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Transkript Textarten - Sachtexte: Abstraktion

Guten Tag liebe Lernende. In diesem Lehrvideo geht es wieder einmal um Textarten, diesmal Kategorie A zu den Sachtexten, Abschnitt Abstraktion. Abstraktion ist das Gegenwort zu Konkretation, also ist abstrakt das Gegenteil von konkret. Als abstrakt bezeichnet man etwas, was aus dem Allgemeinen herausgerissen worden ist und jetzt für einen ganzen Teil stehen soll. Also, wenn ich etwas abstrahiere, so heißt dann das Verb zu abstrakt, dann bedeutet das, dass ich aus dem gesamten der Welt jemanden herausgreife. Sagen wir mal, wenn ich zu jemanden aus der Klasse sage, Gretchen, du bist jetzt die 10.2, dann habe ich Gretchen abstrahiert. Gretchen steht dann stellvertretend für die Ganze 10.2. Ich habe Gretchen sozusagen zum Vertreter der gesamten Klasse gemacht. Sagen wir mal, sie soll sie irgendwo bei irgendeinem Wettbewerb vertreten oder sie soll als Sprecherin für die ganze Klasse die Interessen der Klasse vertreten. Dann muss Gretchen alle Interessen in der Klasse abstrahieren und zu einem Gesamten, Einzelnen machen. In der Mathematik der kleinsten gemeinsamen Nenner bilden oder so in der Art. Was bedeutet das jetzt für die Textart Abstraktion? Das bedeutet, dass die Welt, die Sache, das Objekt in Form einer Kleinheit, eines Stellvertreters, einer Winzigkeit dargestellt werden soll. Dieser kleine Bestandteil ist dann sozusagen der Stellvertreter für etwas Größeres. Machen wir es am Beispiel deutlich: zum Beispiel Schatzkarten oder Schaubilder. Wer eine Schatzkarte vor sich liegen hat, sieht in abstrahierter Form einen Weg dahin, wo er hin möchte. Sagen wir mal, auf der Karte ist eine Insel eingezeichnet, die Insel ist so groß, aber in Wirklichkeit ist die Insel nicht so groß, die Insel ist viel größer. Und auf der Insel, wo der Schatz liegen soll, sind Wege eingezeichnet und vielleicht Hinweise in Form eines alten Baumes oder eines Grotteneingangs oder ein Kreuzchen, wo auf der Insel dann der Schatz vergraben worden ist. Das sind alles Abstraktionen für denjenigen, der die Karte liest und der dann in dem Augenblick, wo er dieses Zeichen, dieses Symbol sieht, weiß, ich muss jetzt da lang laufen und da find ich dann das, was ich möchte. Das große Ganze, nämlich der Schatz, ist sozusagen in verschiedene kleine Bestandteile abstrahiert worden und gibt uns einen Hinweis darauf, was wir wollen. Wie wir zu dem kommen wollen, was wir wollen. Schaubild ähnlich, nehmen wir mal einen Architekten, der ein Haus bauen soll. Der hat also irgendwelche Schaubilder, irgendwelche Tafeln, irgendwelche Listen. Alles Mögliche hat er vor sich, hauptsächlich aber diesen Bauplan, dieses Schaubild und weiß dann, wenn da die und die Zahl steht, dass er da und da das und das hinbauen muss. Das ist also ein Sachtext. Da ist keine Wertung dabei, da sind keine Gefühle dabei, da ist gar nichts dabei, was in irgendeiner Weise subjektiv ist, sondern die Sache selbst wird auf ihr Wesentliches reduziert, abstrahiert in Form eines Symbols, in Form eines kleinen Zeichens, in Form einer Zahl. Und wenn wir das jetzt durchgehen, kommen wir auch noch zu vielen anderen Dingen, die sozusagen abstrahierte Wirklichkeit sind, also der Abstraktion dienen. Letztendlich der Reduzierung der Wirklichkeit auch ein bestimmtes Zeichen. Das Formelwerk in der Mathematik ist so etwas. Da stehen lauter Symbole drin, die wir dann decodieren können, in dem Moment, wo wir sie lesen, e=m×c² zum Beispiel, dann wissen wir, was das bedeutet und was das für Auswirkungen auf die ganze Welt haben kann. Wenn wir diese Formel wirklich in uns verstanden haben. Oder der Kosinus von 17 Grad ist soundso viel und das bedeutet, wenn ich einen Stein darunter rollen lasse, dass wir die und die Geschwindigkeit und so weiter. Das sind also alles Dinge, die in Formelwerken mit Hilfe von Symbolen uns erklären, wie die Welt also im Einzelnen verstanden werden kann und gemessen worden ist, abstrahiert worden ist aus dem Zusammenhang. In etwas größerer, fast schon schriftlicher Form könnte man dann Statistiken lesen. Statistiken sind also auch so etwas, was also abstrahierte Wirklichkeit ist, was die Sache sozusagen in einer Form von einer Geradlinigkeit bringt, einer zeitlichen Gradlinigkeit bringt. Was weiß ich, 1975 sind soundso viel Liter Bier getrunken worden und 1980 soundso viel, das steht dann eben in so einer Statistik drin. Und jeder, der das liest, kann sich den Rest dazu denken. Zugenommen, abgenommen, das bedeutet und so weiter. Und damit sind wir dann bei dem, was mit Statistik oft zusammenhängt.   Das kann natürlich auch in Satzform erfolgen, dass jemand, wenn er eine Statistik wiedergibt, das also Punkt für Punkt abarbeitet, monoton die einzelnen Punkte abarbeitet. Eine Liste haben wir ja zum Beispiel hier, das ist also auch eine Textart, eine Form von Abstraktion zum Thema Textart, Sachtext, Abstraktion. Diese Liste mit den 5 Punkten. Daran kann man erkennen, für mich ne Hilfe, ich weiß dann zu jedem Einzelnen was zu erzählen und ich weiß, diese Liste dient mir dazu, als Gedächtnisstütze, um euch zu erklären, was ein abstrakter Text, was ein abstrakter Sachtext eigentlich ist. Und schließlich als letzter Punkt dann noch der Plan. Wer irgendwann mal etwas vorhat, und sei es der Einbruch in ein Spirituosengeschäft, denkt an Egon Olsen, ich habe einen Plan. Da wird also minutiös aufgelistet, wer was wann wo wie zu tun hat. Das geht dann über das Individuum hinaus. Benni macht das, Gerd macht das und Egon macht das und alle zusammen fungieren als eine Einheit, die einen Plan verfolgt, um damit letztendlich zu einem Ziel zu gelangen. Das ist also auch eine Form der Abstraktion, der Versachlichung der Welt. 

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5 Kommentare
  1. Default

    Naja, es wird dank Ihrer Erklärungen schon immer besser und ich bin wieder ein bisschen hoffnungsvoller GRINS. Im Ernst, jetzt kann ich es viel besser nachvollziehen. Noch einmal herzlichen Dank für Ihre Hilfe.
    Gruß
    Murks

    Von Murks, vor mehr als 4 Jahren
  2. Chaosbewaeltiger

    schwer ist es für einen reichen, ins himmelreich zu kommen. abstraktion dagegen...

    das abstrakte ist nichts anderes als etwas aus dem ganzen herausgelöstes, aber doch auf dieses verweisendes. abstrakte malerei bedeutet, daß aus dem gesamteindruck, den der künstler von einer sache hat, er etwas herausschneidet und en detail darstellt. er gibt, wenn er gut ist, dem betrachter seines bildes dann ein paar hinweise, damit der auf den weg kommen kann, was dargestellt werden soll.

    ist das wirklich so schwer zu verstehen?

    Von Robert Knorr, vor mehr als 4 Jahren
  3. Default

    Vielen Dank für die schnelle Hilfe. Ich finde das Thema der Abstraktion einfach schwer und würde es am liebsten aus meiner Lernerei abstrahieren (GRINS).

    Von Murks, vor mehr als 4 Jahren
  4. Chaosbewaeltiger

    das ziel ist das konkrete. die schritte zum ziel sind die abstraktion. wir wollen das konkrete. das abstrakte benutzen wir, weil das konkrete zu viel auf einmal wäre. wir abstrahieren aus einem ganzen in viele teile. stell dir das verhältnis wie ein mosaik vor. statisch. stell dir das ganze wie eine schatzkarte vor. dynamisch. stell dir das ganze wie einen riesigen berg süßigkeiten vor, an denen dur dir den magen verderben würdest, wenn du alles auf einmal in den mund stecken wolltest.

    Von Robert Knorr, vor mehr als 4 Jahren
  5. Default

    Hallo Herr Knorr,

    vielen Dank erst einmal für die Videos zu Sachtexten und Literatur. Bei diesem Video habe ich allerdings etwas Schwierigkeiten mit dem Begriff Abstraktion. Was meinen Sie denn, wenn sie bei ca. 3.15 sagen: "Das große Ganze, nämlich der Schatz ist sozusagen in verschiedene kleine Bestandteile abstrahiert worden und gibt uns einen Hinweis darauf, was wir wollen."?
    Das die Karte eine Abstraktion der Wirklichkeit darstellt mit ihren Symbolen usw. das meine ich, habe ich verstanden, aber den Satz oben nicht so ganz. Können Sie mir da bitte helfen? Danke!

    Von Murks, vor mehr als 4 Jahren