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Transkript Genitivus partitivus – Übersicht

Salve! Hallo, mein Name ist Johanna. In diesem Video behandle ich den Genitivus partitivus mit dem Ziel, euch zu zeigen, was die Funktion des Genitivs ist, und in welchen Wendungen er besonders häufig vorkommt. Dafür solltet ihr die lateinischen Nomen schon deklinieren können und die Begriffe Komparative, Superlative und Ordinalzahlen kennen. Der Genitivus partitivus wird benutzt, um das Gesamte zu bezeichnen, von dem ein Teil, ein Part, angegeben ist. Besonders häufig steht er deswegen hinter Substantiven, die eine Menge oder ein Maß angeben, wie zum Beispiel in - pars nummorum. Pars, partis, feminin ist der oder ein Teil; nummus, nummi, maskulin, die Münze. Die Übersetzung für - pars nummorum - lautet - ein Teil der Münzen. Ein weiteres Beispiel ist magna copia auri. Copia, copiae, feminin, ist die Menge; aurum, auri, neutrum, das Gold. Folglich bedeutet - magna copia auri - eine große Menge Gold. Ein weiteres Beispiel; Magna copia frumenti ex Sicilia advecta est. Advehi, advehor, advectus sum heißt heranfahren, also ist die Übersetzung für diesen Satz: Eine große Menge Getreide wurde aus Sizilien herbeigeschafft. Der Genitivus partitivus steht auch neben substantivierten Adjektiven, die ein Maß oder eine Menge bezeichnen. Diese nennt man Quantitätsadjektive. Dazu gehören: Multum, plus, plurimum, nimium - operae; opera, operae, feminin, ist die Arbeit. In der deutschen Übersetzung heißt es dann - viel, mehr, das meiste, zu viel an Arbeit. Es gibt aber noch mehr von solchen Adjektiven. Es muss ja nicht immer mehr sein, es kann ja manchmal auch weniger sein. Paulum, minus, minimum - operae; wenig, weniger, sehr wenig Arbeit. Oder bei den Quantitätsadjektiven - tantum, quantum, aliquantum - operae heißt es in der deutschen Übersetzung - so viel, wie viel, ziemlich viel Arbeit. Quod vix, contingit, plus voluptatis parit. Contingere, contingo, contigi, contactum heißt gelingen. Parere, pareo, peperi, partum heißt erzeugen. Also hier in der Übersetzung: Was nur mit Mühe gelingt, bringt mehr Freude ( plus voluptatis). Auch gibt es substantivisch gebrauchte Pronomina in denen ein Genitivus partitivus steht. Dazu gehören im Lateinischen - quis, quisquam, quidam, nemo, alter / wer, irgendeiner, ein gewisser, niemand, ein anderer; zum Beispiel vestrum - von euch. An dieser Stelle eine kleine Besonderheit: Der Genitivus partitivus von nos und vos ist nostrum und vestrum. In  allen anderen Genitivfunktionen ist es eigentlich nostri und vestri. Weitere substantivisch gebrauchte Pronomina sind - nihil, id, idem, hoc, quid, aliquid, quidquid / nichts, das, dasselbe, dieses, etwas und irgendetwas; zum Beispiel detrimenti - an Schaden. Als Beispiel folgt eine römische Notstandsformel: Videant consules, ne quid res publica detrimenti capiat. Die Konsuln mögen dafür sorgen, dass der Staat keinen Schaden nimmt ( ne quid detrimenti). Auch gibt es Quantitätsadverbien, nach denen ein Genitivus partitivus steht. Dazu gehören - satis, parum, nimis, hier mit nummorum / genug, zu wenig, zu viel Münzen. Und es gibt Komparative, Superlative und Ordinalzahlen, die den Genitivus partitivus zu sich nehmen. Zum Beispiel: Maior fratrum, der ältere Bruder. Maior fratrum hier als Komparativ. Pulcherrima urbs totius Germaniae. Totus,a,um heißt ganz; hier folgt die Übersetzung mit dem Superlativ pulcherrima: Die schönste Stadt ganz Germaniens. Der Genitivus partitivus steht auch neben Ordinalzahlen, also Zahlen, die eine Reihe, eine Ordnung angeben. Im Deutschen lautet die Reihe beispielsweise - erstens, zweitens, drittens und so weiter. Ein Beispiel dazu: Princeps auctorum. Auctor, auctoris, maskulin, ist der Schriftsteller, also ist der princeps auctorum - der Erste unter den Schriftstellern. Auch in einigen festen Wendungen wie ubi terrarum oder quo gentium steht der Genitiv in der Funktion des Genitivus partitivus: Wo in aller Welt oder wohin in aller Welt? Damit ihr die principia de scipolorum seid, also die Ersten unter den Schülern seid, fasse ich zusammen, was ihr in diesem Video gelernt habt. 1. habt ihr die allgemeine Funktion des Genitivus partitivus als Teilungsgenitiv kennen gelernt und 2. ihr habt die Verwendung dieses Genitivs neben Substantiven, Quantitätsadjektiven, Pronomen, Quantitätsadverbien, Komparativen, Superlative und Ordinalzahlen kennen gelernt. Viel Erfolg weiterhin wünscht Johanna. Vale! Tschüss!

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5 Kommentare
  1. Default

    Danke für den Kommentar.
    Ja, es ist schon richtig, dass die genannten Wörter hier als Adjektive fungieren, da sie hier das Substantiv „opera, ae“ quantitativ näher bestimmen.
    Da aber „multum, plus, plurimum, nimium“ auch als Adverbien vorkommen, hatte ich vermutlich den Kontext außer Acht gelassen.
    Danke!

    Von Eemilelv, vor 11 Monaten
  2. Felix red

    Hallo, es handelt sich hierbei um Quantitätsadjektive, weil sie deklinabel sind, also dekliniert werden können.

    Adverbien können nicht dekliniert werden, können aber in ähnlicher Funktion verwendet werden, allerdings ohne Genitivus partitivus. "multo" ist beispielsweise ein häufig verwendeter Ablativus mensurae (Ablativ des Maßes), der dann auch in adverbialer Funktion steht.

    Beste Grüße,

    Felix

    Von Felix Teege, vor 11 Monaten
  3. Default

    Habe eine Frage. - Bin etwas verunsichert
    Sind die Mengenangaben "multum / plus / plurimum nimium" wie es heißt Quantitätsadjektive - wie es im Video ( ca. 2.35) heißt - oder Quantitätsandverbien?

    Von Eemilelv, vor 11 Monaten
  4. Default

    Sehr gute Übersicht!

    Von Eemilelv, vor mehr als einem Jahr
  5. Default

    Find ich total hilfreich aber ein bisschen zu lang

    Von Lukaskaiser2, vor mehr als 3 Jahren