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Transkript Theodor Fontane – Leben und Werk

“Man hört nie auf, erziehungsbedürftig zu sein; ich gehe noch jetzt in die Schule und lerne von Leuten, die meine Enkel sein könnten.”

Dieses Kernzitat aus Theodor Fontanes Autobiografie "Meine Kinderjahre" dürfte der Grund dafür sein, dass Fontane zeit seines Lebens ein Lernender und ein guter Beobachter seines Umfeldes blieb. Einen Großteil seiner berühmten gesellschaftskritischen Romane schrieb er in einem hohen Alter.

Lebenslauf

Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren. Seine Eltern waren der Apotheker Louis Henry Fontane und dessen Frau Emilie Fontane, geborene Labry. Sie waren hugenottischer Herkunft – also aus Frankreich stammende Protestanten.

Nach seiner Kindheit in Neuruppin und Swinemünde trat Fontane in eine Gewerbeschule ein, absolvierte dann aber eine Ausbildung zum Apotheker. Im Jahre 1849 entschloss er sich, den Apothekerberuf aufzugeben und fortan als freier Schriftsteller zu leben. 1850 heiratete er seine Frau Emilie.

Immer wieder unternahm Fontane ausgedehnte Reisen, zum Beispiel nach Dänemark, Frankreich und England. Er berichtete von dort auch über Kriegsschauplätze. Am 20. September 1898 starb er in Berlin.

Politische Einstellung und literarisches Schaffen

Fontanes politische Einstellungen wandelten sich im Laufe seines Lebens. So hatte er sich in den vierziger Jahren der Lyrik zugewandt, um freiheitlich-demokratische Themen aufzugreifen. Damit unterstützte Fontane die Forderung nach einer demokratischen Erneuerung Deutschlands.

Nach der gescheiterten Revolution von 1848 jedoch wandte er sich dem Konservativismus zu, wie viele seiner Zeitgenossen. Das aufstrebende Preußen war nun gesellschaftliche Realität, nicht mehr die demokratische Revolution. Fontane hat Bismarcks politisches Talent über lange Jahre geschätzt. Er empfand aber mitzunehmendem Alter mehr und mehr Skepsis gegenüber diesem Reichskanzler.

Ähnlich ambivalent war Fontanes Verhältnis zu Preußen insgesamt. Er bewunderte seinen Fortschritt und seine selbst verwirklichte Befreiung aus dem Kleinbürgertum. Ablehnend stand er aber dem aufkeimenden Größenwahn, dem politischen Machtstreben und der Geltungssucht Preußens gegenüber.

Während der letzten Phase seines literarischen Schaffens schrieb Fontane Gesellschaftsromane, die in der Berliner Gesellschaft oder im preußischen Adel angesiedelt waren. Diese spiegelten insbesondere die Probleme der Zeit wider. Fontanes Enttäuschung über das zweite Deutsche Kaiserreich kommt hier zum Ausdruck. Vergeblich hatte er gehofft, es würde überholte Traditionen und Werte abschütteln.

Deutlich wird in seinem Roman „Effi Briest“ geschildert, wie die Protagonistin an veralteten adelig-preußischen Sitten scheitert. Denn der Roman beschränkt sich nicht nur auf ein individuelles Liebesschicksal. Vielmehr steht er für die Probleme Effis in einer Gesellschaft, in der alte Werte und Ordnungen vorherrschen. Die dem Vater und später dem Ehemann rechtlich untergeordnete Frau und die Eheschließung aus gesellschaftlichem Ehrgeiz oder aus finanziellen Gründen sind Teil dieser veralteten Normen.

Der Konflikt im Übergang der Zeiten von der monarchischen Gesellschaft hin zu einer eher bürgerlichen Gesellschaft drückt sich in Fontanes Werk auf vielfältige Weise aus. Die fortschreitende Entwicklung des Bürgertums und die Isolierung des Individuums schimmern in Fontanes Spätwerk immer wieder durch. Ehe und Familie sind nicht mehr nur private, sondern gesellschaftliche Institutionen von öffentlichem Interesse.

Epochenzuordnung

Fontane und sein Werk sind weitgehend dem Realismus zuzuordnen. Realismus als literaturhistorischer Epochenbegriff bezeichnet die literarische Bewegung etwa zwischen 1848 und 1890. Da die Autoren, Protagonisten und Leser meist dem Bürgertum angehörten, kann man von bürgerlichem Realismus sprechen.

Fontane nutzte die realistische Strömung als Basis für seine gesellschaftskritischen Romane. Aus diesem Grunde hat er die preußische Gesellschaft aufmerksam beobachtet und besonders ihre negativen Aspekte literarisch aufgezeigt.

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2 Kommentare
  1. Rene redaktion

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Wir freuen uns, dass dir das Video gefällt.

    Beste Grüße
    Die Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor mehr als einem Jahr
  2. Img 3383

    Das ist sehr Gut.

    Von Zeynep Ö., vor mehr als einem Jahr
11261 theodor fontane leben und werk Arbeitsblätter zum Video Anzeigen Herunterladen