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Transkript Mittelhochdeutsche Dichtung

Hallo, liebe Schüler und Schülerinnen, hier ist wieder euer Leo. Heute geht es um Mittelhochdeutsche Dichtung. In diesem Video werde ich euch erklären, was Mittelhochdeutsche Dichtung heißt, welche Autoren wichtig sind, welche Werke bedeutend sind und einige allgemeine Dinge dazu sagen. Zuerst solltet ihr wissen, von welcher Zeit man spricht, wenn man von Mittelhochdeutscher Dichtung spricht. Die Zeit, die man dabei angibt, geht von 1050 bis 1350. Dabei teilt man diese 300 Jahre lange Epoche in drei Abschnitte, Früh-Mittelhochdeutsche Zeit um 1050 bis 1180, die Mittelhochdeutsche Blütezeit um 1180 bis 1250 und die Spät-Mittelhochdeutsche Zeit bis etwas 1350. Es wäre, wie immer gut, wenn ihr bereits etwas Vorwissen hättet. Das heißt, es wäre toll, wenn ihr wüsstet, dass zu dieser Zeit der Einfluss der Kirche im Abklingen war und dass die höfische Kultur und besonders der Ritterstand immer größere Bedeutung erfahren haben. Die Literatur des Mittelalters kann man für den deutschen Sprachraum nicht getrennt betrachten. Sie steht im europäischen Zusammenhang. So ist besonders die französische Literatur ein großes Vorbild. Die geistliche Schicht, der Klerus, ist für diese Zeit nicht mehr so prägend, wie es in der Althochdeutschen Dichtung war, sondern die ritterliche-höfische Schicht, sprich Fürstensitze, Königshäuser und Kaiserstädte und in der Spätphase die bürgerliche Schicht, also Kaufmanns- und Handelsfamilien. Die kulturellen Stätten haben sich von den Klöstern auf die großen Höfe und Stadtzentren verlagert. In der Literatur der Mittelhochdeutschen Dichtung wurde das Gefühl verarbeitet, das sich durch die Schichten zog, wie man das Diesseits, also Weltliches, die Triebe und die Sinnlichkeit, mit den Jenseits, also dem Göttlichen, dem Geist und dem Intellekt, in Harmonie bringen kann. Die Frage war: Wie kann man zugleich Gott dienen und sich in der Welt bewähren? Dies wird das Leitmotiv der ritterlich-höfischen Dichtung. Als kleiner Exkurs, Ritter hieß früher einfach ein zu Pferde gepanzerter Krieger, später stand der Begriff für fast alle Adeligen. Vielleicht wollten alle ein bisschen Helden sein. Aber zurück zu uns. Die zwei wichtigsten Beiträge der Mittelhochdeutschen Dichtung zur Entwicklung der Literatur sind der höfische Roman, das Epos, und der Minnesang, eine Art Liebeslyrik. Der höfische Roman, oder das höfische Epos, gestaltet erzählerisch die Wertvorstellungen und Verhaltensnormen des Ritterstandes. Das Epos ist dabei eine große Form. Es ist häufig in einzelne Kapitel gegliedert. Dabei sind die Kapitel meistens Gesänge, die einzelne Aventuren beschreiben, also einzelne Heldentaten oder ähnliche Sinnabschnitte. Nicht umsonst stammt das Wort Abenteuer von Aventure ab. Die einzelnen Gesänge teilen sich wiederum in einzelne Strophen, die gleichartig gebaut sind. Der umfangreichste und auch bekannteste Roman dieser Zeit ist der Parzival von Wolfram von Eschenbach. Es erzählt die Geschichte des unerfahrenen Knaben Parzival, der durch zahlreiche Abenteuer über König Artus schließlich zum König des heiligen Grals wird. Weitere wichtige Epen aus dieser Zeit sind "Das Nibelungenlied", das zwischen 1150 und 1200 geschrieben wurde, aber keinem Autor zugeschrieben ist und als anonym verfasst gilt, und "Tristan und Isolde" von Gottfried von Strassburg, das um 1200 entstand und eine tragische Liebesgeschichte beschreibt. Diese Themen erfahren in der Literatur des 19ten Jahrhunderts besonders durch den Komponisten Richard Wagner eine neue Aufmerksamkeit. Der Minnesang, der zweite wichtige Beitrag zur Literatur, bezeichnet eine Art Liebeslyrik, ein literarisches Ich beschreibt ein fiktives Verhältnis zu einer Frau, meint damit aber den Inbegriff des Weiblichen, was eine Personifikation der ethischen Werte und somit der höfischen Gesellschaft ist. Die Dichter sind in aller Regel Mitglieder des adeligen Ritterstands. Die Kunst, ein Lied zu dichten und es mit musikalischer Begleitung kunstvoll vorzutragen, gehörte zur höfischen Erziehung. Die Erziehung beschränkte sich aber nicht nur auf die Fähigkeit, das zu können, sondern des Inhalt des Minnesangs hatte auch erzieherische Wirkung. Es ging in diesen Liedern zwar um die Liebe zu einer überhöhten Frau, aber das eigentliche Ziel bei dieser Liebe war, durch innere Steigerung und unablässige Anstrengung die triebhaften Seiten der Liebe zu bändigen und auf keusche Weise die sittlichen Kräfte der Liebe zu entfalten. Der bekannteste Dichter des Minnesangs ist Walther von der Vogelweide, der von 1170 bis 1230 gelebt hat. Also noch mal zusammengefasst, die Mittelhochdeutsche Dichtung war von 1050 bis 1340. Die wichtigsten Beiträge zur Literatur sind der höfische Roman und der Minnesang. Die treibenden Kräfte waren der ritterlich-höfischen Stände und die bürgerlichen Stände. Die wichtigsten Autoren sind Walther von der Vogelweide, Gottfried von Strassburg und Wolfram von Eschenbach. Die wichtigsten Werke sind die Minnelieder von Walther von der Vogelweide, "Tristan und Isolde" von Gottfried von Strassburg und Parzival von Wolfram von Eschenbach und zuallerletzt "Das Nibelungenlied", das anonym verfasst wurde. Das war's für dieses Mal und denkt daran: Nimmer wird's gelingen, Zucht mit Ruten zu erzwingen. Wer zu Elend kommen mag, dem gilt Wort zu viel als Schlag.

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1 Kommentar
  1. Default

    guter, kompakter Überblick

    Von Andreas Kieber, vor 12 Monaten