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Transkript „Kabale und Liebe“ – Entstehungsgeschichte (Schiller)

„Kabale und Liebe“ – Entstehungsgeschichte (Schiller)

Als Friedrich Schiller 1782 begann, sich mit dem Stoff für „Kabale und Liebe“ auseinanderzusetzen, war er 23 Jahre alt und auf der Flucht. Er floh vor seinem württembergischen Landesfürst Herzog Karl Eugen. Dieser hatte ihn mit einem Schreibverbot belegt und zu 14 Tagen Arrest verurteilt.

Deswegen machte sich Schiller heimlich auf den Weg nach Mannheim. Dort schrieb er „Kabale und Liebe“ dann fertig und es wurde 1784 uraufgeführt. Es ist das letzte Stück Schillers so genannter Jugenddramen.

In diesem Video erfährst du, wie Schillers Erfahrungen am Hof des Herzogs, zeitgenössische Stücke der Sturm und Drang Dichtung und Lessings bürgerliches Trauerspiel das Drama beeinflussten.

Zuerst geht es um die Personen, die Schiller am Württembergischen Hof erlebt hat.

Schillers Landesfürst, der Württembergische Herzog Karl Eugen war ein absolutistischer Herrscher. Das heißt, dass er die richterliche, gesetzgebende und ausführende Gewalt in sich vereinte und darüber hinaus allein über Krieg und Frieden entscheiden konnte.

Unter ihm entwickelte sich der Hof in Stuttgart zu einem der prächtigsten Europas. Es wurden üppige Feste gefeiert und teure Bauten, z.B. vier neue Schlösser angelegt. Die Kosten dafür wurden durch Steuern von den Bürgern abverlangt. Außerdem verkaufte der Monarch Untertanen gegen ein hohes Kopfgeld als Soldaten ins Ausland. Kritische Äußerungen dazu wurden mit Gefängnisstrafen geahndet. Du wirst diese Themen in “Kabale und Liebe” wiederentdecken.

Schillers Figur des Präsident Walter weist Parallelen zum württembergischen Minister Samuel Friedrich Graf Montmartin auf. Wie Walter hatte dieser durch eine Intrige einen politischen Rivalen durch falsche Briefe und Einkerkerung beseitigen lassen. Auch die Figur der Lady Milford könnte ihren Ursprung in der Realität haben. Literaturwissenschaftler nehmen an, dass sie an Franziska von Hohenheim angelehnt ist. Sie war eine der jungen Mätressen des Herzogs Karl Eugen.

Man sagt, sie beeinflusste den Herzog Karl Eugen positiv, sodass er sich dem aufgeklärten Absolutismus zuwandte. Er sah sich nicht mehr als alleiniger Vertreter des Staates, sondern als Repräsentat einer vernünftigen Staatsordnung, wobei das Allgemeinwohl der Bürger im Vordergund stand.

Nicht nur reale Personen sondern auch die literarische Bewegung des “Sturm und Drang” beeinflussten das Schreiben von “Kabale und Liebe”.

Im Mittelpunkt der Dichtung des Sturm und Drang steht der Verstand ebenso wie die natürlichen, manchmal irrationalen Kräfte der Menschen. Der ideale Mensch des Sturm und Drang handelt gefühlsbetont. Freiheit und Leidenschaft sind für ihn zentrale Themen und Antriebskraft.

Die Dichter des “Sturm und Drang” stammen meist aus bürgerlichen Verhältnissen. Sie sind sensibel für soziale Ungerechtigkeit und politischen Beschränkungen. Schiller selbst war zeitweise unglücklich in die adlige Charlotte von Wolzigen verliebt und hat die Unmöglichkeit einer Beziehung über Standesgrenzen hinweg erlebt.

„Kabale und Liebe“ bildet das letzte der Stücke Schillers, das dieser Bewegung zugerechnet werden kann. Besonders in der Figur des Ferdinand finden sich die Ideale des “Sturm und Drang” wieder. Denn Ferdinand will sein Leben individuell gestalten. Er ist nicht bereit, sich den gegebenen Normen unterzuordnen. Er wollte freie Entscheidungen treffen und seine Empfindungen standen im Vordergrund.

Eine weitere Inspirationsquelle für Schiller war das bürgerliche Trauerspiel Lessings. Seine “Emilia Galotti” erschien 1772 erschien. In diesem Stück legte Lessing das Grundmuster für das bürgerliche Trauerspiel fest. Schiller orientiert sich daran. Sowohl die auftretenden Personen, als auch die Themenbereiche Standesproblematik, Absolutismuskritik und Familienkonflikte sind ähnlich.

Schiller bezeichnet sein Stück im Untertitel als bürgerliches Trauerspiel. Zur Zeit des Absolutismus entwickelte sich das Bürgertum zunehmend eigenständig und gewann an Wichtigkeit. Bis dahin durften nur Personen höheren Standes Figuren in Tragödien sein. Lessing setzte nun Protagonisten ein, die einer neuen gewichtigeren Vorstellung des Bürgertums entsprachen.

Schiller zog seine Inspiration zu seinem Stück “Kabale und Liebe” insbesondere aus ihm bekannten Persönlichkeiten und aus den Idealen der Verfechter des Sturm und Drang. Freiheit der Person, Nutzung des Verstandes, der mit einem leidenschaftlichen Gefühl gepaart wird - dafür standen Stürmer und Dränger wie der junge Schiller!

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1 Kommentar
  1. Default

    Super video

    Von Nike 1971, vor etwa 2 Jahren