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Transkript Kommasetzung (Basiswissen)

Guten Tag, liebe Lernenden. Wir kommen zum zweiten Video Thema Kommasetzungen, die Regelungen, die es dazu gibt. Ich habe das hier in einer Grobdefinition zusammengefasst, die da lautet: Hauptsätze und Nebensätze werden voneinander abgetrennt. Nachdem wir uns im ersten Teil mit den Hauptsätzen selbst beschäftigt haben, kommen wir also nun zum Verhältnis von Haupt- und Nebensätzen. Wie wir bereits wissen, sind Hauptsätze dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Subjekt und ein Prädikat beinhalten müssen. In Nebensätzen ist das nicht immer der Fall und diese Nebensätze erklären in irgendeiner Weise den im Satz vorkommenden Hauptsatz oder die Hauptsätze näher. Und dadurch, dass sie das näher beschreiben, worum es im Hauptsatz gehen soll, sind sie diesem Hauptsatz untergeordnet. Und die Unterordnung wird durch das Komma angezeigt. Das Komma zeigt uns in dem Fall, dass hier eine Trennung zwischen einer Hauptinformation und einer Nebeninformation vorgenommen werden muss, gedanklich. Am anschaulichsten wird das in den Dass-Sätzen. Dass-Sätze sind immer in irgendeiner Weise begründend, erklärend, Ursachen nennend, jefenfalls erklären sie etwas von dem Subjekt näher oder etwas über das Subjekt oder etwas, was das Subjekt in irgend einer Weise beeinflusste oder beeinflussen möchte. "Ich glaube, dass...". Hier muss also das Komma vor dem "dass" stehen, vor der Erklärung. Die Konjunktion "dass" zeigt uns an, dass der Satz, der jetzt folgt, mit dem davor stehenden Subjekt verbunden werden soll - gedanklich. Aber sprachlich wird es abgetrennt und dem Nutzer, dem Sprachnutzer, wird durch dieses Komma angezeigt, dass hier eine Unterordnung vorherrscht und diese Unterordnung muss also schriftlich, hypografisch, in irgend einer Weise fixiert werden durch dieses Komma. "Ich glaube, dass Klaus morgen zu mir zum Skatspielen kommt." In dieser Richtung. So, das ist das Eine. Das andere, was wir haben, sind die Einschübe. Einschübe im weitesten Sinne des Wortes, alles, was noch so nachgereicht wird. Da fällt dem Schreibenden noch was ein, währendessen er schreibt und das setzt er dann in den Satz mit hinein. Er muss es allerdings in irgend einer Weise abtrennen und das passiert eben durchs Komma. "Ich glaube so" - hier könnte ein Punkt stehen, aber der Satz geht weiter. "Ich glaube so die Nachricht dass..." als Einschub zu lesen: "Ich glaube, so die Nachricht, dass...". "Ich glaube, dass..." ist dann sozusagen die eigentliche Kernbotschaft. Das "so die Nachricht" ist ein Einschub, weil es für sich keinen Satz ergibt, also nachgeordnet ist, eine Erklärung für das, was erklärt werden soll. Neben den genannten Kriterien gibt es noch andere Möglichkeiten, um ein Komma im Satz unterzubringen. Die bekanntesten habe ich jetzt hier mal angeschrieben, auch gleich ein paar Probleme damit verbindlich werden lassen. Aber das Entscheidende ist immer, wir müssen einfach nur schauen, ob es ein Verhältnis der Unterordnung gibt. Sobald es im Satz irgendwo nicht auf einer gestalterischen, inhaltlichen, semantischen, hierarchischen Ebene vorwärts geht, sobald es da in irgend einer Weise einen gedanklichen Einschnitt gibt, auf einmal der Satzfluss stockt und irgendetwas nachgereicht, erklärt wird, untergeordnet, übergeordnet, auf irgend eine Weise der normale Fluss im Satz unterbrochen wird, müssen wir das in irgendeiner Weise auch durch ein Satzzeichen kennzeichnen. Und diese Kennzeichnung im einfachsten Falle ist eben das Komma und davon werden wir jetzt ein paar in diesem Text unterbringen. Die einfachste Methode ist der Ausruf. Er kann am Anfang eines Satzes stehen: "Ach was", das ist also ein Ausruf und dann kommt die eigentliche Aussage "Ich glaube daran". Streit zwischen 2 Leuten, Abstimmung, Ulrichskirche in Magdeburg zum Beispiel und diejenigen, die verloren haben, sagen "Ach was, ich glaube daran, wir werden das Ding bauen." Ein Ausruf. Dann die Parenthese. Parenthese heißt nichts anderes, als dass ein Einschub erfolgt, der gedanklicher Natur ist. Da ist jemandem noch etwas im Nachhinein eingefallen, währendessen er den Satz geschrieben hat und dann setzt er das mitten in den Satz rein, entweder durch Parenthesen, also durch Bindestriche oder er setzt es eben in Kommas. So, und wenn ich das jetzt hier betrachte, dann könnte man meinen "Binia die Chefin", wenn es ein Eigenname wäre, dürfte überhaupt kein Komma stehen. Wenn also "die Chefin" zu der "Binia" gehört, dann würde man kein Komma setzen müssen. "Binia die Chefin rief zum Essen." So wie "Friedrich der Große saß auf seinem Pferd." Ja, es ist also ein Eigenname, aber in unserem Fall ist es kein Eigenname, sondern es ist etwas Nachgeschobenes, was vielleicht sogar im ironischen Sinne gemeint sein könnte. "Binia, die Chefin!,..." oder "Binia, die sich als Chefin gerne aufspielte" oder "Binia, die wirklich die Chefin war" - irgend so etwas in der Richtung. Eine Parenthese, die noch nachgeschoben wird, um dieses Binia näher zu erklären. Und der Hauptsatz geht dann hier hinten weiter. Was macht Binia? Die rief zum Essen. Deswegen setzen wir das jetzt auch mal in Kommas: "Binia, die Chefin, rief zum Essen." Ganz ähnlich ist es bei der Apposition. Die Apposition dagegen ist in dem Falle nicht unbedingt etwas, was so wie ein Gedankenblitz bei der Parenthese eingeschoben wird, vielleicht auch aus rethorischen Gründen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes etwas Appositioniertes, also etwas Nachgestelltes. "Die Nachricht" und jetzt wird über die Nachricht noch etwas gesagt, was eigentlich hier dazwischen gehören könnte, aber es wird nachgestellt und dadurch kommt eine ganz bestimmte Wirkung zustande. Also: "Die Nachricht, rausgebrüllt, kam an." Hauptsatz lautet: "Die Nachricht kam an." Und last not least die Stellungnahme, die also auch ganz oft fälschlich ohne Kommas wiedergegeben wird. "Ich glaube so eben." Nein, wir müssen es anders betonen: "Ich glaube so, eben." und dieses "eben" ist eine Stellungnahme, so etwas wie ein Bekräftigungspartikel, sowas wie man in Sachen oft "nu" hört. Beginnen sehr viele Sätze mit "Nu, da hab ich das und das getan." Und so müssen wir uns das hier auch vorstellen: "Ich glaube so, eben!" Es ist eben so, ich glaube daran. Deswegen mache ich hier noch ein ! hin, um deutlich zu machen, dass es ein Bekräftikungspartikelchen ist, dass es also als Stellungnahme gemeint ist.

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10 Kommentare
  1. Default

    jup ein bisschen zu leise aber sonst ganz ok :D

    Von Jutta Merkt, vor 4 Tagen
  2. Default

    viel zu leise und schwer zu verstehen

    Von Jasmin H., vor etwa einem Monat
  3. Default

    leider sehr unklar,zu leise und nicht spielerisch genug erklärt

    Von Threesome, vor 5 Monaten
  4. Default

    Er redet gar nicht leise, im Gegenteil!

    Von Nathalie Bettschart, vor 12 Monaten
  5. Default

    1. Ich finde es super
    2.Erklärung

    Von Eisenburg, vor etwa einem Jahr
  1. Default

    sorry aber ich habe leider nichts verstanden in dem video
    1. zu leise
    2. erklärung

    Von Kerstinbannoehr, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    :D gut

    Von Nils.Mantel, vor fast 2 Jahren
  3. Default

    etwas algemeiner wäre gut...

    Von Alexandra Weissleder, vor fast 3 Jahren
  4. Chaosbewaeltiger

    es gibt kann- und mussbestimmungen beim setzen eines kommas. im vorliegenden satz MUSS kein komma gesetzt werden, womit ziemlich viele interpretationen möglich bleiben.
    es lassen sich aber kommas setzen.

    1. er könnte folgendermaßen bekommat werden:
    gestern fand ich, endlich, im laden um die ecke das gesuchte buch.
    dann läge der akzent auf dem ENDLICH, das als apposition zu FINDEN so deutlicher herausgestellt würde, eine akzentverschiedbung. ENDLICH wird so zum wichtigsten wort im satz
    2. gestern fand ich endlich, im laden um die ecke, das gesuchte buch.
    für diesen fall läge der akzent auf dem WO, also einer lokalbestimmung, die herausgehoben werden soll, um vielleicht einer frage vorzubeugen. der sprecher müsste das dann entsprechend betonen.
    3. gestern fand ich endlich im laden, um die ecke, das gesuchte buch.
    wenn man den satz so interpunktiert, ergibt sich die frage, ob UM DIE ECKE vielleicht ein eigenname sein soll, dann müsste es in gänsefüßchen gestellt werden. denn wenn man den ort schon so präzise bestimmt, dann bitte auch mit einem HERUM garnieren, sonst ist man nicht ganz um die ecke herum, sondern steht quasi noch mit halbem bein IN der ecke.

    Von Robert Knorr, vor fast 4 Jahren
  5. Default

    Hallo Herr Knorr,
    können Sie mir bitte sagen, wann ich Appositionen mit Komma trenne und wann nicht.
    In dem Satz "Gestern fand ich endlich im Laden umd die Ecke das gesuchte Buch" gehört meiner Meinung nach kein Komma. Mein Sohn ist aber der Meinung, dass "um die Ecke" doch eine Apposition ist, weil man es im Satz weglassen kann und deshalb mit Komma abgetrennt werden muss. Ich konnte ihm leider keine plausible Erklärung geben, warum da kein Komma hinkommt. Können Sie mir helfen? Am Dienstag ist bereits die Deutscharbeit. Hilfe!!!

    Von Ines Saalfeld, vor fast 4 Jahren
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