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Transkript „Irrungen, Wirrungen“ – Inhaltsangabe (Fontane)

Sie ist ein junges Mädchen, die Pflegetochter einer Waschfrau aus einfachen Verhältnissen; er ist ein schneidiger adeliger Offizier. Ihre Liebe ist intensiv, aber ohne jede Hoffnung auf eine Zukunftsperspektive. Die gesellschaftlichen Ständeschranken im Preußen des 19. Jahrhunderts wollen es anders. Schließlich finden beide einen Partner, der seiner Herkunft nach besser zu ihnen passt.

Liebe ohne Zukunft

Der Roman ist im preußischen Berlin in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Anschaulich geschildert werden zwei gegensätzliche Lebenswelten: Zu der Sphäre der einfachen Leute niederen Standes gehört die Büglerin Lene Nimptsch. Ihr Liebhaber Botho von Rienäcker wiederum gehört dem preußischen Militär und Adel an.

Bei einem Bootsausflug lernt Lene den attraktiven jungen Offizier kennen. Seit dieser Begegnung sind die beiden ein Pärchen, wobei vor allem Lene klar ist, dass ihre Liebe keine Zukunft haben kann. Dennoch ist Botho in der Gärtnerei, in der Lene und ihre Pflegemutter leben, ein willkommener Gast. Eine gemeinsame Liebesnacht in dem Lokal "Hankels Ablage" an der Spree scheint der Höhepunkt der Liebesbeziehung zu werden, aber gleichzeitig auch der Wendepunkt der Geschichte.

Wendepunkt

Die beiden werden von Bothos Kameraden Balafré, Pitt und Serge, die sich in zweifelhafter Damenbegleitung befinden, überrascht. Botho kann nur mühsam die Fassung wahren angesichts der Tatsache, dass seine Freunde ihn hier mit einer unstandesgemäßen Liebschaft ertappen.

Das Paar bemerkt, dass es in Gesellschaft aufgrund des Standesunterschiedes keinen ungezwungenen Umgang miteinander pflegen kann. Eine der Begleiterinnen äußert sich spöttisch über Lenes wenig vornehme Kleidung, und im Gegensatz zu Lene scheinen die drei an einer ernsthaften Liebe nicht interessiert.

Der Spaziergang - Ende der Beziehung

Dieser Zwischenfall und ein Brief seiner Mutter lassen Botho die Beziehung neu überdenken. In dem Brief drängt sie ihren Sohn zur Ehe mit der adeligen Käthe von Sellenthin. Ein Spaziergang verschafft ihm Klarheit.

Seine Erkenntnisse sind: Adel verpflichtet zu einem Ehrenkodex und Ordnung ist die Basis einer jeden Gesellschaft. Diese wird repräsentiert in der standesgemäßen Familie. Er kann sich also nicht zu dem mutigen Entschluss durchringen, sich als Adeliger zu einem einfachen Mädchen zu bekennen. Er wendet sich von Lene ab, obwohl er dabei das Gefühl nicht los wird, Unrecht zu tun. Er ist sich seiner Sache keineswegs sicher.

Neue Partner

Nach einer Weile finden beide mit neuen Partnern in geordnete, das heißt standesgemäße Verhältnisse. Botho ehelicht seine oberflächliche Cousine Käthe und kann sich so seiner Geldsorgen entledigen. Er muss aber immer wieder an Lene denken, vor allem an ihre Natürlichkeit. Lene heiratet Gideon Franke, einen ernsthaften Laienprediger ihres Standes, der für ihre frühere Beziehung Verständnis hat.

Zweideutiges Gespräch

Dennoch kann dies nur Glück auf Sparflamme bedeuten: Für beide war die gemeinsame Zeit die einzige große Liebe, die das Leben für sie bereithielt. Am Schluss des letzten Kapitels liest Käthe eine Heiratsanzeige von Lene und Gideon, die ihr natürlich vollkommen unbekannt sind und macht sich über deren Namen lustig. Botho bleibt gefasst und spricht die Worte, deren Zweideutigkeit Käthe nicht erahnen kann: "Was hast du nur gegen Gideon, Käthe? Gideon ist besser als Botho.

Schluss

Das Thema dieses Romans ist also das Liebesverhältnis von zwei Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Ständen. Dieses traditionelle literarische Motiv bestimmt das Romangeschehen. Einer gelingenden, glücklichen Beziehung der beiden steht das gesellschaftliche Standesdenken Preußens entgegen.

Es handelt sich hier also um einen Liebesroman, aber auch um einen Gesellschaftsroman; die sozialen Milieus und die gesellschaftlichen Hintergründe werden umfassend geschildert. Fontane wählt nicht, wie es vielleicht in der Trivialliteratur zu erwarten wäre, ein künstlich aufgesetztes Happy End.

Er lässt die Figuren aber auch nicht tragisch untergehen. Beide heiraten schließlich einen anderen Partner; ob dies die richtige Entscheidung ist, oder ob die beiden damit ihre einzige Chance auf wahres Lebensglück verraten haben, bleibt letztlich offen.

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