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Sonett 08:03 min

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Transkript Sonett

Hallo! Heute möchte ich euch die Gedichtform des Sonetts näherbringen. Da das Sonett aus der Zeit des Barocks stammt, werde ich euch auch noch kurz etwas zu dieser Zeit erzählen. Nach dem Film weißt du etwas über den historischen Hintergrund und den Aufbau eines Sonetts. Du solltest bereits wissen, welche charakteristischen Merkmale man in einem Gedicht analysiert. Zu diesen gehören: die Strophe, der Vers, der Reim, das Metrum und natürlich die Stilmittel. Wie schon erwähnt, erzähle ich euch kurz etwas zum Zeitalter des Barock. Diese Zeit von 1600 bis 1770 unterteilt man noch einmal in 3 Phasen: in den Frühbarock - 1600 bis 1650, den Hochbarock - 1650 bis 1720 und in den Spätbarock - den nennt man auch Rokoko - von 1720 bis 1770. Das Sonett entstand im Hochbarock. Das Wort "Barock" kommt aus dem Portugiesischen und heißt so viel wie "schief" oder "merkwürdig". Geprägt war die Literatur durch historische Ereignisse. Eines war der 30-jährige Krieg von 1618 bis 1648. Außerdem war diese Zeit durch den Widerstreit zwischen bürgerlichem Standesbewusstsein und höfischer Kultur geprägt. Diese Situation führte zu Spannungen des Lebensgefühls. Die Menschen lebten zwischen Todesangst und Lebensbejahung. Dies schlug sich auch in der Lyrik nieder. Die gegensätzlichen Grundzüge zwischen mystischer Religiosität und Lebenslust spiegelte sich im Sonett wider. Das Sonett brachte die Antithetik - auch Gegensätze genannt - des Barocks besonders gut zum Ausdruck. Bekannte Vertreter dieser Zeit waren Martin Opitz und Andreas Gryphius. Woran erkennt man nun ein Sonett? Es besteht aus 14 Versen. Die ersten beiden Strophen bestehen aus 4 Versen und werden deshalb auch Quartette genannt. Die letzten beiden Strophen bestehen aus jeweils 3 Versen, und diese werden Terzette genannt. Beim Sonett sieht das Reimschema folgendermaßen aus: Die beiden Quartette haben das Reimschema "abba" und die beiden Terzette sehen folgendermaßen aus: "ccd eed". Das charakteristische Metrum eines Sonetts ist meistens der Alexandriner. Er ist ein 6-hebiger Jambus mit Mittelzäsur nach der 3. Hebung. Häufige Stilmittel beim Sonett sind die Vergleiche und die Metaphern. Nun folgt ein Beispiel: Da Sonett von Andreas Gryphius heißt „Es ist alles eitel". Ich beginne nun mit der 1. Strophe: „Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden, Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein; Wo jetz und Städte stehn, wird eine Wiese sein, auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden." Sehr schön erkennbar ist hier das Reimschema "abba". Wie man sehen kann, reimen sich "Erden" und "Herden" und "ein" und "sein". Merkt euch bitte einmal das Reimschema für die 2. Strophe, denn hier taucht ein ähnliches Reimschema auf. Sehr schön sieht man hier in Vers 2 auch die Antithetik, auch Gegensatzpaar genannt, und zwar wird dieser Gegensatz nach der Zäsur getrennt: "Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein." Im nächsten Vers sieht man ebenfalls die Antithetik: "Wo jetz und Städte stehen, wird eine Wiese sein". Hier wird auch noch einmal deutlich, wo einst Gebäude standen, sind später einmal keine mehr. Schauen wir uns nun die 2. Strophe an: "Was jetz und prächtig blüht, soll bald zertreten werden, Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein; Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein. Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden." Auch in der 2. Strophe ist sehr schön das Reimschema "abba" zu sehen. Am Ende reimen sich "werden" und "Beschwerden" und "Bein" und "Marmorstein". Wie man erkennen kann, taucht das Reimschema aus Strophe 1 wieder auf. Nun hört ihr die 3. Strophe: "Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn. Soll den das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn? Ach, was ist alles dies, was wir vor köstlich achten." In der 3. Stophe ändert sich das Reimschema. Hier lautet es "ccd". Wie man sehr schön sehen kann, reimen sich Vers 1 und Vers 2: "vergehn" und "bestehn". Zum Schluss nun noch die 4. Strophe: "Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind, Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfindt! Noch will, was ewig ist, kein einig Mensch betrachten!" In der 4. Strophe lautet das Reimschema "eed". Wie ihr sehen könnt, wird ein Reim noch einmal aufgenommen. Es reimt sich der letzte Vers der 3. Strophe mit dem letzten Vers der 4. Strophe. Hier noch einmal die Kurzfassung des Reimschemas dieses Sonetts: In der 1. und 2. Strophe lautet das Reimschema "abba". Wie man sehr schön sehen kann, reimen sich eben "Erden", "Herden", "werden" und "Beschwerden" und "ein", "sein", "Bein" und "Marmorstein". In der 3. und 4. Strophe erkennt man sehr schön das Reimschema "ccd eed": "vergehn" und "bestehn", "achten" und "betrachten", "Wind" und "wiederfindt". Hier nun noch einmal ein Beispiel zum Alexandriner: Dieser war ein 6-hebiger Jambus mit einer Mittelzäsur nach der 3. Hebung, der die Antithetik verdeutlicht. Als Beispiel habe ich mir noch einmal den 1. Vers des Gedichtes genommen, und zwar: "Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden." Du hast nun etwas über die Zeit des Barocks gelernt und die Gedichtform "Sonett" kennengelernt. Zusammengefasst kannst du dir merken: Das Sonett stellt die Antithetik des Barock dar. Es besteht aus 2 Quartetten und 2 Terzetten. Das Metrum nennt man "Alexandriner", ein 6-hebiger Jambus mit Zäsur. Vielen Dank fürs Zuschauen. Tschüss, bis zum nächsten Mal!                

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4 Kommentare
  1. Default

    gute Erklärung wir haben darüber eine ex geschrieben

    Von Makei, vor mehr als 3 Jahren
  2. Default

    Jetzt bin ich irgendwie verwirrt-.-:$
    Unsere Lehrerin und unser Deutschbuch meint, das Metrum sei:
    abba abba cdc dcd
    und im enlischen Sonett:
    abab cdcd efef gg
    und Sie meinen es wäre abba abba ccd eed
    Was ist jetzt richtig?!-.-

    Von Yunmi220, vor mehr als 3 Jahren
  3. Default

    linkshänder...>:() (XD)

    Von Luca1984, vor etwa 4 Jahren
  4. Default

    Dieses Video hat mir sehr geholfen
    Danke Melanie

    Von Xamax, vor mehr als 4 Jahren