Advent, Advent, 1 Monat weihnachtliche Laufzeit geschenkt.

Nicht bis zur Bescherung warten, Aktion nur gültig bis zum 18.12.2016!

Textversion des Videos

Transkript „Traumnovelle“ – Inhaltsangabe (Schnitzler)

Der Morgen dämmert grau durch die Vorhänge. Fridolin hört auf zu reden. Die ganze Nacht hat er von seinen erotischen außerehelichen Erlebnissen erzählt. Seine Frau hat zugehört, ihn dabei nicht unterbrochen. Auch jetzt schweigt sie.

Geheime Wünsche und Sehnsüchte

Fridolin fragt zweifelnd und hoffnungsvoll zugleich: “Was sollen wir tun, Albertine?” Wir lernen Fridolin und Albertine kennen, als das Paar ihre kleine Tochter auf die Nachtruhe vorbereitet. Danach nehmen der Wiener Arzt und seine Ehefrau ein Gespräch über den gemeinsamen Besuch eines Maskenballs am Vorabend wieder auf. Beide hatten seltsam erregende Begegnungen, die zu einer schönen gemeinsamen Liebesnacht geführt hatten.

Die anfangs lockere Unterhaltung wird zu einer ernsten und provozierenden Darlegung geheimer Wünsche und Sehnsüchte: Albertine erzählt Fridolin von der verwirrenden Begegnung mit einem jungen Mann während des Badeurlaubs in Dänemark. Daraufhin erzählt Fridolin von der erregenden, aber folgenlosen Begegnung mit einem jungen Mädchen, ebenfalls im Dänemark-Urlaub.

Mariannes Liebesgeständnis

Das Gespräch wird unterbrochen, da Fridolin zum kranken Hofrat gerufen wird. Der Hofrat ist verstorben. Der etwas erotisch aufgeladene Fridolin ist nicht überrascht, als dessen verlobte Tochter Marianne ihm ihre Liebe gesteht. Er reagiert weder abweisend, noch innerlich beteiligt. Nach dem Hausbesuch fühlt Fridolin sich “heimatlos”, schwermütig, nachdenklich und will nicht nach Hause gehen. Personen und Dinge kommen ihm traumhaft vor - und er spürt Rachegefühle gegenüber Albertine.

Der Maskenball

Fridolin begleitet die umherflanierende Dirne Mizzi aufs Zimmer. Dabei verhält er sich aber unsicher und inkonsequent: Er kann nicht mit ihr schlafen, will ihr aber Geld geben, was Mizzi ablehnt. Im Kaffeehaus trifft Fridolin überraschend Nachtigall, einen alten polnischen Bekannten. Heute soll Nachtigall auf einem Maskenball mit nackten Frauen in einer geheimen Villa Klavier spielen. Trotz dessen Bedenken will Fridolin unbedingt dorthin mitkommen.

Beim seltsamen Maskenverleiher Gibiser holt er sich eine Mönchskutte und eine Maske. Er trifft dort auf zwei als Femerichter verkleidete Herren. Im Mittelalter waren Femegerichte Freigerichte, die im Verdacht der Illegalität und Willkür standen. Er trifft außerdem die halbwüchsige Tochter Gibisers im Kostüm einer Pierrette, einer weiblichen Lustspielfigur. Fridolin spürt ihr gegenüber eine erotische Faszination.

Erotische Begegnungen

In der Villa befinden sich in einem Saal etwa zwanzig Personen in Mönchs- und Nonnenkostümen. Eine schöne Frauenstimme rät Fridolin, er möge sich entfernen, bevor es zu spät ist. Dann sind die Nonnen plötzlich völlig nackte Frauen mit Masken, die Mönche festlich gekleidete Kavaliere, die jetzt lustvoll mit den Frauen tanzen.

Fridolin wird als Eindringling entlarvt. Die schöne Unbekannte erklärt, sie werde sich für ihn opfern. Fridolin wird gewaltsam hinausbefördert. Bis zum Morgengrauen irrt er umher. Als Fridolin nach hause kommt, lacht Albertine im Schlaf plötzlich schrill auf. Fridolin kann sie überreden, ihm ihren Traum zu erzählen:

In Albertines Zimmer am Wörthersee fehlt das Brautkleid einen Tag vor der Hochzeit. Stattdessen befinden sich im Schrank prächtige Kleider. Fridolin wird wie ein Prinz von Galeerensklaven herbeigerudert.

Albertines Traumleben

Er und Albertine lieben sich in großer Schwermut. Am nächsten Morgen sind beider Kleider verschwunden. Kaum ist Fridolin losgegangen, um neue Gewänder zu besorgen, wird Albertine erleichtert und glücklich. Gemeinsam mit einem jungen Mann, der dem Dänen ähnlich ist, erlebt Albertine ein von Freiheit erfülltes Traumleben.

Fridolin beobachtet dies, während er von Soldaten ergriffen wird. Die schöne, der Dänin ähnlich sehende, Fürstin erklärt, wenn er ihr Geliebter und Herrscher des Landes sein wolle, werde er begnadigt. Fridolin lehnt mehrmals ab und wird ausgepeitscht. Albertines schrilles Lachen am Ende des Traumes gilt dem zum Tod am Kreuze bestimmten Fridolin.

Fridolins Hassgefühle

Nach dieser Traumschilderung ist Fridolin benommen, hat Rache- und Hassgefühle gegenüber seiner grausam und treulos erscheinenden Frau. Erschöpft schläft er aber ein. Am nächsten Tag sucht Fridolin Nachtigall in dessen Hotel auf - der ist aber mit zwei zwielichtigen Herren abgereist.

Beim Maskenverleiher erkundigt er sich erfolglos nach dessen Tochter, während sich Gibiser mit einem der verkleideten Richter gütlich zu arrangieren scheint. Fridolin glaubt mittlerweile, dass man sich einen Spaß mit ihm erlaubt hat. Doch an der Villa erhält er die Warnung, Nachforschungen zu unterlassen.

Tod der unbekannten Dame

Da entdeckt er eine Zeitungsnotiz: Baronin hat sich in Hotelzimmer vergiftet. Die schöne Unbekannte? Im pathologisch-anatomischen Institut trifft er auf seinen ehemaligen Studienkollegen Dr. Adler, der ihm die Leiche zeigt: Eine Frau, die ihm fremd erscheint, ihn aber in ihren Bann zieht. Fridolin eilt nach Hause und erzählt Albertine seine nächtlichen Erlebnisse.

Albertine lächelt. “Wir sollten dem Schicksal dankbar sein, glaube ich, dass wir aus allen Abenteuern heil davongekommen sind - aus den wirklichen und aus den geträumten.” “Und kein Traum”, seufzte er leise, “ist völlig Traum.” “Nun sind wir wohl erwacht - für lange”, sagt Albertine. Für immer, wollte er hinzufügen, aber sie flüsterte: “Niemals in die Zukunft fragen.”

Informationen zum Video