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Transkript Textarten-Literatur: Epik

Guten Tag, liebe Lernende. In diesem Lehrvideo wollen wir uns zum Thema Textarten, Abschnitt B, zur Literatur mit der Gattung Epik beschäftigen. Epik ist also die gebundene Form von Sprache, das heißt, wir haben es hier mit Sätzen, mit vollständigen Aussagen zu tun, im Unterschied zur Lyrik, die darauf verzichten kann. Wir haben aber dennoch einige Kennzeichen, die wir in jedem epischen Text - episch, das Adjektiv zu Epik - finden, und die also in jedem Text, der epischer Natur sein will, vorhanden sein muss. Wir haben eine Figur oder Figuren, das sind Personen, die handeln. Und dadurch, dass sie miteinander handeln, oder wie man heute auch sagt, interagieren, entsteht so etwas wie ein Handlungsgeflecht, entstehen Konflikte und es entsteht das, was man eine Lösung, beziehungsweise, was man eben eine Nicht-Lösung nennt, wenn alles so bleibt, wie es ist und alles im Flusse bleibt, und dennoch es kein Ergebnis in dem Sinne gibt. Das ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass es eine Figur gibt, mindestens eine Figur, meist jedoch sind es mehrere, die in irgendeiner Weise miteinander zu tun haben und die in irgendeiner Weise miteinander in ein Handlungsgeflecht kommen. Und schließlich, mit das Wichtigste eigentlich bei einem epischen Text, derjenige, der den geschrieben hat, benutzt erzählerische Mittel. Das heißt, er benutzt besondere Sprachmuster, er benutzt ein Motiv oder er benutzt ein großes Thema, die Liebe, die Ewigkeit, die Unendlichkeit, solche Dinge eben, die fließen ein, in die Handlung und bringen die Figuren aufgrund ihrer Positionen zu diesem Thema. Der eine glaubt an etwas, der andere nicht, der eine hasst etwas, der andere nicht und so weiter, kommen die eben in diese Handlungsmuster hinein und interagieren miteinander. Der Erzähler selbst, der in dem Text auftreten kann, als Ich-erzähler oder der das fiktiv tut - es kann ein Ich-Roman geschrieben werden und trotzdem hat derjenige, der den geschrieben hat, das nie so erlebt, der denkt sich das bloß aus, es ist also eine Fiktion - oder er tritt als er oder sie in diesem epischen Text auf und er nimmt einen Standpunkt ein, entweder moralischer Natur, bewertender Natur, allwissender Natur, auktorial, er nimmt einen neutralen Standpunkt ein, irgendeinen Standpunkt nimmt dieser Erzähler ein. Er kann ihn auch wechseln, aber der Leser weiß immer im Augenblick, wo er das liest, von welchem Blickwinkel aus er jetzt das Geschehen, also die Handlung, betrachten soll. Und dieser Erzähler besitzt auch einen Standort. Das müsst ihr euch wie so einen Kameramann vorstellen, der durch sein Objektiv sozusagen die Welt in irgendeiner Weise ausschneidet und dann in die Sprache hineinbringt, also in den Text verpackt. So, jetzt gibt es genau wie bei der Lyrik wieder Klein- und Großform und die wollen wir uns dann gleich mal anschauen. Das Tafelbild hat sich geändert, wir schauen uns jetzt mal an, was es alles für Kleinformen und Großformen gibt. Das ist nicht vollständig, es gibt noch sehr viel mehr Formen, aber wir können hier grundsätzlich erkennen, ob es sich um eine epische Klein-, oder ob es sich um eine epische Großform handelt. Und auch wenn andere Textformen auftreten, so können wir, wenn wir das wissen, erkennen und zuweisen. Wir können also sagen, es handelt sich hier um einen epischen oder eben einen lyrischen oder dann, wenn wir das also noch behandeln, dramatischen Text. Kleinformen heißt also, dass es eher übersichtlich bleibt, auch quantitativ eher weniger ist, also kurze, kleine Textchen. Die Anekdote ist hier zu nennen. Anekdoten erzählen in zugespitzter Form etwas Interessantes aus dem Leben von persönlich integren, der Welt bekannten, interessanten Menschen, die also viele Leute kennen oder kannten, wenn es länger zurückliegt. Irgendein Ereignis aus dem Leben von Friedrich dem Großen oder von Bismarck oder von Goethe. Die Fabel erzählt im Gewande der Tiere eine moralische Geschichte. Eine Fabel in der Form darf man jetzt nicht mit dem Begriff der Fabel selbst für Romane verwechseln, sondern, wenn die Fabel als Textart auftritt, dann ist die Fabel durch handelnde Tiere gekennzeichnet, die ganz bestimmte Eigenschaften haben, die die Menschen diesen Tieren zuschreiben: den Fuchs als schlau, der Hase als schnell, der Bär als tapsig und dumm, der Wolf als gefräßig und dumm und so weiter. Dann bekommt jedes Tier seine stereotypen Eigenschaften und in diesen Eigenschaften werden dann die Tiere in bestimmte Handlungen verwickelt, die am Ende dann in irgendeiner Weise eine Moral haben, jedenfalls meistens. Kurzgeschichten ist die moderne Form von Alltäglichem, was also in alltäglicher Weise im Alltag passieren kann und was meist mit einem offenen Ende versehen ist, weil das Leben eben einfach weiter geht, was man auf 1, 2, manchmal 5 oder 6 Seiten lesen kann und interessant ist, das ist eben die Kurzgeschichte. Der Witz. In pointierter Form, meist auch ähnlich wie die Anekdote - Witz und Anekdote hängen eng zusammen - bloß ist der Witz meist noch kürzer als die Anekdote. In zugespitzter Form wird ein lächerliches Ereignis, ein dem Kuriosen zugehöriges Ereignis, meist von hochstehenden Persönlichkeiten, erzählt. Die Parabel ist so ähnlich wie die Fabel. Bloß die Parabel hat im Unterschied zur Fabel keine Tiere, die handeln, sondern Menschen, die handeln, die also auch mit bestimmten Eigenschaften ausgerüstet sind und die in eine merkwürdige Situation hineingeraten, in der sie sich behaupten müssen und die sie entweder meistern oder eben nicht meistern. Und dem Leser selbst bleibt es überlassen, die logischen Leerstellen dann mit seinen eigenen Gedanken zu füllen. Das ist dann auch ein bisschen anspruchsvoller als die Fabel, die Parabel. Die Parabel ist, wie ihr ja aus der Mathematik kennt, sagen wir mal, ein eher offenes Gebilde. Und dann haben wir die Großformen, die im wahrsten Sinne des Wortes eher geschlossene Texte mit einem Anfang, einem Höhepunkt und einem Ende, markieren. Da haben wir das Märchen, was wir alle kennen, mit "es wahr einmal" und am Ende "und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute". Heute meist mit einem positiven Ende, spielt in einer fantastischen Welt, die voller Zauberer und Märchengestalten in unserer Fantasie eigentlich nur stattfinden kann, aber eben in abgeschlossener Großform. Großform deshalb, weil die Figuren meist entwickelt werden. Von einer Ausgangsposition über einem Höhe-, oder Tiefpunkt zu einem Ende hin entwickelt werden. Das Gute siegt, die Guten setzen mehr oder weniger Zaubermittel ein, die Bösen auch, aber die Guten gewinnen oft. Nicht immer. Nicht bei allen Märchen gewinnt immer der Gute, aber bei den Meisten. So, dann haben wir die Novelle. Die Novelle ist so ähnlich wie der Roman, bloß sagen wir mal, eher auf einen Höhepunkt zugeschnitten. Die Novelle, wörtlich "die Neuigkeit", arbeitet also, genau wie der Roman, ganz langsam die Personen allmählich auf, entwickelt die in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung und zeigt durch eine Verflechtung der handelnden Personen auf einen Konflikt, der dann in irgendeiner Weise kurz vor Ende ausbricht, zu einem Ergebnis führt und danach endet die Novelle. Das wird dann also nicht weiter verzweigt. Währenddessen der Roman als die Großform der Epik schlechthin dazu neigt, und letztlich muss das ein Roman auch leisten, verschiedene, verzweigte Handlungen miteinander zu verknüpfen und nach einem Höhepunkt das Buch nicht enden zu lassen sondern weiterzuentwickeln und sozusagen diese Figuren in diesem Roman selbst verschiedene Entwicklungsphasen durchmachen zu lassen. So, das soll es also zur Literatur und zur Epik gewesen sein. Was es an Textarten gibt und woran wir erkennen, dass es sich bei dem Text, den wir gerade jetzt vor der Nase haben um einen epischen Text oder um einen lyrischen Text, beziehungsweise dramatischen Text, handelt.      

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1 Kommentar
  1. Ashoka suk induction 8724 smal

    Viel zu viel Gelaber, bitte auf den Punkt bringen und nicht ständig wiederholen, sonst schläft man ein. 10 Minuten für diese Infos? Wären auch machbar in 3-5.

    Von Enes V., vor etwa einem Monat