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Kasus – Verwendung und Funktion der Fälle

Die Verwendung verschiedener Fällen zeigt in jeder Sprache das Verhältnis eines Wortes zum Satz und zur Gesamtaussage an und tragen somit zum Textverständnis bei.

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Themenübersicht in Kasus – Verwendung und Funktion der Fälle

Der Kasus – Verwendung und Funktion

Im Deutschen gibt es vier Fälle, die du am leichtesten durch die Artikel unterscheiden kannst:

  • das Gebäude - Nominativ
  • des Gebäudes - Genitiv
  • dem Gebäude - Dativ
  • das Gebäude - Akkusativ

Im Lateinischen hingegen gibt es sechs Fälle, denn der Ablativ und der Vokativ kommen noch hinzu: Während der Vokativ nur in der wörtlichen Rede bei (Spitz-) Namen verwendet wird, kannst du den Ablativ auf verschiedene Arten ins Deutsche übertragen.

Da das Lateinische keine bestimmten Artikel hat, werden die Fälle durch die Endungen gekennzeichnet:

  • aedifici-umNominativ
  • aedifici-iGenitiv
  • aedifici-oDativ
  • aedifici-umAkkusativ
  • aedifici-o* – Ablativ

Gebäude-aedificium.jpg

Zugegebenermaßen lassen sich manche Fälle auf den ersten Blick nicht eindeutig bestimmen, weil die Formen gleich sind. Jedoch wird die Unterscheidung ja auch erst dann richtig wichtig, wenn du einen Satz, also einen inhaltlichen Kontext vorliegen hast. So hat nämlich beim lateinischen Satzbau jeder Kasus seine eigene(n) Funktion(en). Es gibt Übereinstimmungen mit dem Deutschen wie die Verwendung vom Nominativ als Subjekt, Dativ und Akkusativ als Objekt sowie Genitiv als Attribut. Aber es gibt auch Besonderheiten im Lateinischen, auf die du achten solltest. Der Ablativ wäre zunächst zu nennen oder auch das Genitivobjekt. Beim Übersetzen geht es dann nämlich darum, dass du eine Formulierung findest, die der Aussage des lateinischen Satzes in einem heute verständlichen und richtigen Deutsch entspricht.

Beispiel:

  • carro (Ablativ der Trennung) abiungere – von (Präposition zeigt Trennvorgang an) dem Wagen (Dativobjekt) abspannen
  • amor matris (Genitivus objectivus) – die Liebe zur (Präposition klärt das Verhältnis auf) Mutter (Dativobjekt)

Wahrscheinlich wird dir beim Lernen der Vokabeln auffallen, dass bestimmte Wörter immer bei einem Kasus stehen oder bei verschiedenen Fällen unterschiedliche Bedeutungen haben können. Auch wenn du nicht all dieser Ausnahmen auswendig kennst, kann eine wörtliche Übersetzung manchmal den Sinn verständlicher machen, auch wenn sie vielleicht etwas komisch oder altertümlich klingt.

Beispiel:

  • memini (meminisse - beim Genitiv) tuae narrationis
  • wörtlich: ich gedenke deiner Erzählung
  • besser: ich erinnere mich an deine Erzählung

Römer_am_Computer.jpg

In dieser Lektion findest du Videos und Übungen, die dir helfen werden, einen Überblick über die verschiedenen Fälle und ihre Funktionen zu kriegen. Dadurch sollst du eine gewisse Sicherheit im Bestimmen von Substantiven und Adjektiven erlangen und nachvollziehen können, warum welche Form wo steht. Du wirst sicher schnell merken, dass dir das Übersetzen dann schneller von der Hand gehen wird und sich dir der Sinn von Texten leichter offenbart.

Viel Erfolg!