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Transkript Textarten-Sachtexte: Information

Guten Tag liebe Lernende, in diesem Lehrvideo wollen wir uns mit dem Begriff der Textarten etwas vertiefend auseinandersetzen. In der Kategorie A zum Sachtext geht es hier um informative Texte, oder grob gesagt Texte, die der Information dienen. Ein Sachtext dient immer irgendeiner Sache, deshalb heißt er auch Sachtext. Eine Sache ist so etwas wie ein Objekt, ein Ding, etwas, das ich anfassen, fühlen, schmecken, tasten kann, im übertragenen Sinne vielleicht auch Dinge allgemeiner Vorstellung wie Gerechtigkeit. Das kann ich zwar nicht direkt anfassen, aber es ist eine Sache, die auch eventuell einen Text benötigen kann, wenn man sich darauf verständigen möchte, was denn nun Gerechtigkeit sein soll. Wenn ein Text der Information dienen soll, dann muss er vor allem eins beinhalten: Überraschung. Er muss Informationen enthalten. Was sind Informationen? Das sind Dinge, die aus dem Allgemeinen herausgerissen worden sind und als kleinstes Teilchen der Wirklichkeit von uns als Rezipienten wahrgenommen werden kann. Das ist eine Information. Eine Information kann etwas zum Anfassen sein, sie kann eine Mitteilung sein, eine Information kann sterblicher oder nichtsterblicher Natur sein. Aber sie ist auf jeden Fall etwas, was ich erst mal ohne eine Wertung aufnehmen kann. Das ist das entscheidende für den Begriff der Information: Wertfrei! Nur die reine Faktizität. Das ist Information. Da steht noch nichts von "das ist gut" oder "das ist schlecht". Nein, es geht nur darum 1 und 1 ist 2, das ist 5 Meter lang 2 Meter tief. Der hat eine 3 bekommen, am 15.02.2014 geht die Welt unter, das ist eine Information. Und letztendlich soll sie in irgendeiner Weise die Sache der Welt textualisieren, also in eine Form bringen. Aus dem was Form war, soll wieder eine Form werden. Welche Formen gibt es jetzt in Hinsicht auf Textarten? Da haben wir einmal den Bericht. Ganz sachlich gesprochen, immer die großen W-Fragen: Wer hat wann, was, womit und so weiter getan. Nicht so sehr die Dinge, warum etwas geschah, höchstens wenn jemand ganz konkret dazu Auskunft gibt, oder es ganz klar unstrittig ist. Wenn also die Information im Mittelpunkt steht, dann gehört es auch in einen Bericht rein. Wir können jetzt auch etwas irritiert sein, dass etwa Max Frisch sein Buch "Homo Faber" einen "Bericht" nennt. Ein Bericht ist etwas, was vor allen Dingen von Wissenschaftlern, von sachorientiert denkenden Mensch in erster Hinsicht benutzt wird um Dinge mitzuteilen. "Das ist eben so!", sagen die, "Das ist unstrittig!" und fallen dann übereinander her, weil der eine eine andere Information hat, als der andere. Das ist das Problem in unserer Welt, dass die Dinge doch nicht so klar sind, wie ein Bericht etwas vorgaukeln möchte. Der Bericht der Partei X, fällt anders aus als der Bericht von der Partei Y, zur selben Sachfrage. Weil eben jeder seine Scheuklappen besitzt und jeder seinen Blickwinkel auf die Dinge hat und glaubt, was er an Informationen mitteilt, der Wahrheit letzter Schluss ist. Trotzdem nennen sie es alle Bericht. Wir müssen das erst mal so hinnehmen und unhinterfragt einfach die Fakten aus einem solchen Text herausholen. Das nächste ist die Textsorte, beziehungsweise Textartbeschreibung. Das wird schon in der dritten Klasse, wenn jemand sein Lieblingsbild beschreiben soll benutzt. Da wird der Junge Mensch darauf gelenkt, dass er die Sachlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Was sieht er mit seinen Augen. Ist das gelb, ist das grün ist das blau? Ist das groß, ist das klein, ist das hübsch und so weiter. Das nennt man dann Beschreiben. Mit Schreiben wird die Welt also erfasst, in eine Information gepackt und ohne Bewertung letztendlich wird das Weltliche dargestellt. Am knallhartesten ist die Sachlichkeit in einem sogenannten Protokoll angemahnt. Das heißt nicht, dass ein Protokoll dann wertfrei ist. Ich habe schon Protokolle bekommen, von Sitzungen, in denen ich dabei war und mich danach gewundert habe: "War ich da wirklich in derselben Sitzung? Hab ich denn das auch alles so wahrgenommen?" Nein, ich habe es völlig anders wahrgenommen. Protokolle sind eine ganz schwierige Sache. Ihr kennt das aus euren naturwissenschaftlichen Fächern, in denen ihr über euer Tun und Lassen immer Protokolle anfertigen sollt. Uhrzeit, das und das getan, das und das Ergebnis, das ist ein Protokoll. Das ist noch etwas anders als ein Bericht. Ein Bericht ist noch mit einem starken Prosaanteil dabei. Subjekt, Prädikat, Objekt. Ein Protokoll muss das nicht sein. Ein Protokoll kann in Stichpunkten erfolgen, ist etwas knapper, ist noch sachlicher. Ein Bericht verdient dann auch mal die eine oder andere genauere Beschreibung, die in einem Protokoll nicht drin ist, da der eine oder andere das so nicht wahrgenommen hat. Ein Protokoll ist sozusagen knapper als ein Bericht, pointierter, zugespitzter, noch härter auf die Sache bezogen als ein Bericht. Ein Bericht ist da noch ein wenig breiter. Dann, man wird es nicht glauben, gehört die Rede letztendlich auch in vielerlei Hinsicht zur Information. In Form von Ansagen. Reden werden wir noch des Öfteren hören und die werden uns noch des Öfteren Begegnen in anderen Formen der Intertextualität. Aber hier in unserem Falle ist eine Rede mehr in Form von, jemand steht vor einer versammelten Mannschaft und sagt: "Wir gehen jetzt da und da hin und machen jetzt das und das." Als Information und nicht als Form der Befindlichkeit und als Form der Trauer, oder der Freude. Sondern schlicht in Form einer Ansage: "Das und das ist jetzt zu tun, das und das ist jetzt die Information für euch, handelt!" Meist dann auch mit einem Appellativcharakter. Aber hier in Form der informativen Rede. Und schließlich möchte ich die Darstellung noch nennen, die auch oft informativen Charakter besitzt. Wenn also etwas aus einer Position, aus einer Weltanschaulichkeit heraus dargestellt wird, dann muss man, wenn man vorher weiß, dass das also die Weltanschauung desjenigen ist, der hier eine Sache darstellt auch ein bestimmter Blickwinkel zu vermuten ist, es aus diesem Blickwinkel, auch wenn man sich hineinversetzen kann in diese weltanschaulichen Prämissen, klar darüber sein, dass die Darstellung hohen informativen Gehalt besitzt. Es ist ein wenig zwittrig dieser Begriff, da Darstellung immer auch mit weltanschaulichen Aspekten behaftet ist und wir deshalb nicht genau wissen, ob das jetzt mehr Polemik, mehr Fantasie oder mehr Lüge ist. Das wissen wir nicht ganz genau. Aber letztendlich, wenn wir diesen Pferdefuß einfach hinnehmen und vielleicht über unseren eigenen Schatten springen, können wir in Darstellungen auch ganz oft sehr viel Informationen herauslesen und herausfiltern, den Text also selbst zu einer großartigen Information machen. Das soll es gewesen sein, zum Thema Textart, Kategorie A: Sachtext, der der Information dient.

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7 Kommentare
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    mir egal aber war gut erklärt

    Von Maxi2305, vor 7 Monaten
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    nicht so gut finde ich

    Von Seferabdija, vor etwa einem Jahr
  3. Rene redaktion

    Vielen Dank für eure Kommentare, wir freuen uns, dass euch das Video gefällt.

    Beste Grüße
    Die Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor mehr als einem Jahr
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    Zugenau aber gut

    Von Roncevic, vor mehr als einem Jahr
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    gut erklärt

    Von Priefpaip, vor fast 3 Jahren
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    Danke, jetzt verstehe ich mehr

    Von Bui30698, vor mehr als 3 Jahren
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    sehr gut erklärt dakeschön

    Von Coolgaon, vor etwa 4 Jahren
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