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Transkript Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre - Inhaltsangabe

“[...] um 's Himmels willen, Mutter! ist denn alles unnütz, was uns nicht unmittelbar Geld in den Beutel bringt, was uns nicht den allernächsten Besitz verschafft?” Das fragt der aufgebrachte Kaufmannssohn Wilhelm Meister seine Mutter zu Beginn von “Wilhelm Meisters Lehrjahre”. Damit beschreibt er den Grundkonflikt dieses Romans.

Wilhelm Meisters Liebe zum Theater

Wilhelm Meister liebt das Theater und würde selbst gerne dort arbeiten und sich auf diese Weise künstlerisch bilden. Dies widerspricht einer klassischen Bildung, die den Verstand und nicht die Poesie fördert.

Im Laufe des Romans wird er beide Bildungswege beschreiten. Er wird die Welt des Theaters und die des Adels kennenlernen. Sein Bildungsweg ist individuell und selbstbestimmt. “Wilhelm Meisters Lehrjahre” besteht aus insgesamt 8 Büchern. Beginnen wir also im ersten Buch:

Das erste Buch des Romans

Zu Beginn lernen wir die Hauptfigur in seiner Ausgangsposition kennen. Wilhelm Meister kommt aus einem bürgerlichen Haus. Sein Vater möchte, dass er Kaufmann wird, wie er selbst. Wilhelm jedoch fühlt sich zu sehr zum Theater hingezogen. Er ist in einer Beziehung mit der Schauspielerin Mariane, die er sehr liebt. Mariane jedoch lässt sich von einem reichen Geschäftsmann aushalten. Als Wilhelm das erkennt, begibt er sich auf Wanderschaft.

Zweites Buch

Jahre später ist Wilhelm reisender Kaufmann im Auftrag des Vaters geworden. Bei einer seiner Reisen trifft er auf eine Schauspielertruppe, der er sich spontan anschließt. In dieser Gruppe sind unter anderem Philine, eine junge Frau, ein alter Harfenspieler sowie die geheimnisvolle Mignon. Gemeinsam ziehen sie als Truppe zum Hofe eines Grafen, um dort zu spielen.

Das Dritte Buch in "Wilhelm Meisters Lehrjahre"

Am Hofe des **Grafen verliebt sich Wilhelm in die hübsche Gräfin. Hier erhält Wilhelm Meister erstmals Einblicke in die Welt des Adels. Er wird auf Shakespeare und dessen Dichtkunst aufmerksam. Von den Stücken begeistert, beschließt er, “Hamlet” mit seiner Gruppe zu spielen.

Goethes Viertes Buch

Die Gruppe verlässt den Hof des Grafen und zieht weiter. Auf dem Weg zum berühmten Theaterdirektor Serlo werden sie jedoch von einer Räuberbande überfallen. Hilfe erhalten sie von einer unbekannten, hübschen Amazone. Wilhelm muss sich nun entscheiden, ob er weiter ziehen will. Er gibt den Kaufmannsberuf auf und bleibt bei der Theatertruppe.

Die Schwester des Direktors, Aurelie, ist eine berühmte Schauspielerin. Sie führt eine unglückliche Beziehung mit dem Baron Lothar. Außerdem betreut sie das Kind, Felix, dass nicht ihr leibliches ist. Dieser Handlungsstrang wird später noch wichtig sein.

Hamlet Inszenierung im fünften Buch

Am Schloss Serlos erhält Wilhelm die Nachricht, dass sein Vater verstorben ist. Die Theatergruppe bereitet inzwischen die Aufführung des Hamlet vor. Die Inszenierung wird der Höhepunkt von Wilhelms Theaterschaffen. In der darauf folgenden Nacht kommt es zu einem verheerenden Brand.

Der Harfenspieler zeigt Zeichen des Wahnsinns und die Gruppe trennt sich. Aurelie, die schon lange krank war, erzählt Wilhelm von ihrem baldigen Tod und bittet ihn, dem untreuen Lothario einen letzten Brief zu bringen.

Ende von Wilhelms Bühnenleben im sechsten Buch

Dieses Buch ist eine Überleitung und ein Verbindungsteil zwischen den wichtigsten Handlungsverläufen im Roman. Hier endet Wilhelms Bühnenleben. Das Leben in der “Turmgesellschaft” beginnt. Das Buch behandelt die “Bekenntnisse einer schönen Seele”, also den Brief, den Aurelie an Lothario geschrieben hat. In diesem Brief werden wichtige Personenkonstellationen aufgeklärt und die Turmgesellschaft, eine Gruppe ähnlich der Freimaurer, wird eingeführt.

Das siebte Buch und die Turmgesellschaft

Am Hofe von Lothar - Der Baron eröffnet dem jungen Wilhelm, dass die Turmgesellschaft schon seit langem sein Leben in gewisse Bahnen lenkt. Die Turmgesellschaft ist ein Bund einflussreicher Männer. Lothar gehört ebenso dazu, wie Serlo und der Graf. Lothar überzeugt ihn davon, das Theaterleben aufzugeben und sich für das allgemeine Wohl der Gesellschaft einzusetzen.

Er erhält erste Aufträge von der Turmgesellschaft. Es stellt sich heraus, dass Felix der Sohn Wilhelms und Marianes ist. Durch eine listige Intrige wurde jedoch Aurelie vorgegaukelt, es sei Lothars Kind.

Das letzte Buch in "Wilhelm Meisters Lehrjahre"

Wilhelm hat Mignon und Felix zu sich genommen. Allerdings sucht er noch eine Mutter für Felix. Mignon selbst hat ein Herzleiden, da Wilhelm nicht mit ihr zusammen sein will und kann. In Lothars Schwester Natalie erkennt Wilhelm schließlich seine zauberhafte Amazone wieder. Als sich die beiden innig küssen, fällt Mignon tot um.

Wilhelm erfährt nun immer mehr über die Turmgesellschaft und ist zunehmend verwirrt und enttäuscht von ihr. Der Harfenspieler taucht wieder auf und möchte Felix umbringen, da er glaubt, dass Felix ihn töten will. Der Versuch misslingt und der Harfner bringt sich um. Wilhelm will abreisen, doch Lothar verspricht ihm die Hochzeit mit Natalie. Zu dieser kommt es schließlich und damit schließt der Roman.

Resümee des Romans

“ich weiß, daß ich ein Glück erlangt habe, das ich nicht verdiene und das ich mit nichts in der Welt vertauschen möchte”, resümiert Wilhelm Meister am Ende. Seine Lehrjahre sind vorüber. Er hat sich auf die verschiedenen Arten gebildet und ist zu einem Schluss gelangt. Glücklich verheiratet im Dienste der Gesellschaft. Ein Weg, den Goethe selbst für sich gegangen ist und den er auch seinen Wilhelm Meister hat gehen lassen.

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