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Transkript Renaissance, Humanismus und Reformation

Hallo liebe Schüler und Schülerinnen, hier ist wieder euer Leo! Heute geht es um gleich drei Themen auf einen Streich: Renaissance, Humanismus und die Reformation. In diesem Video werde ich euch etwas über die Zeit von 1350 bis 1600 erzählen. In dieser Zeit spielt sich nämlich die Renaissance, der Humanismus und die Reformation ab. Es wäre wie immer schön, wenn ihr bereits etwas Vorwissen hättet. Das heißt, es wäre gut wenn Ihr wüsstet, dass es gesellschaftliche Umwälzungen gab und auch technische Neuerungen. Also wenn Ihr wüsstet, dass der Einfluss des Papsttums immer geringer wurde, dass Fürstenhöfe wichtiger wurden und dass Handelsfamilien an Einfluss gewannen. Auch von Martin Luther solltet ihr schon mal gehört haben. Zudem solltet ihr schon mal davon gehört haben, dass 1390 die Papiermühle erfunden wurde und somit die Herstellung von Papier einfacher war, und so Schriften und einfache Bilder in größerer Menge verbreitet werden konnten. Unterstützt wurde dieser Umstand zudem durch die Erfindung des Buchdrucks von Gutenberg um 1450. Und jetzt gehen wir mal rüber in die Literatur. Aus dem Mittelalter werden die Lyrik und das Epos übernommen. Aber es kommen auch neue literarische Gattungen hinzu. Natürlich gab es vieles davon schon vorher, aber die weitere Verbreitung von Texten und die steigende Bedeutung der Städte hat vieles verändert. So taucht im lyrischen und musikalischen Zusammenhang das Kirchenlied, das Volkslied und der städtische Minnesang als Gegenstück zum höfischen Minnesang auf. In der epischen Form wird die Satire berühmt, das Volksbuch ist neu und Tedenz- und Streitdichtug tauchen aufgrund von steigender Kommunikation zwischen Städten und Universitäten auf. Die Bühne wird als neues Medium entdeckt und das Drama, Schauspiel und das Fastnachtsspiel werden so etwas wie die Frühform des Theaters. Das allerwichtigste Buch im deutschsprachigen Raum für diese Zeit, und daran gibt es keinen Zweifel, ist die Bibel von Martin Luther. Es ist die erste Übertragung der Bibel in deutscher Sprache vom Original. Und durch die rasche Verbreitung sorgt sie vor allem dafür, dass sich ein genormtes Deutsch verbreitet. Das heißt, dass die Luther-Bibel durch ihre Grammatik und Wortwahl so etwas wie einen Konsens herbeigeführt hat, darüber wie man Deutsch schreibt. Also wir reden von drei Bewegungen: der Renaissance, dem Humanismus und der Reformation. Sie bezeichnen historische Bewegungen, die sich überschneiden und bedingen. Der Begriff Renaissance ist französisch, aber eigentlich kommt die Bewegung und das Wort aus Italien und heißt Rinascitta, das heißt Wiedergeburt. Aber Wiedergeburt wovon? Es war eher eine Wiederentdeckung der Antike. Die Schriften der antiken Philosophen und viele antike Kenntnisse wurden wiederentdeckt und haben sich bis in die bürgerlichen Schichten verbreitet. Dabei wurde die Autonomie des Menschen von Neuem betont und man wendete sich allmählich von der katholische Kirche ab. In der Regel ist der Begriff Renaissance der Sammelbegriff für diese Zeit. Vor allem in der Kunst handelte es sich dabei um eine wegweisende Epoche. Der Humanismus zeigt das Ziel der Bewegung auf, humanistische Gelehrte bilden sich in den neuen Kulturzentren und die neu entstandenen Universitäten und die gewachsenen Städte heraus und stellten die mittelalterliche Ständeordung und das Bildungsprivileg der kirchlichen Gelehrten infrage. Es war eben die Wiederentdeckung der Antike und die Behandlung der antiken Philosophie, die ihnen klar machte, dass der einzelne Mensch in den Mittelpunkt der Beobachtungen gerückt werden muss. So hat beispielsweise der Gelehrte Johannes von Tepl den Text "Der Ackermann aus Böhmen" geschrieben. Darin beklagt der Ackermann den Tod, nachdem dieser ihm seine Frau nimmt. Es wird die Frage erörtert, was denn der Mensch überhaupt Wert sei und dass der Mensch sehr wohl ein Recht auf ein Leben im Diesseits in Freiheit, Würde, Erkenntnis und mit selbstbestimmtem Handeln verdient hat. In dieser Zeit hat sich das Neulatein als Sprache der Gelehrten durchgesetzt. Der Vorteil davon war, dass die Kommunikation zwischen Gelehrten aus verschiedensten Regionen und Ländern miteinander einfacher war. Ob man in Rotterdam, in Nürnberg oder in Florenz saß, spielte dabei keine Rolle. Die Reformation bezeichnet die kirchliche Neuerungsbewegung im 16. Jahrhundert. Den Boden dafür hat die Renaissance und der Humanismus bereitet. Die tragende Figur ist Martin Luther und der bekannte Thesenanschlag von 1517, der aber eher ins Reich der Legenden gehört. Trotzdem hat Martin Luther zu dieser Zeit seine Thesen über die Erneuerung der Kirche veröffentlicht. Die literarische Leistung Luthers war es, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen und viele neue Kirchenlieder zu schreiben. In der Volksdichtung ist zu dieser Zeit vor allem Hans Sachs zu nennen. Er hat mit seinen Schauspielen und Meisterliedern einen tiefen Eindruck in der deutschen Literatur hinterlassen. Später wurden Goethe und Richard Wagner von ihm und seinen Werken inspiriert. Hauptsächlich geht es bei ihm um bürgerliche Themen, aber er hat so viel geschrieben, dass es schwer ist, ihn auf einen engeren Inhalt festzunageln. Also, um alles etwas kürzer zusammenzufassen. Renaissance heißt die Zeit, Humanismus ist das Ziel und die Reformation entsteht aus der Zeit und dem Ziel. Merkt euch die Namen und Werke: Johannes von Tepl und sein Werk "Der Ackermann aus Böhmen", Hans Sachs als Dichter von zahlreichen Volksbüchern, Schauspielen und Liedern und ganz, ganz wichtig Martin Luther, vor allem wegen der Bibelübersetzung als literarische Leistung und wegen des Thesenanschlags im kulturellen Sinne. Das wars für dieses Mal. Und wie Petrarca sagen würde: Kein anderes Glück empfind ich als zu lernen.

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12 Kommentare
  1. Wp 000233

    Man konnte es so schlecht verstehen: von wem stammt der Ausspruch genau??? (Kein anderes Glück empfinde ich, als zu lernen.)

    Von Juliane Viola D., vor mehr als einem Jahr
  2. Rene redaktion

    Vielen Dank für euer Feedback. Wir freuen uns, dass euch das Video gefällt.

    Beste Grüße
    Eure Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor mehr als einem Jahr
  3. Wp 000233

    Wer sagte: "Kein anderes Glück empfinde ich, als zu lernen"?

    (Toller Wahlspruch).

    Danke.

    Von Juliane Viola D., vor mehr als einem Jahr
  4. Default

    gut

    Von Ewaldderr, vor fast 2 Jahren
  5. Default

    sehr klar
    danke

    Von Sadiamahroug, vor mehr als 2 Jahren
  1. Default

    super Video :-)

    Von Kyh, vor mehr als 2 Jahren
  2. Default

    Sehr gut :))

    Von Nadinessc, vor mehr als 3 Jahren
  3. Default

    klasse Video , kurz ,kompakt und alle wichtigen Infos drin , Danke :-) !

    Von Jessicace, vor etwa 4 Jahren
  4. Img 20141213 185508

    danke bringt voll was ;))

    Von Paul T., vor mehr als 4 Jahren
  5. Photo 00033

    Toll!Vielen Dank!

    Von Bernadette W., vor fast 5 Jahren
  6. Default

    hat mir sehr gut gefallen.
    cyrus

    Von Cyrus, vor fast 5 Jahren
  7. 181685 10150373915860262 664310261 16946004 3414513 n

    Sehr gutes :)

    Von Donny K., vor etwa 5 Jahren
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