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Transkript Kommasetzung bei Infinitivgruppen

Hallo, ich bin Martina und ich erkläre dir heute die Kommaregeln bei Sätzen mit Infinitivgruppen.  Hierzu solltest du wissen, was ein Prädikat ist oder es einfach noch einmal nachschlagen. Zuerst sollten wir aber klären, was Infinitivgruppen sind: Eine Infinitivgruppe ist eine Wortgruppe, die aus dem Verb in der Grundform, dem Partikel "zu" und gegebenenfalls weiteren Wörtern besteht. Eine Infinitivgruppe kann am Ende des Gesamtsatzes stehen oder darin eingefügt sein. Er hatte die Möglichkeit, zu gehen. Er hatte die Möglichkeit, mit dem Rad zu fahren. Er hatte die Möglichkeit, mit dem Rad zu fahren, nicht bedacht. Die Infinitivgruppe wird  in Komma eingeschlossen. Es gibt also Infinitivgruppen, die durch ein Komma vom Gesamtsatz abgetrennt werden und solche, die untrennbar mit dem Satz verbunden sind. Zuerst erkläre ich dir, wann bei Sätzen mit Infinitivgruppe ein Komma gesetzt werden muss. Infinitivgruppen, die mit als, anstatt, außer, ohne, statt, um eingeleitet werden, trennt man durch ein Komma vom Gesamtsatz. Ich knipse das Licht aus, um zu schlafen. Er spielte Fußball, statt zu lesen. Infinitivgruppen, die durch ein hinweisendes Wort angekündigt oder wieder aufgenommen werden, trennt man durch ein Komma. Hinweisende Wörter sind: daran, darauf, darum, es, das, dies. Das hinweisende Wort kann vor der Infinitivgruppe stehen: Daran, bald nach Hause zu gehen, dachte sie nicht. Die Infinitivgruppe wird dann durch Komma eingeschlossen. - oder es kann dahinter stehen - Die Kommaregeln zu lernen, das war ihr Wunsch. Oder die Infinitivgruppe steht am Ende des Gesamtsatzes. Es war ihr Wunsch, die Kommaregeln zu lernen. Ein Komma wird auch gesetzt, wenn die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängig ist. Er begeisterte uns mit dem Versuch, alle Aufgaben zu lösen. Ein Komma wird auch gesetzt, wenn Infinitivgruppen zu einer Aufzählung gehören. Mein Wunsch ist es viel zu lesen, ins Kino zu gehen, in der Sonne zu faulenzen. Wie bei anderen Aufzählungen wird auch hier das letzte Glied häufig durch "und" angeschlossen. Das "und" ersetzt in diesem Fall das Komma. Mein Wunsch ist es viel zu lesen, ins Kino zu gehen und in der Sonne zu faulenzen. Ein Komma wird auch gesetzt, wenn vor der Infinitivgruppe ein Nebensatz oder ein Einschub steht. Ich kaufe mir ein Himbeereis, das mein Lieblingseis ist, um es gleich zu essen. Ich kaufe mir ein Himbeereis, mein Lieblingseis, um es gleich zu essen. In einigen Fällen ist es dir überlassen, ob du ein Komma setzen möchtest oder nicht. Das Komma ist sinnvoll, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen und deshalb ist der Umfang der Infinitivgruppe ein wichtiges Kriterium bei der Frage, ob ein Komma gesetzt werden sollte oder nicht. Bei Sätzen mit einfachem Infinitiv und dem Partikel "zu" kann ein Komma gesetzt werden, es ist aber nicht nötig. Er freute sich, zu verreisen. Im vorigen Abschnitt haben wir gelernt, dass Infinitivgruppen, die von einem Substantiv abhängig sind, durch ein Komma abgetrennt werden. Besteht die Infinitivgruppe allerdings nur aus dem Infinitiv mit "zu", ist es dir überlassen, ob du ein Komma setzen möchtest oder nicht. Sie gab das Versprechen, zu kochen. Diese Regel gilt auch, bei einfachem Infinitiv mit "zu" und einem hinweisenden Wort. Sie dachte nicht daran, zu gehen. Bei Infinitivgruppen, die weder von einem Substantiv abhängig sind, noch von einem hinweisenden Wort begleitet werden, noch durch: ohne,  als ...(und so weiter) eingeleitet werden, kann ein Komma gesetzt werden, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen. Das Komma dient als Hilfe für den Leser und es ist nicht falsch, das Komma zu setzen. Er beabsichtigte, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Aber Achtung! Denkt daran! Wenn die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängig ist, musst du ein Komma setzen. Er hatte die Absicht, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Manchmal ist es auch sinnvoll, ein Komma zu setzen, um Missverständnisse zu vermeiden. Kevin versprach, am Samstag einzukaufen. oder Kevin versprach am Samstag, einzukaufen. Es gibt einige Fälle, in denen kein Komma gesetzt werden darf. Kein Komma wird gesetzt, wenn der Infinitiv mit "zu" in Verbindung mit einem Hilfsverb, wie haben oder sein oder mit Verben, wie scheinen, pflegen, vermögen, brauchen steht. In diesem Fall bilden der Infinitiv und das Hilfsverb ein mehrteiliges Prädikat. Damit ist nicht zu spaßen. Es gibt noch weitere Verben, die mit dem Infinitiv und "zu" ein Prädikat bilden können. Bei diesen Verben ist es allerdings von ihrer Bedeutung abhängig, ob ein Komma gesetzt wird oder nicht. Hierzu gehören: drohen - im Sinne von Gefahr laufen versprechen - im Sinne von den Anschein haben vermögen, verstehen, wissen - im Sinne von können; suchen - im Sinne von versuchen. Das Haus drohte einzustürzen. Aber! Er drohte, ihn zu verraten. Haben diese Verben allerdings noch eine Umstandsangabe bei sich, kann die Infinitivgruppe durch ein Komma abgetrennt werden. Er versteht zweifellos, ihr zu schmeicheln. Ich hoffe, du hast alles verstanden. und vielleicht - Bis zum nächsten Mal, Martina        

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6 Kommentare
  1. Images

    Ok

    Von Jonas V., vor 13 Tagen
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    Super erklärt; vor allem die Beispiele machen es sehr verständlich.

    Von Heike N., vor 28 Tagen
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    cool

    Von Katrin Pape1, vor 7 Monaten
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    gut

    Von Eisenburg, vor etwa einem Jahr
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    Gut, aber zu lang

    Von Timmer Berlin, vor mehr als 3 Jahren
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    Hilfe so viele Fremdwörter!!:-))

    Von Marcus Strobl, vor mehr als 4 Jahren
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