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Transkript Textarten - Sachtexte: Appellation

Guten Tag, liebe Lernende. In diesem Video wollen wir uns mit dem Thema Appellation beschäftigen. Das Wort gehört zu dem Bereich Sachtext Abschnitt A, letztendlich eine Unterkategorie von Textarten. Was ist eine Appellation? Wie uns das Wort mitteilt, dient die Appellation dazu, uns zu irgendetwas zu bewegen. Wir sollen, nachdem wir diesen Appell, diese Aufforderung, diesen Aufruf bekommen haben, etwas tun. Etwas verändern in den meisten Fällen oder wir sollen beharrlicher an etwas arbeiten. Darum geht es also immer bei der Appellation. Wenn uns jemand einen Appell gibt, dann bedeutet das nichts anderes, als dass er das Recht dazu besitzt oder dass er sich das Recht herausnimmt. Entweder aus moralischen oder aus rechtlichen Gründen oder Kraft seiner körperlichen, geistigen oder intellektuellen Stärke. In irgendeiner Weise ist derjenige, der den Appell gibt, der also einen appellativen Text benutzt, mächtiger, stärker als derjenige, an den der Appell gerichtet ist. Es kann auch so sein, dass ein kleines Kind einen großen, erwachsenen Mann mit einem Appellativ beglückt. Dann ist die Stärke vielleicht auf moralischer Seite. Mit anderen Worten: Hilf mir! "Hilf mir" kann ein Appell sein, eine Mahnung, seiner Pflicht nachzukommen. Ein Appell muss nicht unbedingt etwas sein, was jemand der körperlich stärker ist mit jemandem macht, der körperlich schwächer ist und ihn sozusagen in eine Untertänigkeit bringt und ihn dazu bringt, bestimmte Dinge zu tun, die derjenige der gemahnt wird, eigentlich gar nicht möchte. Dieser Aufruf kann mündlicher Natur sein, Texte müssen ja nicht immer schriftlich fixiert sein, es kann ja auch eine mündliche Fixierung sein oder schriftlich. Ein Aufruf, eine Mahnung etwas zu tun oder zu lassen - ein Appell. In unserer Zeit wird es immer deutlicher, dass wir in einer rationalen Welt leben und jeder versucht, das, was er hergestellt hat, in irgendeiner Weise an den Mann zu bringen und zu verkaufen. Werbetexte sind auch nichts anderes als Appelle. Ein Appell an unseren Geldbeutel, Geld auszugeben für Dinge, die wir nicht brauchen. Wir werden daran gemahnt, dass, wenn wir das nicht kaufen, Arbeitsplätze gefährdet sind, dass Menschen vielleicht ausgebeutet werden, wenn wir etwas kaufen - kann ja auch sein. Wir werden ständig daran erinnert, Dinge zu tun und zu lassen, im Gewand der Werbung. Wir brauchen bloß aus der Schule herauszukommen und unser Blick fällt sofort auf irgendwelche Ankündigungen, dies oder jenes zu kaufen oder dies oder jenes nicht zu kaufen, für dies und jenes einzutreten, das und das zu wählen, das und das nicht zu wählen. Werbetexte sind nichts anderes als Appelle an einen Teil von uns, meist an unseren Geldbeutel, Dinge zu tun. In früheren Zeiten war das Prinzip der Werbung ein anderes als heute. Früher wurde etwas beworben, weil die Menschen darauf aufmerksam gemacht werden sollten, dass sie dies oder jenes zur Erleichterung ihres Lebens doch beziehen sollten. Heute wird über die Werbung oftmals erst die Nachfrage nach etwas geschaffen, was keiner eigentlich braucht oder was es im Überfluss bereits gibt. Werbung hat also heute zum großen Teil  in erster Linie nicht diesen appellarischen Aspekt, sondern mehr den einer Generierung von Wünschen, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie haben. Bei Flugblättern ist der politische Aspekt besonders wichtig, hier eher der monetäre, also der geldliche Aspekt, hier bei Flugblättern steht nicht unbedingt. Flugblätter können auch eine finanzielle Absicht verfolgen aber in erster Linie sind sie ein Appell an uns, zu einer Demonstration zu kommen, um irgendwelche Verfolgten zu beschützen oder für etwas einzutreten, wofür wir sowieso schon sensibilisiert sind. Flugblätter sollen uns also auch dann in diese Richtung bringen. Das Plädoyer ist eine schwierige Sache, ob es jetzt sozusagen wirklich in den Appell hineingehört oder eher in den Bereich der Argumentation, das möchte ich nicht unbedingt jetzt entscheiden wollen. Ein Plädoyer, das ein Verteidiger vor dem Gericht für seinen Angeklagten hält, soll natürlich das Gericht milde stimmen, verfolgt also eindeutig einen appellativen Aspekt. Andererseits ist es eben zu stark im argumentativen Bereich verortet, als dass man es wirklich rein dem Appell zuordnen dürfte. Ich möchte also an das Plädoyer hier mal ein Fragezeichen heften, dass wir also dieses Plädoyer nicht unbedingt rein dem Appellationsaspekt von Texten unterschreiben. Und schließlich das Einfachste von allen, nämlich der Appell selbst. Hundert Leute, versammelt - der Hauptmann steht vor der versammelten Mannschaft und gibt den Tagesbefehl und das ist dann eindeutig ein Befehl, ein Appell an alle: Du hast das zu machen. Zug 1 macht das, Zug 2 macht das, Zug 3 macht das - Appell, Ansage erledigt. Oder dann eben eine Rede, die Menschen für etwas sensibilisieren soll, die die Menschen dazu bringen soll, ganz bestimmte Dinge zu tun. Ich glaube, jeder von Euch hat erkannt, Textart Appellation: Also Ziel, etwas bei demjenigen zu erreichen, an den die Ansage, der Aufruf, die Mahnung, eine Werbung oder ein Flugblatt ergeht, sein Verhalten in irgendeiner Weise zu ändern, beziehungsweise seine Anstrengungen zu erhöhen oder zu vertiefen.  

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