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Transkript Besser motivieren - weniger streiten Teil 1 - Das Kommunikationsmodell

Das kennen Sie sicherlich auch: Sie sitzen mit Ihrem Kind zusammen, wollen beim Lernen helfen und plötzlich eskaliert die Situation. Dabei wollten Sie doch nur helfen.

In diesem Video werde ich Ihnen anschaulich erklären, warum Kommunikation manchmal schief läuft und wie Sie die kommunikativen Tretminen umschiffen können.

Ebenen der Kommunikation

Hierbei müssen wir uns die verschiedenen Ebenen der Kommunikation ansehen und schauen uns das klassische Kommunikationsmodell von Schulz von Thun an. Sie sehen die vier verschiedenen Ebenen, auf denen Kommunikation abläuft. Lassen Sie mich diese anhand eines Beispielsatzes erläutern.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen als Beifahrer neben Ihrem Partner im Auto vor einer roten Ampel. Die Ampel springt auf Grün und Sie sagen: „Du, es ist grün“ Schon kommt es zum Streit und Sie fragen sich, warum. Auf der Sachebene haben Sie lediglich auf den Fakt hingewiesen, dass die Ampel grün ist. Also eigentlich kein Problem. Auf der Ebene der Selbstkundgabe bringen Sie möglicherweise zum Ausdruck, dass Sie es eilig haben. Verbunden mit dem Appell: „Fahr endlich los!“

Auf der Gefühlsebene, und hier wird es gefährlich, könnte der einfache Satz „Du, da vorne ist grün” auch bedeuten: Ich bin der bessere Autofahrer, denn ich muss dir sagen, dass grün ist, weil du es nicht siehst. Zack, und schon haben wir den Streit.

Sender und Empfänger

Sie sehen, dass es neben diesen vier Ebenen zwei weitere Faktoren und Betrachtungsweisen gibt, die die Kommunikation beeinflussen. Nämlich die beiden Parteien Sender und Empfänger. Oftmals empfängt der Empfänger eine ganz andere Botschaft, als der Sender gesendet hat.

Hier kommt es eben nicht nur auf die verbale, sondern auch die nonverbale Ebene an. Eine hochgezogene Augenbraue, eine lautere Stimme, die am Schluss des Satzes nach oben geht… All das sind Faktoren, die die Kommunikation zusätzlich beeinflusst. Im Sinne einer guten Diskussion, die ja per se nicht schlecht sein muss, ist es enorm wichtig, auf der Sachebene zu bleiben.

Das Problem: Kinder, vor allem in der Pubertät, verstehen fast alles auf der Gefühlsebene und fühlen sich angegriffen. Auch wenn Sie nur einen wirklich gut gemeinten Ratschlag geben. Ich nenne Ihnen mal ein paar Beispiele. Vielleicht erkennen Sie den einen oder anderen Satz wieder.

„Hast du Hausaufgaben auf?“ Vielleicht interessiert es Sie einfach nur. Aus Sicht des Kindes, dass Ihre Botschaft auf der Beziehungsebene versteht, bedeutet dies aber Kontrolle: „Meine Eltern trauen mir nicht zu, dass ich selbst weiß, ob ich Hausaufgaben aufhabe oder nicht“ Überlegen Sie ganz genau, welche Botschaft Sie mit Ihrer Frage senden wollen, denn in der Regel hat Ihr Kind sowieso Hausaufgaben auf. Was wollen Sie also wirklich mit der Frage bewirken, wenn die Antwort in der Regel „Ja“ bedeutet?

Selbst ein Kompliment kann verletzend sein: „Du kannst so tolle Geschichten schreiben!” Kann bedeuten: „Aber alles andere hast du nicht drauf!”, “Brauchst du Hilfe?” Verstehen Sie mich nicht falsch: Nicht die Frage ist das Problem. Bieten Sie ruhig weiter Ihre Hilfe an!
Es geht an dieser Stelle nur darum, Verständnis dafür zu entwickeln, warum Kommunikation schief läuft, selbst bei den besten Absichten. Denn diese Frage kann für ein Kind mit angeknackstem Selbstbewusstsein bedeuten: „Alleine bekommst du es eh nicht hin.“

Ganz problematisch kann ein Satz sein, der Ihnen bestimmt schon einmal ohne böse Absicht über die Lippen gekommen ist: „Ich habe gerade keine Zeit, dir zu helfen.“ Das kann ja durchaus auf der Sachebene richtig sein. Für ein Kind, dass die Botschaft auf der Beziehungsebene hört, bedeutet dieser Satz aber: „Du bist mir nicht wichtig genug. Ich habe Besseres zu tun“

Zusammenfassung

Ich denke, es ist klar geworden, warum die Kommunikation oftmals scheitert. Sender und Empfänger senden bzw. empfangen oft ganz andere Botschaften. Umso wichtiger ist es, genau hinzuhören und zwischen den Zeilen zu lesen bzw. hören.

Eine Technik, die sich „Paraphrasieren“ nennt, ist der erste, ganz einfache Schritt, die Kommunikations- oder Streitkultur mit Ihrem Kind zu verbessern. Dafür ist es wichtig, sich zu bemühen, ständig auf der Sachebene zu bleiben.

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2 Kommentare
  1. Default

    sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo langweilig

    Von Melaku1970, vor 6 Tagen
  2. Default

    Gut

    Von Fiwi, vor etwa einem Monat