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Transkript Textarten - Sachtexte: Normation

Guten Tag, liebe Lernende. Wir wollen uns in diesem Lehrvideo zu dem Grobthema Textarten Abschnitt A Sachtexte mit Texten befassen, die der Normation dienen, Adjektiv dazu: normative Texte sind. Ihr kennt das Wort Norm. Eine Norm ist, was man erreichen soll. Im Sport die Norm, um keine schlechte Note im 3000-Meter-Lauf zu erreichen 13 Minuten, 15 Sekunden. Jedenfalls zu meiner Zeit, als ich noch jung und frisch war, musste ich also 13 Minuten und 15 Sekunden um den Platz seppeln, um wenigstens eine 3 zu schaffen. Das war die Norm, die für mich ins Auge gefasst worden war. Normen im weiteren Sinne sind Texte, die in irgendeiner Weise dazu dienen sollen, denjenigen, an den sie gerichtet sind, einzutakten, zu einem Teilchen, zu einem Glied, zu einem wirkungsvollen Bestandteil der Gesellschaft zu machen. Diesem Zwecke dienen Normen. Normen sind also auch immer eine Frage der Macht. Es gibt immer jemanden, der die Macht besitzt, diese Norm festzulegen oben und davon ausgehend dann diese Normen mithilfe von exekutiven Organen zu kontrollieren und durchzusetzen. Normen sind auch im technischen Bereich möglich. Da geht es jetzt nicht um Macht, sondern da geht es um Machbarkeit. Also wie kann ich dafür sorgen, dass bestimmte Auflagen erfüllt werden, damit das Haus nicht einstürzt, damit Geräte funktionieren, damit Autos fahren, damit der Straßenverkehr funktioniert und so etwas alles. Das sind keine Fragen der Macht, sondern das sind Fragen der Rationalität, Fragen der Funktionalität in der Welt usw. All das betrifft den Begriff der Normation. Diese Texte, die dafür formuliert werden, dienen letztendlich der Sache der Organisation und Ordnung in der Welt. Damit habe ich schon viel erklärt. Was also gibt es alles? Da haben wir die Gesetze als den Klassiker normativer Texte. Ein Gesetzgeber setzt das Recht fest in eine Form, in einen Text und dafür benutzt er Paragrafen, benutzt er Gesetzesbücher, Gesetzestafeln, die können aus Stein sein. Die älteste Tafel, die wir kennen ist von Hammurapi aus dem 3. Jahrtausend vor Christus, also 5000 Jahre alte Gesetze. Wir kennen die Mosestafeln, die etwa aus dem 2. Jahrtausend stammen, Anfang 3. Jahrtausend. Das sind Gesetze. Heute auch, in Karlsruhe die Gesetzgeber, die für die BRD in Karlsruhe sitzen, formulieren Gesetze, die also für unseren Staat gelten sollen. Soviel zu den Gesetzen. Verordnungen sind so etwas Ähnliches wie die Gesetze. Verordnungen basieren meist auf Gesetzen. Sagen wir mal, es gibt ein Grundgesetz, dann gibt es die Gesetze und dann werden Verordnungen, die lokal oder speziell in irgendeiner Weise sind, angeordnet von der Polizei, von einem lokalen Gesetzgeber, von einer Vereinigung, die speziell ein Gesetz für ihren Lebensbereich anpassen muss und das sind dann Verordnungen. Die dienen also letztendlich auch der Normation bestimmter gesellschaftlicher Schichten, bestimmter Interessenten oder letztendlich einem Gesetzgeber, der ein spezielles Gesetz noch einmal in einen ganz präzisen Ablauf hineinbringt, damit eine Ordnung gewährleistet sein kann. Ich stelle gerade fest, dass dort ein "r" fehlt, dann wollen wir das mal schnell eintragen. Es heißt Verordnungen nicht Verordnungen. Nächstes dann die Regelwerke. Regelwerke sind also auch so etwas Ähnliches, wie Verordnungen, bloß dass Verordnungen eher einen polizeilichen Aspekt besitzen, währenddessen Regelwerke nicht unbedingt so scharf zu fassen sind, wie Verordnungen, sondern eher ein - für Fußballer ein Regelwerk, für Skatspieler ein Regelwerk. Man kann eben ein bestimmtes Spiel bloß dann spielen, wenn man sich an die Regeln hält. Das sind in dem Sinne keine Verordnungen. Die sind also gröber. Sondern das sind Regeln, die für alle, die sich freiwillig - mehr oder weniger freiwillig - zu einem ganz bestimmten Zwecke getroffen haben, die einigen sich auf ganz bestimmte Regeln, an die sich dann alle halten sollen. Das ist also ein anderer Ansatz. Dieser Verordnungsansatz der kommt eher von oben, dieser Regelwerksansatz der kommt eher von unten durch die Freiwilligkeit derjenigen, die sich in solchen Spielorganisationsformen vereinigen wollen. Und das betrifft dann auch Satzungen. Ganz wichtig für Vereine. Jeder Verein benötigt eine Satzung, damit jedes Mitglied dieses Vereins weiß, was gehauen und gestochen ist, wie es so schön heißt. Damit jeder in diesem Verein ein gewisses Maß an Sittsamkeit und Sesshaftigkeit innerhalb des Vereinslebens ausüben kann. Darum geht es bei Satzungen. Die Satzungen werden durch die Mitglieder selbst bestimmt, ähnlich wie Regeln, bloß das ist hier die äußere Organisationsform und das ist eher die Bereitschaft, sich einem Spiel, einem Regularium unterzuordnen, das man sich selbst ausgewählt hat. Hier geht es darum, dass man also sich in einer solche Spiele durchführenden Organisationsform verbindet. Das sind also alles Feinheiten, alles Normation, alles Sachtext. Und schließlich das Letzte, was jeder von uns vielleicht mehr oder weniger kennt. Strafbefehle, Strafzettel, auch in gewisser Weise To-do-Listen, die gehören auch dazu, die uns normieren sollen, bestimmte Dinge zu tun, die uns zwingen sollen, Bestimmtes zu leisten. Androhung, wenn wir ein Gesetz nicht befolgen, wenn wir falsch parken, wenn wir ein Gesetz übertreten, dann gibt es so etwas in Form von kleinen Zetteln bis zu Strafbegründungen, die uns erziehen sollen oder in Form von gewisser Weise auch symbolträchtig, dass wir Sträflingskleidung vielleicht tragen müssen oder wie das in früheren Zeiten war, vielleicht Häftlingskleidung. Also das ist alles eine Form der Normierung, die ein äußeres Zeichen dafür abgibt, wie die Gesellschaft letztendlich dazu gebracht werden soll, innerhalb bestimmter Verordnungen und Gesetze zu einem normativen Gesamtwerk zu werden. Das also alles zum Thema Textarten, Sachtext, Texte, die der Normation dienen.

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