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Transkript Rhetorische Figuren von A bis L

Hallo, ich bin Lena und in diesem Video stelle ich dir verschiedene rhetorische Figuren von A wie Akkumulation bis L wie Litotes vor. Du brauchst dazu keinerlei Vorwissen. Die Akkumulation bezeichnet eine Folge von Begriffen, die zu einem Oberbegriff hinführt, der genannt werden oder unausgesprochen bleiben kann. Die Unterbegriffe stellen dabei sozusagen eine Definition des Oberbegriffes dar. Ein Beispiel für eine Akkumulation wäre: Ich möchte Geld, Einfluss, Karriere machen, Erfolg. Der genannte Oberbegriff wäre hierbei "Erfolg", was für den Sprecher durch Geld, vermutlicherweise mehr Geld, Einfluss und einen beruflichen Aufstieg definiert wird. Bei einer Allegorie werden abstrakte Begriffe konkret dargestellt. Häufig anhand von Personifikationen, einem Stilmittel, das ich dir später im Video noch erklären werde. Abstrakta werden also greifbarer gemacht, indem man sie in einer Figur konzentriert. "Gevatter Tod" oder "der Gott Amor" wären beispielsweise Allegorien. Eine Alliteration, auch Stabreim genannt, ist eine Reihe von Worten mit gleichen Anfangsbuchstaben. Wie in: "Am Anfang aller Alliterationen" steht der gleiche Buchstabe. Auch wenn inmitten einer Reihe von Worten mit gleichen Anfangsbuchstaben ein einzelnes Wort mit einem anderen Anfang steht, kann man die Reihe noch als Alliteration bezeichnen. Die Anapher wird gelegentlich mit der Alliteration verwechselt. Hier wird ein Wort beziehungsweise eine Formulierung an mehreren einander folgenden Satz- beziehungsweise Teilsatz- oder Versanfängen wiederholt. Ein Beispiel wäre: "Als ginge es ihm wieder gut, als ginge er schon zur Arbeit." Die Antithese stellt zwei Thesen oder Umstände einander gegenüber, von denen eine die andere korrigiert oder negiert. "Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein" - ist eine sehr bekannte Antithese aus einem Sonett von Gryphius. Diese rhetorische Figur war im Barock sehr populär. Die Apostrophe ist eine betont feierliche Anrede mit Hang zum Pathos. Wie zum Beispiel: "Du süßeste aller zuckerregnenden Wolken." Beim Chiasmus findet eine Überkreuzstellung von semantisch oder syntaktisch einander entsprechenden Satzgliedern statt. Wie zum Beispiel bei: "Du gehst heute, morgen gehe ich." Hierbei stehen die Subjekte "du" und "ich", die Prädikate "gehst" und "gehe" und die temporalen Adverbialbestimmungen "heute" und "morgen" über Kreuz zueinander. Die Correctio stellt die Korrektur eines vorangegangenen, zu schwachen Ausdruckes dar. Etwa: "Wir hatten einen guten, einen ganz hervorragenden Sommer." Eine Ellipse ist ein unvollständiger Satz. Ein Satzteil, der normalerweise leicht ergänzbar ist, zumeist das Verb, wird weggelassen. Wenn man zum Beispiel sagt: "Du musst die rhetorischen Figuren lernen. Nicht ich", ist "nicht ich" eine Ellipse. Der vollständige Satz wäre: "Nicht ich muss die rhetorischen Figuren lernen." In dieser Ellipse wurden Prädikat und Objekt also weggelassen. Die Epipher ähnelt der Anapher. Hierbei wird die besagte Formulierung allerdings am Satz- beziehungsweise Versende, statt an dessen Anfang wiederholt. Wie in: "Im Schatten singen sie, von der Sonne singen sie." Ein Euphemismus bedeutet einen beschönigenden Ausdruck. Zum Beispiel "entschlafen", statt "sterben" zu sagen. Im Dritten Reich wurden massenhaft extreme Euphemismen verwendet. Die Hyperbel stellt eine starke Übertreibung dar. Wie zum Beispiel: "Ich habe Berge von Schokolade zu Weihnachten bekommen." Eine Inversion ist die Umkehrung der geläufigen Wort- beziehungsweise Satzgliedstellung. Inversionen werden im alltäglichen Sprachgebrauch für gewöhnlich nicht verwandt. Sie klingen häufig ungewohnt. Ironie kennst du sicher. Eine ironisch geäußerte Bemerkung drückt für gewöhnlich überspitzt das Gegenteil dessen aus, was eigentlich gemeint ist. "Du hast dich ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert" bedeutet also, dass der Angesprochene sich blamiert hat. Die Klimax ist eine dreigliedrige Steigerung. Eine sehr bekannte Klimax stellt zum Beispiel Cäsars Ausspruch: "Veni, vidi, vici", "Ich kam, sah und siegte" dar. Beim Litotes liegt eine doppelte Verneinung und somit dann letztlich eine Bejahung vor. "Das ist nicht unwahrscheinlich." zum Beispiel, was dann "das ist wahrscheinlich" bedeutet. Ich hoffe, dass du alle bisher besprochenen rhetorischen Figuren verstanden und möglichst viele behalten hast. Auf Wiedersehen vielleicht, Lena.

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15 Kommentare
  1. Rene redaktion

    Hallo Michael, in diesem Fall hast du es mit beiden Figuren zu tun: mit einer Alliteration wegen der Wiederholung des Anlautes "m" und mit einer Ellipse, weil Teile eines (grammatikalisch) vollständigen Satzes weggelassen sind (hier: Prädikat, Subjekt). Prinzipiell ist es immer möglich, dass in einem Satz mehrere Figuren gleichzeitig auftreten. Welche du genau analysierst, hängt immer auch von deiner Deutung ab, also welche für dich zusammen eine bestimmte Bedeutung erzeugen.

    Beste Grüße
    Deine Redaktion

    Von René Perfölz, vor 7 Monaten
  2. Default

    Eine Frage: ist der Satz: 'mit mann und maus' eine ellipse oder eine alliteration?

    Von Michael Malkov, vor 8 Monaten
  3. Default

    ist gut erklärt und leicht verständlich aber die stimme ist sehr melancholisch und auf die Dauer sehr anstrengen alt kann man ja ein bisschen mehr Elan reinbringen

    Von Manja M., vor 11 Monaten
  4. Default

    Hat mir sehr geholfen :)
    Vielen Dank ;)

    Von Kadir 910, vor fast 2 Jahren
  5. Default

    Sehr gut erklärt :)

    Von Denisekluck, vor etwa 2 Jahren
  1. Avatar2

    Hallo Ramusovic,
    danke dir. Ich würde sagen, es sind drei. Hattest du Schwierigkeiten, die rhetorische Frage von der "normalen" Frage zu unterscheiden? Vielleicht hilft dir Annas sofatutors Video zur rhetorischen Frage weiter: http://www.sofatutor.com/deutsch/videos/rhetorische-frage
    Viel Glück =)

    Von Lena Knaudt, vor fast 3 Jahren
  2. Default

    sehr gut erklärt aber eine frage wie viel rhetorische fragen hat das gedicht neue liebe neues leben von goethe???

    Von Enasara98, vor fast 3 Jahren
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    schönes Video :)

    Von Karina K., vor fast 3 Jahren
  4. Default

    endlich was verstanden :) klasse!

    Von Areem Sara, vor fast 3 Jahren
  5. Default

    sehr hilfreich :)

    Von Babara Willerer, vor etwa 3 Jahren
  6. Default

    Total tolles Video und gut erklärt!!!

    Von Luise 4, vor etwa 3 Jahren
  7. Default

    Erstes Deutschvideo was mir wirklich geholfen hat. Danke ;)

    Von Fhennerich, vor mehr als 3 Jahren
  8. Default

    Finde das Video auch echt super! nur bei den Allegorien ist das Beispiel, gerade für die Sek I Schüler, sicher nicht ganz deutlich.

    Danke :)

    Von Brechts, vor mehr als 4 Jahren
  9. Avatar2

    Danke dir sehr für dein Feedback. Ich werde die nächsten Male mehr auf die Betonung achten.
    Liebe Grüße, Lena

    Von Lena Knaudt, vor fast 6 Jahren
  10. P1020256bearbeitet kl

    Inhaltlich finde ich das Video sehr gut. Die wichtigsten Figuren sind einfach und verständlich erklärt.
    Bei der Form würde ich noch ein bisschen an der Sprache bzw. der Betonung arbeiten da alles ein wenig monoton klingt.
    Aber sonst Daumen hoch ;-)

    Von Florian Hoerner, vor fast 6 Jahren
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