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Transkript Textarten - Sachtexte: Argumentation

Guten Tag, liebe Lernende, wir wollen uns in diesem Lehrvideo unter der Überschrift "Textarten" in Abschnitt A mit dem Sachtext beschäftigen, der zur Argumentation dienen soll. Argumentation, das ist eine Technik, die eine strittige Frage letztendlich im Sinne desjenigen entscheiden helfen soll, der in diesem strittigen Fall eine bestimmte Position besitzt und jetzt seine Gegner von der Richtigkeit seiner Position - seiner Auffassung - mithilfe von Sachargumenten überzeugen will. Meistens jedenfalls sind es Sachargumente, es gibt dann auch noch welche, die auf rein gefühlsmäßiger Ebene argumentieren, aber das wollen wir jetzt nicht vertiefen, sondern wir wollen stattdessen untersuchen, welche Textarten es im Einzelnen gibt, die letztendlich argumentativ sind, also der Argumentation für oder gegen etwas dienen. Das ist die Aufgabenstellung und das ist das, was ich hier in diesem Lehrvideo erklären möchte. Da haben wir zum einen den Kommentar. Kommentare gibt jederzeit seines Lebens ab. Egal, ob es sich um einen Fünfjährigen auf dem Spielplatz handelt, der irgendetwas kommentiert, das völlig außerhalb seiner Wahrnehmung stattfand - wenn es darum geht, jetzt eventuell das Spielen einzustellen - oder jemanden zu überzeugen, der kommentiert etwas. Der Zwanzigjährige kommentiert, und am schlimmsten, nachhaltigsten sind natürlich diejenigen, die mit 70 Jahren alles und jeden und überhaupt immer diskutieren. Immer im Recht sind und eigentlich nur wissen, wie der Hase läuft, und alle anderen sind dumm und alle anderen haben keine Ahnung, und es wird gemeckert und kommentiert und es wird gestritten auf Teufel komm heraus. Alles, was passiert, wird in irgendeiner Weise mit einem Kommentar versehen, das heißt, die eigene Meinung wird zum Maßstab für das allgemeine Handeln erklärt. Das ist ungefähr das, was man unter Kommentar verstehen kann. In etwas gehobener Form finden wir das im Fernsehen. Wenn zum Beispiel politische Vorgänge von irgendwelchen Journalisten oder Fachleuten kommentiert werden, die uns damit die Welt erklären wollen, die uns damit in die Richtung lenken wollen, von der sie meinen, dass sie richtig sei, das ist dann also der Kommentar. 80 Prozent, möchte ich meinen, unserer Äußerungen im Alltag sind in irgendeiner Weise als Kommentar zu klassifizieren. Das mag jetzt etwas zynisch klingen, aber letztendlich basiert unsere Gemeinsamkeit, unsere soziale Verbundenheit darauf, dass wir Kommentare zu etwas abgeben und die müssen ja nicht immer böse sein, die können ja auch gut gemeint sein, aber letztendlich ist es in irgendeiner Weise eine Argumentation, eine auf Sachlichkeit gestützte Textualität der Wörtlichkeit. Vor Gericht kennen wir das Plädoyer des Staatsanwaltes oder auch des Rechtsanwaltes für seinen Mandanten oder gegen den entsprechenden Mandanten, um die Geschworenen oder die Schöffen beziehungsweise den Richter davon zu überzeugen, dass die eigenen Argumente stichhaltiger seien, als die des Pendants - des Gegenübers -. Die Form einer Rede, ein einseitiges Bekenntnis, in irgendeiner Weise - für oder dagegen - Argumentation, alles, was an Belegen, an scheinbaren oder wirklichen Fakten da ist, wird in ein Gesamtkonzept gepackt und wird sozusagen als eine Wahrheit angepriesen, die dazu führen soll, den Gesprächsgegner in Grund und Boden zu reden, oder eben den Richter davon zu überzeugen, dass er im Sinne der Verteidigung beziehungsweise Anklage das strittige Verfahren entscheidet.  In schriftlicher Form gibt es das als Leserbrief. Das, was es als mündlichen, auch schriftlichen Kommentar gibt, gibt es jetzt in der Form des Briefes. Das ist noch ein wenig anders. Da ist der persönliche Aspekt, da sind noch bestimmte Formalien zu bestätigen, bestimmte Formalien einzuhalten, also mit der Anrede, mit der Grußsendung und was eben alles zu einem Brief dazugehört und was man bei einem Kommentar nicht machen muss. Der Leserbrief ist in dem Falle auch als Argumentation für die eigene Angelegenheit zu bewerten. Er dient dazu, dass bestimmte Ereignisse, bestimmte Sachverhalte noch einmal pointiert dargestellt werden. Im Leserbrief kann man etwas tief gehender auf eine Problematik, einen Sachverhalt eingehen, als das beim Kommentar geschieht, insofern ist der Leserbrief auch was das Inhaltliche betrifft noch ein wenig höher anzusiedeln, als ein einfacher Kommentar. Kommentare werden also auch von berufsmäßig Arbeitenden in der Regel abgegeben. Journalisten, die ganze Seiten mit ihren Kommentaren füllen, währenddessen Leserbriefe eher von den Amateuren, von den Hobbypolitikern oder von den scheinbar zur Sache Sprechenden benutzt werden. Also da ist noch ein Unterschied zwischen dem Leserbrief und dem Kommentar. Im Unterschied zum Plädoyer kann ein Leserbrief durchaus ausgewogen sein und muss nicht unbedingt eine Angelegenheit oder Sache aus einem Blickwinkel vertreten, kann also Pro- und Kontraargumente sehr wohl miteinander verbinden und kann auch eine Ausgewogenheit darbringen. Eine Argumentation hat nicht nur unbedingt diesen einen Blickwinkel, sondern eine Argumentation kann auch - wenn es sich um eine ausgewogene, eine dialektische Argumentation handelt - sehr wohl zur Bereinigung von strittigen Fragen führen und kann manchmal auch den Blickwinkel von beiden Parteien erhöhen. Schließlich sind wir dann schon bei der Erörterung. Da gibt es die Argumentationsmodelle 1 bis 3, auf die ich hier im Einzelnen nicht eingehen möchte. Wir wollen uns hier nur merken, dass eine Argumentation immer eher einseitig ist, eine Erörterung dagegen immer mehr von beiden Seiten vorgeht. Das soll uns hierzu genügen. Und schließlich die Rezension, also die Bewertung meist künstlerischer Aktivitäten aus dem Blickwinkel eines künstlerischen Modells, das also ein Rezensent - so nennt man denjenigen, der eine Rezension schreibt - sich auf der Grundlage eines allgegenwärtigen oder auch speziell örtlich geltenden Bewertungsmodells zu künstlerischen Darbietungen äußert: Buch, Theater, Film, Museum, Tanz, Musik - irgendetwas wird rezensiert, es wird beschrieben und bewertet, aber es wird nicht unbedingt gesagt, so und so hätte das passieren müssen, sondern es wird mehr darauf Wert gelegt, den Sachaspekt in den Mittelpunkt zu stellen und dann diesen Sachaspekt mithilfe von Kommentaren, eingeholten Meinungen, sachlichen Argumenten zu konterkarieren und das Ganze etwas in lesbarer, unterhaltsamer Form darzureichen. Insofern ist die Rezension schon fast kein Sachtext mehr, sondern eher ein schon dem Epischen zuzuordnenden - das ist dann mehr eine Rezension.  Das sind also die argumentativen Textarten. Es gibt sicherlich noch andere, aber ich glaube, der Grundcharakter von all diesen genannten Textarten ist der, dass also mit meist sachbezogenen Belegen gearbeitet wird, um - deswegen "ion" - den Leser beziehungsweise den Rezipienten dazu zu bringen, die eigene Meinung in Hinsicht auf den, der es geschrieben hat zu verändern, also ihn zu argumentieren, dass er seine Meinung in gewisser Weise verändert. 

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2 Kommentare
  1. Default

    Gut erklärt. Mir fehlen entsprechende zusätzliche Übungen, aber das liegt, glaube ich, mehr am System Sofatutor.

    Von Fraca, vor 7 Monaten
  2. Default

    Es ist gut erklärt, aber mit mehr Beispielen wäre es besser gewesen.

    Von Efeleke, vor fast 5 Jahren