzt ganz sicher nicht lesen kannst hier aus der Kameraperspektive ist, dass die einzelnen Kompetenzen noch mal in 3 Anforderungsniveaus unterteilt sind: Das ist das geringste Anforderungsniveau 1, sage ich mal, das ist reproduzieren. Zweites Anforderungsniveau ist Zusammenhänge herstellen und drittes Anforderungsniveau ist verallgemeinern und reflektieren. Jede dieser Kompetenzen kommt also in 3 unterschiedlichen Anforderungsniveaus vor, wird auch in 3 unterschiedlichen Niveaus abgefragt, vielleicht nicht immer und genau in jeder Prüfung alles 1-mal, aber aus dem Bereich kommen also die Prüfungsaufgaben und das ist eben die Fähigkeit, die man da als Schüler zeigen soll. Ganz interessant - auf eine Sache wollte ich noch hinweisen, also ich hoffe, du findest das auch interessant, ich fand es zumindest interessant - ist das "Kommunizieren". Da ist auf dem Anforderungsniveau 1, dass man zum Beispiel auf Fragen sachlich reagieren können soll. Das wird da abgefragt und Anforderungsniveau 2 ist "mit Fehlern konstruktiv umgehen". Anforderungsniveau 3 ist "Äußerungen über Mathematik oder mathematische Inhalte bewerten können". Auch hier geht es mehr um den Umgang mit Mathematik, es geht auch ein bisschen um Persönlichkeitsbildung dabei, und nicht nur um Zahlen. Noch eine kleine Anmerkung dazu: Oft werde ich ja gefragt, wozu braucht man Mathematik? Beziehungsweise Schüler wollen mir weismachen, dass man die gar nicht braucht. Da kann man zu sagen: Wenn ein Schüler darunter versteht, dass Mathematik wirklich nur das Einsetzen von Zahlen in eine Formel ist, dann mit dem Taschenrechner was ausrechnen und das Ergebnis hinschreiben - wenn nur das Mathematik wäre, dann kann man sagen, das braucht man im Leben wirklich nicht. Aber solche Fähigkeiten, wie zu kommunizieren, eben zum Beispiel, wenn ein Fehler aufgetaucht ist, dass man darauf angemessen reagieren kann, und dass man dann auch konstruktiv damit umgehen kann, das ist sicher eine Fähigkeit, die man im Leben braucht, wie auch alle anderen Fähigkeiten, die hier dargestellt sind, oder auch die Kompetenzen, die hier dargestellt sind - die braucht man sicher im Leben. Und dafür ist die Abschlussprüfung auch da, damit man auf dieses Leben mit diesen Kompetenzen vorbereitet wird. Dann viel Spaß mit der Prüfung. Tschüss.

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3 Kommentare
  1. Sarah2

    @Sasira: Leider verstehe ich deine Frage nicht. Wenn du konkrete Fragen zu dem Video hast, kannst du sie am besten im Fach-Chat stellen, der täglich von 17 bis 19 Uhr online ist. Dort erhältst du am schnellsten Hilfe.

    Von Sarah Kriz, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Hat das Video einen Fehler, weil es doppelt gesagt wird von wegen "Mathe braucht man nicht" oder liegt das an meiner defekten Internetleitung? Bitte prüfen und mir sagen. Aber was da nun wirklich wichtig ist, weiß ich dennoch nicht. Tut mir leid!
    Danke! es grüßt Sabine

    Von Deleted User 221074, vor mehr als einem Jahr
  3. Bild1469

    (:

    Von Niku Eshaghi, vor fast 7 Jahren
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