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Transkript „Jakob der Lügner“ – Inhaltsangabe (Becker)

Ein Scheinwerfer richtet sich auf Jakob. Der bleibt wie angewurzelt stehen. Hat die Sperrstunde etwa schon begonnen? Im Ghetto darf niemand eine Uhr besitzen.

Jakob wird vom Wachposten aufs Revier geschickt. Er weiß, dass noch kein Jude das Revier lebend verlassen hat. Auf dem Revier trifft er niemanden an. Aber ein Radio läuft. Radios sind den Juden im Ghetto verboten. Jakob hört, dass die Rote Armee im Vormarsch sein würde. Und er sieht auf der Uhr, dass die Sperrstunde noch nicht begonnen hat. Offensichtlich also ein schlechter Scherz. Der gut gelaunte Wachhabende lässt ihn schließlich einfach laufen. Einfach laufen! Das glaubt ihm keiner!

Jetzt hat Jakob eine so hoffnungsvolle Nachricht gehört. Wie soll er damit umgehen? Wenn er seinen jüdischen Freunden erzählt, dass er die Nachricht auf dem Revier gehört hat, wo sonst niemand lebend herauskommt, könnten sie ihn für einen Spitzel der Nationalsozialisten halten. Andererseits könnten die NS-Wachmänner erfahren, dass Jakob solch geheime Informationen herumerzählt und würden ihn bestrafen.

Welche Entscheidung soll Jakob jetzt treffen? Soll er seinen Freunden von der guten Nachricht der möglichen Befreiung erzählen oder sie für sich behalten? Da ahnt er noch nicht, dass aus diesem Erlebnis eine Lüge mit enormer Kraft entstehen wird, die das Ghettoleben verändert und Jakob über den Kopf wächst.

„Ich habe schon tausendfach versucht, diese verfluchte Geschichte loszuwerden, immer vergebens.“, sagt der Erzähler. Ihm wurde diese Geschichte von Jakob erzählt und er kann sie nicht vergessen. Er selbst hat im selben Ghetto gelebt - und überlebt.

Dort hat es jedoch keinen Widerstand gegeben wie in anderen Ghettos. Der Erzähler vermutet, dieser nicht geleistete Widerstand sei der Grund dafür, dass er die Geschichte immer wieder erzählen müsse.

Er betont, besonders gedemütigt habe ihn die Tatsache, dass es im Ghetto keine Bäume gab. Denn gerade an Bäume sind viele seiner persönlichen Erinnerungen geknüpft: Unterm Baum ist er „zum Mann geworden“, unterm Baum ist seine Frau erschossen worden. Auch jetzt lebt er wieder in einer Stadt mit Parks und Bäumen.

Seinen untypischen Helden, Jakob Heym, beschreibt der Erzähler als „kein(en) Mann wie ein Baum“ – er „hat Angst wie wir alle“. Er möchte Jakobs Mut beschreiben.

Das versteckte Radio spricht sich herum

Jakob hat also das Revier lebend verlassen und kann niemandem die freudige Nachricht erzählen, die er im Radio gehört hat.

Doch dann muss er seinen Freund Mischa von der gefährlichen Tat abhalten, Kartoffeln zu stehlen. Also erklärt er ihm, was er gehört habe – in seinem Radio, das er angeblich im Keller versteckt hält, was natürlich gelogen ist.

Jakobs verstecktes Radio spricht sich herum. Durch die Hoffnung auf Befreiung blüht das Ghettoleben auf. Weniger Bewohner bringen sich um, mehrere schmieden Heiratspläne.

Jakob merkt, dass er weiterlügen muss, um den Überlebenswillen der Bewohner aufrechtzuerhalten.

Allerdings haben sich im Ghetto zwei Lager gebildet: Das eine, angeführt von Herrn Frankfurter, sieht in dem Radio eine Gefahr. Das andere ist darauf aus, Neuigkeiten zu erfahren.

Der orthodoxe Jude Herschel Schtamm sieht einen Stromausfall als ein Zeichen dafür, dass Gott das Radio ebenfalls als Gefahr sieht. Jakob ist ganz froh seine Lügen unterbrechen zu können und wünscht sich, dass der Stromausfall „zwanzig Jahre“ dauere.

Lügenpause

Beim Freund Kowalski gibt es zwar noch Strom, der ist aber zu feige, um das angebliche Radio bei sich zu deponieren.

Jüdische Elektriker können den Schaden nicht beheben und werden wegen Sabotage erschossen.

Als der Strom wieder funktioniert, braucht Jakob neue Nachrichten. Die vergessene Zeitung auf dem öffentlichen Klosett, das für Juden verboten ist, dient ihm nur mäßig als Informationsquelle. Als vor dem Klosett ein deutscher Soldat wartet, rettet Kowalskis durch ein Ablenkungsmanöver Jakob das Leben.

Kowalski fordert neue Nachrichten aus dem Radio. Also behauptet Jakob, es sei kaputt.

Unterdessen will Herschel Schtamm ein paar Juden, die in einem Waggon eingeschlossen sind, Hoffnung machen. Er erzählt, dass die Rote Armee im Vormarsch sei. Ein Wachposten erschießt ihn.

Lina, Mischa, Rosa und das Radio

Jakob macht sich große Vorwürfe. Ihm wird klar, wie wichtig der Glaube an das Radio inzwischen ist. Er kommt zu dem Schluss, dass er planvoller lügen muss. Er erklärt also Kowalski, das Radio würde wieder funktionieren. Die beiden schmieden Zukunftspläne für die Zeit nach dem Ghetto.

Dann will Lina das Radio sehen. Linas Eltern wurden vor zwei Jahren deportiert, seitdem hält Jakob das Mädchen auf dem Dachboden versteckt. Er kümmert sich wie ein Vater um sie.

Jakob glaubt, Lina habe gemerkt, dass es kein Radio gibt. Es erleichtert ihn, eine Mitwisserin zu haben.

Im Keller spielt Jakob Lina hinter einer Wand sitzend eine Radiosendung vor, wobei er viel Fantasie und Imitationstalent zeigt.

Lina ist krank und wird von Professor Kirschbaum behandelt, einem ehemals berühmten Chirurgen. Eines Tages tauchen zwei SS-Männer bei Kirschbaum auf. Er soll den Gestapochef Hardloff, der einen Herzanfall erlitten hat, behandeln. Auf der Fahrt vergiftet der Professor sich mit Tabletten, die ihm seine Schwester zugesteckt hat.

Die Arbeiter am Bahnhof werden für Hardloffs Tod bestraft, indem sie nichts zu essen bekommen. Jakob versucht, die Arbeiter durch gute Nachrichten auf den Beinen zu halten.

Kurz darauf erfährt Mischa, dass die Straße, in der Rosa, Mischas Freundin, wohnt, evakuiert werden soll. Er lockt Rosa in seine Wohnung, ohne ihr etwas davon zu sagen. Vom Fenster aus sieht sie den Menschenzug. Rosa wird klar, dass ihre Eltern dabei sind und Mischa das gewusst hat. „Ihr lügt alle“, schreit sie. „Ihr redet und redet und nichts ändert sich!“

Rosa wohnt jetzt bei Mischa, aber ist resigniert. Sie erzählt Lina, dass sie nicht an Jakobs Geschichten glaubt. Der belauscht die beiden und wird mit dem Begriff des „Schwindelns“ konfrontiert.

Auch durch die Verhaftung der Schwester von Professor Kirschbaum merkt Jakob, dass seine „Lügen“ gegen die Wirklichkeit nicht ankommen. Schließlich sagt er Kowalski die Wahrheit, nämlich, dass es gar kein Radio gibt. Kurz darauf hängt Kowalski sich auf.

Jakob fühlt sich schuldig. Er beschließt aber dennoch, das Radio wieder in Betrieb zu nehmen, um anderen Menschen Hoffnung zu geben.

Zwei Enden

Der Erzähler kündigt nun an, dass er zwei Enden von Jakobs Geschichte erzählen will: Ein ordentliches, das wünschenswert für Jakob sei, aber auch ein hässliches, das der Wirklichkeit entspräche.

Im wünschenswerten Ende geht eine Veränderung mit Jakob vor: Er bittet Rosa und Mischa, Lina zu sich zu nehmen. Er trennt den Judenstern von seiner Jacke. In der Dunkelheit begibt er sich an die Ghettogrenze und beginnt damit, den Zaun zu durchtrennen.

Der Schuss aus einem Maschinengewehr tötet ihn. Darauf folgen etliche Schüsse: die Russen haben das Ghetto erreicht und befreien es. Der Erzähler und die anderen Bewohner gehen hinaus in die Freiheit.

Das „wirkliche“ Ende zeigt den Erzähler, Lina, Jakob und andere im Waggon Richtung der Konzentrationslager. Die Bäume an der Wegstrecke erinnern den Erzähler nochmal an jenen Baum, unter dem seine Frau erschossen worden ist.

Auf diesem Weg schließt der Erzähler Freundschaft mit Lina und dadurch mit Jakob. Der erzählt ihm seine Geschichte. Ausgerechnet ihm, der überleben wird.

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