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Transkript „Schachnovelle“ – Inhaltsangabe (Zweig)

Ein Passagierschiff auf dem Weg von New York nach Buenos Aires. Die "Schachnovelle" von Stefan Zweig erzählt von Begegnungen auf diesem Schiff. Diese Schiffsreise ist der erste Teil der Rahmenhandlung.

Inhalt der Schachnovelle

Rückblickend erzählt die Schachnovelle von Begebenheiten im Kontext des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938. Die wichtigsten handelnden Figuren sind dabei die Passagiere Dr. B, der Ölmillionär McConnor, das Schachgenie Mirko Czentovic und der Icherzähler, der ebenfalls mit an Bord ist.

Der Icherzähler

Der Icherzähler, ein Journalist aus Wien, erfährt, dass der berühmte Schachweltmeister Czentovic ebenfalls an Bord ist. Über Czentovic weiß die Allgemeinheit nicht viel, weil er als zurückhaltend gilt. Er ist einfacher Herkunft und hat einen niedrigen Bildungsgrad. Aus diesem Grunde ist er keineswegs nur beliebt.

Seine Eltern waren einfache Donauschiffer und sind früh gestorben. Dann nahm ein Pfarrer den Jungen bei sich auf. Er versuchte vergeblich, ihn zu bilden. Erst als man Czentovics Begabung für das Schachspiel entdeckt, ist klar: Der Junge hat ein Talent. Er wird mit 20 Jahren Schachweltmeister und weltberühmt. Er verhält sich dumm, gierig und eitel.

Czentovic und McConnor

An Bord des Schiffes begegnen sich Czentovic und der Ölmillionär McConnor. Dieser neigt zur Großspurigkeit. Der Icherzähler und McConnor spielen eine Partie Schach, die McConnor verliert. Aufgeblasen fordert er das Schachgenie Czentovic heraus, um eitle Selbstdarstellung zu pflegen.

McConnor zahlt ein Honorar für das Spiel. Der Schachweltmeister gewinnt das erste Spiel. Natürlich ist McConnor gekränkt und fordert Revanche. Auch diese Runde scheint Czentovic für sich entscheiden zu können. Doch unvermittelt drängt sich ein anderer Schiffspassagier in die Schachpartie. Er hilft McConnor dabei, die drohende Niederlage in ein Remis zu verwandeln. Nach dem Spiel lehnt es der geheimnisvolle Mann, der sich Dr. B. nennt, ab, selbst gegen den Schachweltmeister anzutreten.

Die Binnenhandlung

Das erzählende Ich und Dr. B. treffen am nächsten Tag darauf wieder aufeinander und vertiefen sich in eine lange Unterhaltung. Dr. B. erzählt, aus welchen Gründen er das Schachspiel so gut beherrscht. Diese Erzählung ist die Binnenhandlung. Eigentlich ist Dr. B. von Beruf Verwalter des Vermögens von Adeligen und Kirchen in Österreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im Jahre 1938 werden die neuen Machthaber auf ihn aufmerksam. Sie wollen Informationen über die Vermögen aus ihm herausholen. Daher wird er in einem Hotelzimmer der Isolationshaft überlassen und verhört.

Schlafentzug und Isolation

Infolge der völligen Isolation und des Schlafentzugs droht Dr. B.,seinen Verstand zu verlieren. Seine einzige Möglichkeit der Kommunikation sind die hart geführten Verhöre. Es gelingt ihm aber, ein kleines Buch aus einer Manteltasche zu stehlen. Davon verspricht er sich Anregung für seine geistige Gesundheit.

Das Schachbuch

Zu seinem Bedauern handelt es sich aber nur um ein Schachbuch. Dann beginnt er aber dennoch, sich mit den dargestellten Partien und geschickten Spielzügen intensiv zu beschäftigen und diese zu lernen. Dr. B. benutzt hierfür eine karierte Bettdecke und Brotkrumen. Er spielt dabei in beiden Rollen: Spieler und Gegenspieler.

Zwei Persönlichkeiten

In der Folge entwickelt er eine Aufspaltung in zwei Persönlichkeiten. (Man spricht auch von multipler Persönlichkeit.) Am Rande des Wahnsinns greift er einen Wärter an und wagt den Versuch, auszubrechen. Ein einsichtiger Arzt bescheinigt ihm Unzurechnungsfähigkeit und beendet damit die Haft. Allerdings muss Dr. B. das Land verlassen.

Die Schachpartie

Der Icherzähler regt eine direkte Partie zwischen Dr. B. und dem Schachweltmeister an. McConnor zahlt das Honorar an Czentovic. Diese Partie ist der zweite Teil der Rahmenhandlung. Für Dr. B. ist dies sein erstes reales Schachspiel. Dr. B. gewinnt zunächst problemlos. Czentovic verlangt Genugtuung.

Er beginnt in dieser Runde, seine Züge zu verlangsamen, da dies seinen Gegner aus der Fassung bringt. Das Schachspiel erinnert Dr. B. an seine Haftzeit. Dadurch kehrt der Wahnsinn zurück. Der Icherzähler erkennt das und sorgt dafür, dass das Schachspiel beendet wird. Dr. B. ist wieder bei Sinnen und entschuldigt sich bei Zuschauern des Spiels, die er beleidigt hatte. Er gibt das Schachspielen endgültig auf.

Fazit

Obwohl es an der Oberfläche der Novelle um das Schachspiel geht, dominiert der Binnenbericht des Protagonisten Dr. B. den Verlauf der Geschichte. Sein Abstieg und die Misshandlungen durch die Nationalsozialisten sind das eigentliche Thema und das eigentliche Anliegen Zweigs. Ebenso die Wunden der Überlebenden. Erst dadurch, dass Dr. B. das Schachspiel aufgibt, kann er das Geschehene loslassen und gleichzeitig verarbeiten.

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1 Kommentar
  1. 92483

    danke!!!!!!

    Von Claudia Zanza, vor etwa einem Monat