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Textversion des Videos

Transkript Die Kubakrise einfach erklärt

Hallo, ich bin Lena und ich erzähle euch in diesem Video etwas zur Vorgeschichte, zum Verlauf und zu den Auswirkungen der Kubakrise. 1959 hatte der Sozialist Fidel Castro durch eine Revolution die Macht in Kuba an sich gerissen und näherte sich der UdSSR an. Der sowjetische Parteichef Kritchof sah seine große Chance, auf diese Weise die globalen Machtverhältnisse entscheidend zu verändern. Die USA wiederum sahen in dieser Entwicklung den sowjetischen Versuch, den Kommunismus in Süd- und Mittelamerika zu verbreiten. Deshalb unterstützten sie 1961 eine Invasion kubanischer Exilanten, die Castro stürzen wollten. Die Invasion misslang und Castro erlaubte der UdSSR die Stationierung von atomaren Mittelstreckenraketen. Diese hätten mit einer Reichweite von maximal 4.500 Kilometern fast alle Großstädte der USA bedroht. 10. Juli 1962: Die UdSSR beginnt heimlich mit der Stationierung von ca. 42.000 Soldaten und 64 atomaren Mittelstreckenraketen. 5. und 25. August: Amerikanische Aufklärungsflugzeuge entdecken erstmalig im Westen Kubas sowjetische Raketenabschussvorrichtungen. Anfang September und Mitte Oktober belegen weitere US-Aufklärungsfotos die Stationierungsarbeiten. Präsident Kennedy sieht die sowjetischen Raketen als tödliche Bedrohung der USA an. Die Militärs wollen die Bedrohung durch einen Luftangriff beenden. Kennedy entscheidet sich jedoch für eine Seeblockade Kubas. 22. Oktober: Kennedy informiert die Weltöffentlichkeit über die Stationierung sowjetischer Raketen in Kuba und kündigt die Seeblockade der Karibikinsel an. Er stellt der UdSSR ein Ultimatum: Vollständiger Abzug der sowjetischen Raketen oder ein Krieg, in dem selbst die Früchte unseres Sieges nur Asche in unserem Mund wären. Kritchof droht mit einem weltweiten, nuklearen Raketenkrieg. 24. Oktober: Die Seeblockade beginnt, nachdem Kritchof erklärt hatte, dass die Stationierung der Raketen allein der Verteidigung Kubas diene. 26. Oktober: Im Kreml, dem Regierungsgebäude der UdSSR in Moskau, setzen sich die Tauben durch, also diejenigen Spitzenpolitiker, denen ein militärischer Konflikt zu riskant erscheint. Kritchof stand nun vor einer Verschärfung des Konflikts in seinem ersten Schreiben an Kennedy. "Sie und ich Herr Präsident, sind wie zwei Männer, die an einem Strick mit einem Knoten ziehen. Wird der Knoten zu fest, dann hilft nur noch das Schwert, ihn aufzulösen." Er bietet Kennedy den Abzug der Raketen unter der Voraussetzung an, dass es keine Invasion Kubas gäbe. Kennedy geht auf diesen Vorschlag ein. 27. Oktober: Der sogenannte "schwarze Samstag" führt zu einer dramatischen Eskalation der Verhältnisse. Ein amerikanisches Kriegsschiff zwingt mittels Übungswasserbomben ein sowjetisches U-Boot zum Auftauchen, ohne zu wissen, dass es mit atomaren Torpedos bestückt ist. Der sowjetische Kommandant geht von einem bereits ausgebrochenen Krieg aus und will die atomaren Waffen einsetzen. Der Offizier Wasili Archipow überzeugt seinen Kommandanten auf den Einsatz der Waffen zu verzichten und aufzutauchen. Dadurch vermeidet er einen militärischen Konflikt und möglicherweise den Ausbruch des 3. Weltkriegs. Am selben Tag wird ohne Erlaubnis der UdSSR ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug über Kuba von einer sowjetischen Flugabwehrrakete abgeschossen und der Pilot dabei getötet. Die amerikanischen Militärs fordern vehement einen Luftschlag. Auf dem Höhepunkt der Krise beauftragt John F. Kennedy seinen Bruder Robert, mit dem sowjetischen Botschafter Dobrynin geheim zu verhandeln. Die beiden treffen folgende Vereinbarung: Die UdSSR zieht die Raketen ab, die USA verzichten auf eine Invasion Kubas und bauen ihre Raketen in der Türkei ab. 28: Oktober: Kritchof verkündet über Radio Moskau den Abzug der sowjetischen Raketen. Dies bedeutet das Ende der Kubakrise, die die Welt sehr nahe an einen 3. Weltkrieg brachte. Später beschrieb Robert Mac Namarra, zur Zeit der Kubakrise amerikanischer Verteidigungsminister, die Situation so: "Wir standen so nah am nuklearen Abgrund und verhinderten den Schlagabtausch nicht etwa durch gekonntes Management, sondern durch schieres Glück. Keiner von uns begriff damals wirklich, wie nah wir am Rand der Katastrophe standen." Die Kubakrise hat eine Reihe von positiven, langfristigen Auswirkungen:

  1. Sie führte zu einem Umdenken der führenden Staatsmänner in Ost und West. Die UdSSR akzeptierten Kennedys geopolitischen Realismus. In seiner Antrittsrede als amerikanischer Präsident hatte Kennedy im Januar 1961 der UdSSR die Politik des geopolitischen Realismus vorgeschlagen. Dieses Konzept bedeutete eine Politik der Entspannung und Kooperation der beiden Supermächte durch die Anerkennung der bestehenden territorialen Verhältnisse in Europa und die gegenseitige Anerkennung ihrer Einflusssphären. Nach der Kubakrise ging die UdSSR auf diese Politik ein, und die bestehenden Verhältnisse wurden überall da respektiert, wo machtpolitische Grenzen klar verliefen. Dies bedeutete den Beginn der Entspannung.
  2. Erstes Ergebnis der neuen Situation war die Einrichtung des "heißen Drahts", englisch: "Hotline" am 1. September 1963. Eine Fernschreibverbindung verband nun die beiden weltpolitischen Zentren, das weiße Haus und den Kreml direkt miteinander und ermöglichte es den beiden mächtigsten Staatsmännern der Welt, friedensgefährdende Missverständnisse rasch zu beenden.
  3. Die Streitkräfte der beiden Supermächte rückten in Krisengebieten auseinander und vermieden dadurch eine direkte militärische Konfrontation.
  4. Zahlreiche Abrüstungsgespräche und Abrüstungskonferenzen bestimmten die Folgezeit. Zwar wurde die Entspannung immer wieder durch Krisen unterbrochen, aber die beiden Supermächte gerieten nicht mehr in die Gefahr, einen 3. Weltkrieg auszulösen. Ich hoffe, du hast alles verstanden und bist nun ausreichend über die Kubakrise informiert. Auf Wiedersehen vielleicht, Lena.
Informationen zum Video
17 Kommentare
  1. Default

    Die Raketen "hätten" alle Großstädte bedroht?
    Sie haben doch alle Großstädte in der USA bedroht ....-

    Von Russellbande5, vor 12 Monaten
  2. Anne

    Hallo Luna, hallo Ph. Gehm,
    hier handelte es sich um einen technischen Fehler, den wir jetzt behoben haben. Das tut uns leid. Das richtige Video ist nun wieder abspielbar. Vielen Dank für euer aufmerksames Auge.
    Viele Grüße
    Anne

    Von Anne Thielen, vor etwa einem Jahr
  3. Default

    Hallo, ich würde mir sehr gerne dein Video ansehen. Wenn ich jedoch auf 'Video ansehen' klicke erscheint ein anderes Video und ich habe keinen Zugriff auf deins. Hast du ne Ahnung wie ich drauf zugreifen kann?
    Liebe Grüße

    Von Luuuuuna, vor etwa einem Jahr
  4. Avatar2

    Hallo Ph. Gehm, das Youtube-Video hat vermutlich das sofatutor-Team hochgeladen, ich kenne es leider nicht und kann dir daher auch nichts zur Animation sagen. Vielleicht kann dir das Support-Team weiterhelfen?

    Danke für die übrigen Feedbacks, Kommentare und ergänzenden Infos.

    Liebe Grüße,
    Lena

    Von Lena Knaudt, vor fast 2 Jahren
  5. Default

    Gefällt mir nicht sehr gut. Einige Informationen habe ich leider vermisst, z.B. geschichtliche Daten, wie Handelsembargo oder Seeblockade. Dann fand ich schade, dass in dem Video nicht noch mal ein Schlusssatz kam, hinsichtlich der Beziehungen zwischen Amerika und der UdSSR (z.B. das Einrichten einer telefonischen Verbindung zwischen dem Kreml und dem Weißem Haus, welcher des 'Heißer Draht' genannt wurde). Alles in allem ganz ok. Vielen Dank.

    Von Fls Pw1996, vor fast 2 Jahren
  1. Default

    Liebe Lena,

    auf Youtube habe ich einen Ausschnitt de Videos gesehen. Da wurde diue Kuba Krise animiert dargestellt... Leider finde ich nur Videos, aber nicht die Animation :-(
    Wo kann ich sie finden?
    Vielen Dank für Deine Hilfe,

    beste Grüße,

    Ph. Gehm

    Von Ph Gehm, vor fast 2 Jahren
  2. Default

    Eine hervorragend strukturierte, gut erklärte und inhaltlich äußerst gehaltvolle Präsentation! Prima! Weiter so!

    Von Deleted User 51599, vor fast 4 Jahren
  3. Default

    Das war wirklich klasse! Danke!

    Von Lisa Scheerer, vor fast 4 Jahren
  4. Avatar2

    Das freut mich ;)

    Von Lena Knaudt, vor etwa 4 Jahren
  5. Default

    Top ! :) danke sehr, das hat mir super geholfen,

    Von Noel R, vor etwa 4 Jahren
  6. Avatar2

    Danke dir, Lar =) Hört man doch sehr gerne.
    Dieses Video war ein Sonderfall, darum weiß ich leider nicht so genau, wie lange dieses genau gedauert hat.. normalerweise brauche ich für meine Videos ca. vier Tage für Storyboard, Zeichnungen, Aufnahmen und Schnitt.
    Ein schönes Wochenende noch,
    Lena

    Von Lena Knaudt, vor fast 5 Jahren
  7. Default

    wie lange braucht man um sowas zu machen??

    Von Lea K., vor fast 5 Jahren
  8. Default

    uii, sehr schick! und das bei so einem schwierigen Thema... danke

    Von Lea K., vor fast 5 Jahren
  9. Avatar2

    Hey, danke, Lasse. Freu mich über deinen Kommentar und bitte um Verzeihung für die späte Antwort, hatte einen internetlosen November. Liebe Grüße, Lena

    Von Lena Knaudt, vor etwa 6 Jahren
  10. Default

    Hey Lena, ich schliess mich da voll und ganz dem Björnemann an. Das Video ist ja der absolute Hammer. Ich wusste gar nicht, dass man so coole Sachen machen kann.

    Von Lasse, vor etwa 6 Jahren
  11. Avatar2

    Danke dir =)

    Von Lena Knaudt, vor mehr als 6 Jahren
  12. Img 1093

    Ein super Video. :)

    Von Björn G., vor mehr als 6 Jahren
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